Was brauchen wir zum Sprechen?

Wir brauchen zum Sprechen.

3 Dinge:

  • Den Kehlkopf – er ist ein Teil des Atemtrakts und bildet den Übergang vom Rachen zur Luftröhre,
  • die Stimmbänder – diese werden beim Sprechen, lachen, oder singen in Schwingung versetzt und wir brauchen noch
  • das Zwerchfell. Ohne Zwerchfell, kein Atmen.

In unserem Kehlkopf, das ist ein Teil des Atemtrakts befinden sich unsere beiden Stimmlippen, oder auch Stimmbänder genannt. So lange ich still atme, also weder lache, singe, spreche, kann die Atemluft ungehindert ausströmen.
Sobald jedoch ein Stimmimpuls folgt, schließen sich die beiden Stimmlippen, der Ausatem wird blockiert und Druck entsteht. Wie bei einem Kochtopf. Dieser Druck zwängt sich dann durch unsere Stimmlippen, so entsteht ein Ton. Also das war jetzt ganz einfach erklärt.

 

Übrigens:

Singen ist eine ganz tolle Übung um die Stimme zu kräftigen. Ich mache das immer im Auto. Herzhaft, laut und oft auch falsch. Macht nix, Hauptsache es wirkt. Die Stimme ist ein System, welches durch präzises Zusammenwirken dreier Funktionskreise einen Klangstrom hervorbringt. Das klingt jetzt ziemlich geschwollen. Einfach erklärt-die Stimme ist ein Instrument, das jeder lernen kann.

Stimmbildung bedeutet zum einen die Bildung eines Stimm- und Sprechbewusstseins. Wie ein Autofahrer wissen soll, wie sein Fahrzeug funktioniert, also Rahmen, Motor, Treibstoff, so ist es gut zu wissen, wie es um unsere Stimme steht. Es geht um die Wahrnehmung des Atems, des Stimmklangs und der eigenen Sprechstimme. Und natürlich auch die der Anderen.

Weiters kommt dazu die Kräftigung der Stimme, die Verbesserung der Aussprache und auch die Freude an einem gut gesprochenen Wort. Dazu komme ich in einer extra Folge, wo es um positive Aussprache, um positives Wording geht. Die Stimme bilden, bedeutet auch, sich seiner selbst bewusst zu sein.

Dabei geht es um die eigene Persönlichkeit, dadurch erlangen wir auch mehr Selbstbewusstsein, Sicherheit, Authentizität und Glaubwürdigkeit. Und das gilt in jedem Gespräch. Letztendlich führt dies alles auch zu mehr Erfolg.

Denn mit der Stimme zeigen und verkaufen wir uns nach außen. Die Stimme, unsere Stimme ist unser akustisches Aushängeschild. Daher kommen gut klingende, gut trainierte Stimmen besser beim Gesprächspartner an.

 

Hier wieder ein Tipp für Dich.

Wenn die Zunge am Gaumen klebt, wenn der Hals trocken ist. Denke einfach daran, wie Du in eine saure Zitrone beißt. Oder du kaust ganz vorsichtig an den Rändern oder an der Spitze deiner Zunge. Schon wird die Speichel-produktion angeregt und bei Deinem Vortrag, Deiner Rede klebt nichts mehr am Gaumen.
Aber bitte vorsichtig beissen.

Laut einer Studie beurteilen gebildete Menschen eine Begegnung zu 40% nach dem Klang der Stimme, über 50- jährige Akademiker sogar zu 56%. Da zeigt sich, wie wichtig Stimme natürlich im Einklang mit Körpersprache, Mimik, Gestik und für den beruflichen und auch privaten Erfolg ist.

Aber das Verständlichste an der Sprache ist nicht das Wort, sondern aufgepasst, der Ton, die Modulation oder das Tempo. Kurz gesagt, das wie es gesprochen wird. Die Musik hinter den Worten. Aber dazu gehört auch Leidenschaft.

Ich erinnere mich da an eine Situation, damals war ich in einem großen Konzern im Telefonvertrieb beschäftigt und musste ein Seminar für Computer Programme mitmachen, der reinste Horror für mich zum einen, weil ich kein Computerprofi bin und zum anderen, weil der Vortragende so mundfaul war, da bin ich beim zuhören schon eingeschlafen.

Soll heißen, er hat den Mund beim Sprechen nicht aufgemacht, das war so langweilig, wie der die Präsentation gehalten hat, ich habe mich da echt von Stunde zu Stunde durchgequält.

Es gehört schon etwas mehr dazu als nur drauflos zu plaudern. Ein bisschen Leidenschaft und auch Verantwortung des Vortragenden gegenüber den Zuhörern. Denn er möchte ja, dass seine Botschaft beim Gegenüber ankommt. Aber dessen sind sich viele nicht bewusst. Schade, denn da geht viel Energie, Zeit, Nerven und oftmals auch Geld verloren. Denn Zeit ist bekanntlich ja auch Geld.

Ebenso wichtig ist die Stimme am Telefon. Die stimmliche Wirkung entscheidet oft über positiv oder negativ. Womit wir wieder beim "gerne" Zuhören wären. Denn die Telefonstimme überträgt Sympathie, Vertrauen und letztendlich dann auch Kaufentschluss.

 

Lächle am Telefon.

Das merkt das Gegenüber auch wenn er Dich nicht sieht. Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich habe lange beim Radio als Moderator gearbeitet und dem Hörer ist es egal wie es mir geht. Der möchte unterhalten werden, möchte Informationen bekommen und das möglichst freundlich.

Ich sage immer, sei so professionell, dass wenn das rote Licht leuchtet, du alles gibst. Du bist dann quasi On Air. Da gibt es kein, ich mag nicht, ich kann nicht, ich bin schlecht gelaunt. Für Telefonisten ist es eine große Herausforderung stundenlang zu sprechen. Denn die Agents in Callcentern sprechen oft bis zu 8 Stunden täglich. Das ist eine enorme physische wie auch psychische Herausforderung. Obwohl meiner Meinung nach Outbound telefonieren einen noch größeren Druck hervorruft als Inbound.

Aber gerade in solchen Berufen macht sich ein Stimmtraining, das Kennenlernen der eigenen Stimme bezahlt. So ein gezieltes Training hilft, die Stimme zu entlasten, zu verbessern und dadurch werden Krankenstände vermindert. Es gibt jedoch eine innere und äußere Stimme.

 

Mein Bauch spricht mit mir.

Wir denken immer gleich an die tönende, laute oder extrovertierte Stimme. Aber manchmal sprechen wir auch mit einer inneren Stimme, die vielleicht aus dem Herzen zu uns selber spricht. Ich denke da an Gemütsregungen. Wenn wir in uns hineinhorchen, ganz tief, dann werden wir uns klar, was wir wirklich wollen und was nicht. Ich nenne das auch Bauchgefühl.

Ja, mein Bauch spricht mit mir. Und wenn wir uns dann mitteilen wollen, ja dann brauchen wir wieder die äußere Stimme, die den Lärm macht. Übrigens, eine Studie der Alpen Adria Universität in Kärnten hat herausgefunden, dass intuitive Entscheidungen, also die aus dem Bauch heraus, oft besser sind als Kopfentscheidungen.

Kennst du das auch. Manchmal gibt es aber Unstimmigkeiten zwischen dem was wir sagen möchten und dem was wir sagen sollen. Z. Bsp. wir sind im Büro und der Chef kommt vorbei. Wir sagen zwar ein freundliches „guten Morgen“, aber wir meinen es nicht so.

Das kann auch ein Grund für Stimmversagen sein. Aber nur in den schlimmsten Fällen. Wenn Du jedoch ein sehr schüchterner oder introvertierter Mensch bist, kann das durchaus der Fall sein. Stimme macht Ferien. Woher nehme ich aber die Kraft die ich zum Sprechen, also für die Stimme brauche. Wie schon einmal erwähnt, liegt unser Kraftzentrum im Bauch, besser gesagt im Unterbauch, das ist unterhalb des Nabels.

Das ist das Zentrum wo wir auch tiefe Freude, Trauer, Lust und Frust spüren. D. h. für unser ach so zartes und sensibles Stimmchen, dass sie mehr oder weniger von dieser Region abhängig ist. Schon mal was von Flanken- Unterbauch oder Rückenatmung gehört?

Wird eher nicht so wahrgenommen. Dies kann jedoch dazu führen, wenn wir beispielsweise Emotionen ausdrücken, dass wir von dieser Kraft abgeschnitten sind, wir keine Kraft zum Sprechen mehr haben, Stimmprobleme sind das Ergebnis.
Aber genau dieses Zentrum ist für unsere kraftvolle Stimme notwendig. Opernsänger beispielsweise könnten nicht so hoch und kräftig singen, wenn sie nicht mit den angesprochenen Atemtechniken singen würden.

 

Übrigens:

Stimmtraining ist auch eine Gesundheitsvorsorge. Ja richtig gehört. Wenn es konsequent gemacht wird. Sich der eigenen Stimme bewusst zu sein, zu wissen wie sie wirklich klingen soll, den Grundton zu kennen, ist schon sehr wichtig.

Wie Du Deinen Grundton findest, die sogenannte Indifferenzlage, das erfährst Du in einer anderen Folge.
Übrigens niesen, lachen, husten, weinen oder auch gähnen, sind Reflexe die für ein Stimmtraining sehr nützlich sein können. Sie üben eine harmonisierende Wirkung auf unsere Muskeln und das Nervensystem aus. Es wird Luft ausgetauscht und Schleim abgesondert. Der Spannungszustand wird gehoben und gesenkt.

Also Über -und Unterspannungen werden neutralisiert, wenn man so sagen will.

Stimmtraining ist auch Sport. Ja richtig gehört, denn dieses unwillkürliche Anspannen diese kurzen heftigen Impulse bringen Beweglichkeit in die Muskulatur. Huste einfach einmal und fühle wo sich Dein Bauch bewegt. Diese kleinen reflexartigen Hustenstöße aktivieren die Bauchmuskulatur.

Wie bei Liegestützen oder Hanteltraining wird beim Stimmtraining auch gegen einen Widerstand gearbeitet, indem wir den ausströmenden Atem leicht stauen. Da komme ich zu meiner nächsten Übung. Zugfahren. Einfach öfter hintereinander „schschschsch“ sprechen und spüre diese kurzen Stöße in Deiner Bauchmuskulatur.

Das Fitness Studio mit den Situps bleibt Dir dennoch nicht erspart. Und dahin gehe ich jetzt. Ein bisschen Sport machen.

 

In diesem Sinne, wünsche ich Dir noch eine schöne Zeit. Bis zum nächsten Mal.

Herzlichst.
Dein

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

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Written by garystuetz

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