Die Kraft der Stimme.

Die Stimme ist unsere "akustische Visitenkarte", gehört immer noch zu den großen Unbekannten.

 

Warum ?

Weil von vielen Menschen das Potential der Stimme mit der wir täglich stundenlang kommunizieren, ungenutzt bleibt.

Die Stimme bilden bedeutet auch, sich seiner selbst bewusst zu werden. Damit erlangen wir mehr Selbstvertrauen, Glaubwürdigkeit, Authentizität und Sicherheit. Vor allem von Frauen höre ich bei meinen Trainings immer wieder, dass sie teils große Probleme haben, wenn sie beispielsweise in einem Meeting vor einer Horde Männer sprechen müssen.

Ich kann mir denken, dass es für eine Frau oftmals eine große Herausforderung oder Hürde ist. Aber mit fester und klarer Stimme, sicherem Auftreten, werden die Männer staunen, wie Frau plötzlich anders wirkt. Denn mit der Stimme verkaufen wir uns auch nach außen. Die Stimme ist unser akustisches Aushängeschild.

 

Hier wieder Tipps für Dich.

Lippenflattern wie ein Pferd. (ppffffrrr). Das lockert die Sprechmuskulatur. Oder du versucht es mit der Zwerchfellgymnastik. Das haben wir schon gehört, das ist unser größter Atemmuskel und für die schonende und effektive Stimmerzeugung von großer Bedeutung und funktioniert folgendermaßen.

Ohne Anstrengung gleichmäßig in den Bauch hinein atmen. Machen Sie "sch-sch-sch-sch...", wie eine "Eisenbahn". Wichtig ist, dabei nicht jedes Mal einatmen, sondern das Zwerchfell hebt und senkt sich nach jedem "sch" automatisch ein wenig und sorgt so für genügend Atemluft. Anfangs genügen 2-3 Einheiten. Sie könnten diese Übung jedoch stundenlang machen, ohne einmal "richtig" Luft holen zu müssen.

 

Ich habe hier eine kleine Aufgabe für Dich.

  • Welcher Stimm-Typ bist du?
    Typ A: aktiv, extrovertiert, mitteilsam, kommunikativ, offen.
    Typ B: passiv, ruhig, introvertiert, schüchtern, zurückhaltend.
    Typ C: sportlich, beweglich, dynamisch, agil, forsch, zielstrebig.
    Typ D: langsam, abwartend, gemütlich, behäbig, schwach.

Meistens trifft eine Kombination aus zwei Typen zu. Diese kleine Aufgabe soll einfach dazu dienen, sich über mögliche Ziele klarer zu werden. Und die Auflösung – welcher Stimmtyp Du bist, das erfährst Du in der nächsten Folge.

 

Kommen wir zur Kraft der Stimme. Unser Kraftzentrum liegt im Bauch, d.h. im Unterbauch, unterhalb des Nabels. Vielleicht kennst Du den Ausdruck oder hast ihn schon einmal gehört. Flankenatmung, Unterbauchatmung, Rückenatmung. Vor allem für Sänger sehr wichtig. Und natürlich auch für Menschen, die professionell sprechen müssen.

Die Sänger bezeichnen dies als "Stütze", so wird die "Atemtechnik" beim Singen genannt. Denn auch beim Singen, ebenso wie beim Sprechen brauchen wir was? Eh klar - Luft. Und durch die Atemstütze wird diese bewusst kontrolliert und eingesetzt.

Ich weiß wie das ist, wenn plötzlich die Stimme auf Urlaub geht, also schwächer wird. Das kommt auch oft davon, weil wir gegen Druck ansprechen. Stell dir vor, Du bist in einem großen Saal, einer Fachmesse, in einer Discotheke. Da ist es so laut, dass wir immer gegen den Lärm sprechen, damit unser Gegenüber auch versteht was wir sagen. Tja und das sorgt dann oftmals für Stimmprobleme. Oder auch kalte, zuckerhaltige Getränke sind nicht das Beste für unsere Stimme. Aber das behandle ich in einer anderen Folge.

Daher ist dieses Stützen des Unterbauches, also beispielsweise der Flanken wichtig. Denn da holen wir uns die Kraft, damit der Kehlkopf nicht nach oben rutsch und wir aus dem Hals sprechen. Denn dadurch werden wir heiser. Ich weiß wovon ich spreche. Passiert sogar mir immer wieder einmal. Ups – nicht daran gedacht.

 

Was dagegen tun ?

Die "Stütze" bezeichnet die "Atemtechnik" beim Singen. Zum Singen, ebenso wie zum Sprechen benötigt man Luft. Diese wird durch die Anwendung der Atemstütze bewusst kontrolliert und eingesetzt.

Es ist genauer gesagt das kontrollierte Einsetzen der "Bauchmuskeln", die so die Steuerung des Atemmuskels "Zwerchfell" ermöglichen. Wozu ist das nötig? Um die Atmung, die Luft, die wir beim Singen verbrauchen, kontrollieren zu können, um die Stimmbänder kontrollieren zu können und zu entlasten, und um Lautstärke zu erzeugen. Wie Ihr seht, Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle.

 

Wie funktioniert dann die unbewusste Atmung?

Das Zwerchfell ist wie gesagt unser Atemmuskel. Ohne Zwerchfell keine Atmung.
Das Atemzentrum in unserem Gehirn, Medulla Oblongata, steuert unter Zuhilfenahme des Zwerchfells unsere Atmung, und zwar in einem bestimmten Rhythmus, immer angepasst an den Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehalt, der von den Rezeptoren in unserem Körper in unserem Blut gemessen wird.

Wir müssen uns da glücklicherweise gar nicht drum kümmern. Das Einatmen ist ein aktiver Prozess und das Ausatmen ein passiver. Man könnte auch sagen: Anspannen - Loslassen.

 

Die Atmung bewusst kontrollieren!

 

Beim Singen können wir es uns nicht mehr erlauben diesen automatischen Rhythmus einfach weiter so ablaufen zu lassen wie er normalerweise abläuft. Wir singen zwar auch in einem Rhythmus, aber in einem, den wir nun selbst beim Singen jedes Mal neu bestimmen.  Mal wollen wir ganz lange Töne singen, oder vielleicht einen Ton sogar über mehrere Takte, mal ganz kurze Töne, oder viele am Stück usw. Wir benötigen die Luft also ganz individuell.

Und das geht nur mit der Stütze, nur mit Kontrolle des Zwerchfells. Das nennt man also die Atemstütze, oder die Stütze. Man führt die Atmung über Anspannen der Bauchmuskulatur, angepasst an die Menge der Luft, die man für die jeweilige Gesangspassage benötigt.

Es geht ja dabei vor allem um die aktive, muskulär und bewusst gesteuerte „Atmung beim Ausatmen“. Denn Singen kann man nur mit Luft beim ausatmen und da geht es darum möglichst wenig Luft zu verbrauchen

Nur die richtige Stütze führt auch dazu, dass ein Ton so erklingen kann, wie wir es möchten. Ohne diese Stütze ist

  • ein physiologisch gesundes Singen und
  • kein wunderbarer Klang mit der Stimme möglich.

 

Grace Jones ist übrigens schon 60 Jahre alt, lässt etwa 8 Minuten lang einen Hula-Hoop-Reifen kreisen, das ist ihre Spezialität, während sie dabei singt und zwar ohne, dass die Stimme auch nur eine Winzigkeit wackelt, und das dazu noch mit einem voluminösen Klang. Es sieht so aus, als würde sie auch so eine Art Korsett tragen, aber, würde Sie die Atem-stütze nicht beherrschen, wäre ihr das so absolut nicht möglich!

Es gibt Übungen, die man machen kann, um diese Stütze korrekt ausführen zu können. Oft genügt es schon, einmal richtig erklärt zu bekommen.

 
Kleine Atem Übungen zur Atemstütze:

Nimm ein kleines Blatt Papier, halte es an die Wand oder an eine Tür.
Dann stell' Dich nah an das Blatt, so etwa mit 20 cm Abstand, halte Deine Hand auf den Bauch, lass das Blatt los während Du gleichzeitig mit dem Mund Luft gegen das Blatt bläst. Jetzt fühlst Du wie Dein Bauch anspannt, sich nach außen drückt!

Je länger das Blatt an der Wand, also oben kleben bleibt, desto besser beherrschst Du schon Deine Atem Stütze.

Oder, Du kannst auch mal ganz tief Luft holen und die Luft dann mit einem kleinen weichen "s" rauslassen. Dabei geht es darum, das möglichst lange zu tun! Du kannst auch einmal die Zeit messen und, je öfter man das übt desto besser wird man, aber bitte nicht so oft hintereinander, bitte nicht ohnmächtig umfallen.

Ziel ist es, die Stütze perfekt beherrscht, denn sie ist ein wichtiges Anliegen im Gesangsunterricht und hilft dann auch im täglichen Leben.

 

Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit. Servus und auf bald.

Dein

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

 

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Written by garystuetz

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