Stimme im Geschäftsleben.

In der vorigen Folge haben wir uns damit beschäftigt, was tun wenn uns mal die Stimme versagt und ich habe dir eine kleine Aufgabe gestellt. Vielleicht wartest Du ja schon gespannt auf die Auflösung. Ich möchte Dich nicht länger auf die Folter spannen.
Die Aufgabe war, zu erkennen oder erraten welcher Stimm-Typ du bist.

 

Hier nochmals die Typenvorstellung.

  • Typ A: aktiv, extrovertiert, mitteilsam, kommunikativ, offen.
  • Typ B: passiv, ruhig, introvertiert, schüchtern, zurückhaltend.
  • Typ C: sportlich, beweglich, dynamisch, agil, forsch, zielstrebig.
  • Typ D: langsam, abwartend, gemütlich, behäbig, schwach.

Meistens trifft eine Kombination aus zwei Typen zu. Diese kleine Aufgabe soll einfach dazu dienen, sich über mögliche Ziele klarer zu werden. Damit kommen wir zur Auflösung:

  • Typ A: Die eigene Stimme noch besser kennenlernen und entwickeln. Den sinnvollen Einsatz der eigenen Möglichkeiten üben. Dialoge durch bewusste Stimmführung und Pausen führen.
  • Typ B: Aktivierung durch Rufübungen. Sich öffnen, auch in der Körperhaltung, eigene Hemmschwellen überschreiten.
  • Typ C: Pausen, Zuhören, Wahrnehmen.
  • Typ D: Atemübungen zur Kräftigung der Ausdrucksmuskulatur. Erfahrung der eigenen Kraft durch Rufübungen, Artikulationsübungen für eine bessere Aussprache.

Ob dies oder jenes auf dich zutrifft, entscheide bitte selber.

 

Kann eine Geschäftsanbahnung an Stimme scheitern?

Viele Menschen arbeiten in Berufen wo ihre Stimme täglich beansprucht wird. Lehrer, Schauspieler, Moderatoren, Manager, Telefonisten, Verkäufer. Oftmals plagen diese Menschen jedoch Stimmprobleme, sie leiden unter Heiserkeit, haben den berühmten „Frosch im Hals“ und schlagen sich mit Stimmermüdung herum. Jede Art von Stress oder Anspannung wirkt sich sofort auf die Stimme aus.

In meiner Zeit als Moderator oder Sprecher beim Radio oder Fernsehen, ist es mir oft passiert, dass mir Menschen im Gespräch gesagt haben, was fürs Sprechen wirst Du bezahlt, das kann doch jeder. Ja das stimmt schon, das lernen wir ja schon in ganz jungen Jahren, aber das richtige Sprechen, die Aussprache, das schöne Sprechen, da trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Jeder kann Gitarre spielen lernen. Zumindest was das Lernen betrifft. Sie dann auch spielen zu können, d.h. Rhythmusgefühl zu haben, das ist jetzt wieder eine andere Geschichte. Denn wenn einem der Rhythmus fehlt, wird das schönste Lied nicht so klingen wie es soll.

Wer die eigene Stimme zum ersten Mal durch einen Kopfhörer hört, erschrickt. Zumindest trifft das auf viele Menschen zu. Es ist für viele schon ein großer Aha-Effekt. Was das bin ich? So klinge ich? Ja, genauso klingst du.

Dafür ist unsere Knochenleitung zuständig, auch Knochenschall genannt. Unser Gehör liegt geschützt im inneren unseres Schädels. Alles was wir hören, also die einzelnen Töne, Geräusche oder auch die Sprache, sind eigentlich nichts weiter als Luftschwingungen.
Der Knochenschall ist schwingende Luft, die letztendlich als angenehme Musik oder verständlicher Satz wahrgenommen wird. Halten Sie sich beim sprechen einfach einmal die Ohren zu. Hört sich komisch an. Oder? Dass was Sie jetzt hören, ist aber Ihre Stimme.

 

Und wer jetzt immer noch glaubt es ist so leicht ein Sprecher zu sein, den lasse ich gerne einmal einen Satz in 10 verschieden Versionen bzw. Phrasierungen sprechen. Ich war gebucht die Vertonung für einen Werbespot fürs Fernsehen. Das Recording Studio war in Rosenheim, der Kunde in Wien, die Agentur in Hamburg. Wir waren allesamt über eine Telefonleitung verbunden. Die einzige Person die ich wirklich gesehen habe, war der Tontechniker vor Ort.

Die Anweisungen kamen entweder vom Kunden, also aus Wien, oder von der Agentur in Hamburg. Und bei solchen Jobs, werden die Sätze X-mal gesprochen, bis alle zufrieden sind. Hört sich dann ungefähr so an: „ein bisschen mehr lachen, etwas theatralischer, nicht ganz so freundlich, humorvoller sprechen, mehr Gefühl hineinlegen, das Wort XY nicht so hart aussprechen, etwas runder, flüssiger usw.

Als Sprecher bin ich da ordentlich gefordert. Das ist gut so. Denn wenn ich viele Versionen anbiete, weiß ich, dass der Kunde zufrieden ist. Für Laien ist das eine enorme Herausforderung. Ich erinnere mich an eine Geschichte, da habe ich noch beim Radio gearbeitet und wir haben eine Werbung für einen kleinen Eissaloon aufgenommen. Ich sollte ihn einsprechen. Aber die Besitzerin meinte, ach das mache ich selber.

Nach 5 Minuten in der Tonkabine war sie wieder heraußen. Denn nicht nur die eigenen Stimme hat sie überfordert, auch die richtige Artikulation, Betonung und Tonalität. Stimme ist ein großer Erfolgsfaktor im Berufsleben. Wenn Du deine Stimme verbesserst, bekommst Du mehr Lockerheit und Stimmsicherheit. Denn die Stimme macht mehr als ein Drittel des persönlichen Eindrucks aus.

 

Laut Umfragen, sehen die Befragten den höchsten Stellenwert der Stimme bei öffentlichen Auftritten und im Verkauf mit je 94%, gefolgt von Präsentationen 92%. Stimme ist auch wichtig bei Erstkontakten 93%, Bewerbungsgesprächen 78%, Durchsetzung in Teams 82%.

Und eine wohlklingende angenehme Stimme entscheidet also oft über Erfolg in der Karriere. Ein Mensch mit einer guten Stimme strahlt Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aus, Werte, die ganz besonders im Verkauf und bei Verhandlungen von höchster Bedeutung sind.

Vielleicht erinnerst Du dich noch als Du die tolle Stimme des Radiomoderators gehört hast. Du hast dieser Stimme gelauscht, bist ihr gefolgt, die Stimme hat Dich berührt. Manchmal ergibt es sich, irgendwie, dass man den Moderator auch sieht. Bei einer Veranstaltung oder im Fernsehen.

Seine Stimme erkennst Du sofort wieder. Nur das Gesicht das Du Dir zu seiner Stimme vorgestellt hast, ist jetzt nicht mehr ganz stimmig. So kann man sich täuschen. Kann sich jeder eine "ordentliche Stimme" antrainieren? Na klar. Ist wie schon erwähnt beim Gitarre spielen. Jeder kann seine Stimme ebenso weiterentwickeln wie seine Computerkenntnisse oder sein Auftreten. Die einzigen Voraussetzungen dafür sind der Wunsch und die fachkundige Anleitung.

 

Aus meinem umfangreichen Trainingsprogramm habe ich eine Übung für Dich ausgesucht. Diese Übung hilft Dir dabei Deinen Stimmklang dauerhaft zu vertiefen. Das bringt Dich Deiner goldenen Stimme näher. Durch einen wohlklingenden, voluminöseren und natürlicheren Stimmklang wirkst Du auf Dein Umfeld selbstbewusster, kompetenter und vertrauenswürdiger. Du wirst „gehört“ bei dem was Du sagst. Deine Botschaft kommt an!

 

„Stelle dich aufrecht hin. Achte darauf, dass Deine Beine hüftbreit und parallel zueinanderstehen, die Knie sind leicht gelöst. Spüre den festen Untergrund unter Deinen Füßen.

Richte den Kopf auf und stelle Dir vor, dass an Deinem Scheitel ein goldener Faden entspringt, der Dich mit dem Himmel verbindet. Den Kopf nicht überstrecken. Jetzt ziehe dreimal hintereinander die Schultern soweit es Dir möglich ist nach oben und lasse sie mit einem kräftigen Seufzer auf „haa“ oder „hoo“ wieder fallen.

Spüre diese angenehme Entspannung, die sich in Deinem Körper ausbreitet. Gönne Dir einen Augenblick und höre Deinem Atem zu. Spüre, wie die Luft gleichmäßig und ganz von selber in ich ein- und wieder hinausströmt.

Nach dem nächsten Atemzug bildest Du mit dem Ausatmen ganz entspannt und ohne Druck ein „aaaaa“. Jetzt nimmst Du dabei gleichzeitig Deine Hände zu Hilfe und klopfe damit, während Du diesen Ton bildest, den Brustkorb sanft ab. Der Ton sollte jetzt etwas abgehackt klingen. Wie bei einem Stakkato.

 

Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit. Servus und auf bald.

Dein

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

 

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Written by garystuetz

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