Was ist unsere Stimme?

Es kann sein, dass Dir vieles bekannt vorkommt, es kann aber auch sein, dass vieles für Dich neu ist. Entscheide selber. Beim meinem Podcast verwende ich die Intersexualität. D.h. es gibt keinen Unterschied zu Mann und Frau in der Bezeichnung. Ich starte meinen Podcast mit einer kleinen Serie.

In mehreren Teilen in diesem Podcast erfährst Du, warum Stimme so wichtig ist. Welche Bedeutung sie im Geschäftsleben hat. Wie Du zu mehr Voice Power in der Stimme kommst und dadurch auch „gehört“ wirst.

Ich habe viele Tipps und Tricks die ich nach wie vor selber anwende.

Kennst du das? Kurz bevor es losgeht, merkst du wie der Puls schneller schlägt, die Hände sind schweißnass, die Stimme ganz schwach.

 

Laut Forscher ist die Angst vor Menschen zu sprechen größer, als die Angst vor Krankheit, Scheidung oder Tod.

Über 50 % der Menschen die vor Publikum sprechen, egal ob privat oder beruflich, haben Lampenfieber, sind nervös, dazu kommen Stimmprobleme, nasse Hände, zittrige Knie, ein flauer Magen, trockener Mund.

Auch Persönlichkeiten wie Sänger und Entertainer Robbie Williams, die Sängerin Adele oder auch Schauspieler Johnny Depp sind vom sogenannten „Bühnen-Gen“ ausgelassen worden und leiden unter großem Lampenfieber. Somit sind wir in berühmter Gesellschaft.

 

Die Stimme ist eines der machtvollsten Instrumente der Menschheit. Wenn wir kommunizieren, entscheidet unser Gehirn innerhalb weniger Sekunden, ob die Stimme des Gegenübers für uns stimmig ist, oder nicht.

Alleine das zu wissen, ist schon sehr wertvoll. Denn wir entscheiden ganz intuitiv, wem wir zuhören und entscheiden sofort, ob die Stimme für mich stimmig ist, ja sogar angenehm, ich will mich weiter unterhalten.

Die Beherrschung von Stimme und Sprache eröffnet uns ungeahnte kommunikative Möglichkeiten. Wir alle sind täglich von einer Vielzahl von Stimmen umgeben. Ich denke da nur an die Nachrichten, Stimmen im Supermarkt, in der Werbung, Radio oder Fernsehen. Wir hören Stimmen im Theater und sprechen täglich mit Kollegen, Freunden oder der Familie.

Trainierten und wohlklingenden Stimmen hören wir gerne zu. Ausgebildeten Stimmen, die auch klar verständlich sind. Das sind die Menschen, denen wir gut folgen können, wenn sie uns etwas erzählen.

 

Im Gegenzug dazu sind Stimmen in höheren Tonlagen, schrille Stimmen, einschneidende Stimmlagen oftmals sehr nervig für unser Gehör. Da wollen wir nicht weiter hinhören. Das tut unseren Ohren weh. Den Schrei eines Baby etwa, hörst Du aus einer Menschenmenge heraus.

Vielleicht kennst Du die drei magischen Zahlen der Kommunikation. 7-38-55. Laut einer Studie von Dr Albert Mehrabian, er ist US-amerikanischer Psychologe und Professor an der University of California in Los Angeles, besteht Kommunikation zwischen Menschen zu 55 Prozent aus Körpersprache, 38 Prozent wird über die Stimme transportiert und nur 7 Prozent kommen dem Inhalt zu. Ich bin mir da aber nicht so sicher, dass diese Zahlen so zutreffen. Denn der Content ist schon wichtig.

Es gibt diesbezüglich noch andere Studien, d.h. geringfügig kommt es zu Abweichungen, meist beziehen sich diese jedoch auf eine andere Vorgehensweise bei der Messung bzw. bei den unterschiedlichen Begriffsabgrenzungen. Ich selber bin jedoch der Meinung, dass es mehr als 7 % dem Inhalt zukommen.

 

Ein Beispiel:

Wäre eine Verständigung mit Körpersprache und Stimmeinsatz ohne eine Fremdsprache zu können möglich, wenn tatsächlich nur 7% der Inhalt die Worte ausmachen? Vielleicht kennst Du das aus eigener Erfahrung. Man unterhält sich, meist im Urlaub mit jemanden ohne die Fremdsprache zu können. Nur mittels Körpersprache und kann sich dennoch verständigen. Zumindest verstehen, was gemeint ist. Großteils halt. Das nennt man nonverbale Kommunikation.

Wir können nicht nicht kommunizieren sagte der österreichische Kommunikationswissenschaftler und Autor Paul Watzlawick. Das bedeutet, dass wir immer etwas mitteilen, auch wenn wir nichts sagen. Wer nichts sagt oder sich einer Kommunikation noch stärker verweigert, macht gerade damit sehr deutlich, dass er nicht kommunizieren will, jetzt nicht, mit der Person nicht oder in der Situation nicht.

 

Ergo.

Wir kommunizieren immer miteinander, ob mit oder ohne zu sprechen. Lt. Jeanette Bergmann, Stellvertretende Leiterin in einem Sprachzentrum in der Nähe von Bonn, sind es sogar 69%, die der Körpersprache zugesprochen werden.

Die Bedeutung von Körpersprache und Stimmqualität, wird von Laien häufig unterschätzt, daher werden Bühnendarsteller so intensiv in Stimmmodulation und Körpersprache trainiert. Auch Schauspieler überzeugen primär durch nonverbale Elemente und wirken nicht wirklich mit Worten.

Jeder gute Schauspieler sollte in der Lage sein, das Wort „nein“ in mindestens 10 verschiedenen Bedeutungsnuancen vermitteln zu können. Vor allem für Vortragsredner und Speaker sind solche Erkenntnisse von großem Vorteil. Warum?
Weil ein Vortrag, eine Präsentation, eine Rede auch vom erlebten lebt.

D.h. Ein bisschen Schauspielerei kann nicht schaden. Denn nur durch einen lebendigen Vortrag bleibt das Publikum aufmerksam und mit dabei, bei dem was Sie sagen. Mit der Stimme wird viel mehr vermittelt, als die meisten Menschen vermuten, weil eine gut funktionierende Stimme nicht so selbstverständlich ist. Jede Stimme und jede Sprechweise ist im individuellen Rahmen optimierbar.

 

Es geht nur um den gewissen Trick um das „gewusst wie“ um dahin zu kommen. Unsere Stimme ist ein Instrument, das man lernen und perfektionieren kann und das hörst Du alles in dieser Serie. Ziel ist es, die Zuhörer, Deinen Gesprächspartner bei Deinem Vortrag nicht nur inhaltlich, sondern auch stimmlich zu fesseln. Nur so wird das Gesagte auch ankommen. Hast Du Dir schon einmal überlegt, wie Du auf andere wirkst und warum?

Und: Wie kannst Du wirken? Was würde sich dadurch ändern, wenn Du sicherer und souveräner beim Gegenüber ankommst?
Daher ist das gewusst wie auch wichtig, denn Stimmbildung bedeutet als erstes die Bildung eines Stimm -und Sprechbewusstseins. Damit Du auch wirklich „gehört“ wirst bei dem was du sagst. Damit Deine Botschaft beim Gegenüber auch ankommt.

 

Vor allem Frauen haben schneller und öfter Stimmprobleme als wir Männer. Warum? Das hat mir der Schwingungszahl der Stimmlippen zu tun. Beim weiblichen Geschlecht schwingen die Stimmbänder 220x in der Sekunde, bei Männern nur 110x. Daher kommt es zur Stimmproblemen.

 

Übrigens:

Die Höhe des Tons hängt davon ab, wie oft sich die Stimmlippen pro Sekunde öffnen und schließen. So – haben wir das auch geklärt. Ich kann mich noch gut an eine meiner schlimmsten Stunden erinnern, wo mir bei einer Moderation vor knapp 2000 Menschen fast die Stimme versagte.

Als Moderator war ich war eine ganze Woche für einen Event gebucht. Jeden Abend eine große Show mit über 2000 Menschen. Pro Abend versteht sich. Schon im Laufe der Woche habe ich bemerkt, meine Stimme ist nicht so wie sei sein soll und wird immer schwächer. Dann, am letzten Abend, bei der letzten großen Show, der Abschiedsgala, kam es fast zum Totalverlust meiner Stimme. Also der absolute Worstcase für einen Sprecher oder Moderator. Ich habe gewusst, da muss ich jetzt durch, die Stimme darf nicht versagen.

Gott sei Dank, weiß ich als professioneller Sprecher, wie ich meine Kraftreserven mobilisieren kann und habe mir den Druck ganz unten vom Bauch, aus dem Zwerchfell geholt, gestützt wie man das nennt und habe somit den letzten Abend im wahrsten Sinn des Wortes „überstanden“. Danach war ich beim Facharzt und ich hatte 2 Monate lang entzündete Stimmbänder.

 

Was war passiert ?

Ich kann mich noch erinnern, ich habe mir einige Tage vorher beim Paragleiten, ja das ist meine Passion, eine leichte Halsentzündung geholt, nicht sofort erkannt und daher verschleppt. Es ist daher schon wichtig zu wissen wie Stimme funktioniert und wie sie reagiert, um im richtigen Moment präventiv handeln zu können. Die Stimme ist Trägerin der Botschaft, gilt als wichtigstes Präsentationselement und ist Multiplikator für den Inhalt.

Viele Menschen arbeiten in Berufen wo ihre Stimme täglich beansprucht wird. Lehrer, Schauspieler, Moderatoren, Manager, Telefonisten, Verkäufer. Oftmals plagen diese Menschen jedoch Stimmprobleme, sie leiden unter Heiserkeit, haben den berühmten „Frosch im Hals“ und schlagen sich mit Stimmermüdung herum. Jede Art von Stress oder Anspannung wirkt sich sofort auf die Stimme aus.

Für eine Sängerin wie beispielsweise die Reibeisenstimme von Bonny Tyler, sie wurde in den 1980er Jahren durch Hits wie Total Eclipse of the Heart und Holding Out for a Hero weltweit bekannt, ist die Stimme ihr Markenzeichen. Im der Geschäftswelt wären die ersten Anrufer wahrscheinlich weniger erfreut, wenn Du klingst, als hättest Du die ganze Nacht durchgemacht. Vor allem in der heutigen Zeit, wo die Kommunikation miteinander etwas vernachlässigt wird, spielt Stimme, Rhetorik, Artikulation, Präsenz eine große Rolle.

 

Es wird wohl niemand behaupten, die Qualität der Kommunikation mit dem Kunden oder der Ton im Unternehmen selbst wäre ohne Bedeutung, Hauptsache das Produkt stimmt. Je austauschbarer Waren und Leistungen, desto wichtiger wird die Differenzierung in der Vermittlung.

Was macht Marcel Hirscher oder Christian Neureuther bevor sie ins Rennen gehen? Genau. Sie wärmen sich auf. Und das gilt für Menschen, die viel sprechen müssen wie eben Lehrer, Telefonisten, Moderatoren usw. genauso.

Ich war im März als Moderator gebucht. Stargäste waren Glasperlenspiel. Caro und Daniel. Vor der Bühne waren rund 2.500 Menschen. Da steigt der Puls auch bei mir. Ich gehe da folgendermaßen vor. Backstage wärme ich mich auf. Den Körper mit Dehnungsübungen, und die Sprechmuskulatur, also den Mund am besten auch mit Gähnen.

Hier ein Tipp für Dich.

Stell Dir einfach vor, du bist der König der Tiere, ein Löwe, der sich räkelt und mit schläfrigem Blick die Gegend absucht. Dabei reißt Du den Mund auf und lässt ein grollendes Gähnen aus der Tiefe Deiner Kehle hervor. Aber bitte Vorsicht beim Gähnen. Nicht zu wild, damit Du Dir den Kiefer nicht ausrenkst. Genieße Dein Gähnen, seufze herzliche dazu, dass entspannt, strecke und räkle Dich.

Viele dieser Tipps erfährst Du in meinem Podcast Folgen. Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit.

 

Servus und auf bald.
Dein

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

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Written by garystuetz

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