René Borbonus: Rhetorik aus Leidenschaft

Nachdem wir in der kleinen Serie vieles über die Stimme erfahren haben, geht es heute um Wirkung und Rhetorik.

In der letzten Folge habe ich es schon angekündigt und ich freue mich, dass er kurz vor seinem Auftritt noch Zeit für ein Interview hat. Er ist einer der erfolgreichsten Speaker im deutschsprachigen Raum.

Rene Borbonus.

In seinen Vorträgen geht es um die Kraft der Rhetorik. Um die Wirkung vor Publikum und auch um Einstiegstechniken. Ein Vortrag oder Training mit Rene Borbonus ist immer ein voller Erfolg für die Teilnehmer, denn ein Coach kann immer nur so viel Begeisterung entfachen wie er selbst empfindet. Er ist der Experte für Kommunikation und lebt für überzeugende Rhetorik.

Er ist einer der besten Rhetoriker im deutschsprachigen Raum. Kommunikation bewegte René Borbonus schon immer. Er hat Geisteswissenschaften studiert und rasch rhetorische Praxis als Hochzeitsredner, Moderator und Redenschreiber gewonnen.

Heute ist René Borbonus ein gefragter Referent und ein ausgewiesener Spezialist für berufliche Kommunikation, Präsentation und Rhetorik. Er begeistert sein Publikum durch die meisterhafte Verbindung von Fachwissen und Praxisnähe, Sachlichkeit und Engagement, Sprachwitz und Ausstrahlung.

Du bist Sparringpartner anstatt Lehrer und dein Motto lautet, Rhetorik aus Leidenschaft.

Wie hast du deine Leidenschaft gefunden?

Es gibt 2 Motivationen, die hin zu und die von weg Motivation und ich habe irgendwann entdeckt dass ich ein Talent habe Menschen zu erreichen, durch Worte und dann hatte ich Glück dass mich andere Menschen an die Hand genommen haben und auf die Bühne gebracht haben und ich habe auch erfahren, dass man durch Sprache nicht unbedingt das nach außen bringt, was innen drinnen ist, dass man falsch verstanden werden kann und das habe ich einmal sehr schmerzhaft erfahren bei meiner ersten großen Liebe und mir dann das zum Thema gemacht, das zu verbessern.

Was war dein wichtigster Schritt, was hat dich zum Erfolg gebracht?

Ich glaube da sind viele Facetten wichtig. Ich hatte das Glück ein sehr gutes Studio zu haben, ich hatte das Glück zwei Mentoren zu haben, die mir sehr viel vermittelt haben, Peter Schröder und Rainer Kleinwächter, denen ich unfassbar viel zu verdanken habe und dann ist es natürlich auch ganz viel Glück dabei, die richtigen Menschen zu finden, die einen helfen.

Du bist sehr viel Unterwegs im Jahr. Wie oft bist du auf der Bühne?

Ich habe keine Zahl, aber in den Schulferien bin ich zu Hause, weil ich zwei kleine Kinder habe und alles was außerhalb der Schulferien ist, da bin ich dann unterwegs.

Bist du noch nervös wenn du auf die Bühne gehst, wie gehst du damit um?

Wenn ich nicht mehr nervös bin, muss ich aufhören, weil dann stimmt etwas nicht. Das Gegenteil von Nervosität ist nicht Souveränität, das Gegenteil davon ist Indifferenz und ich glaube auch ein Franck Ribery mit seinen 34 Jahren ist bei einem Champions League Spiel nervös. Der hat 10 Jahre auf Weltniveau gespielt und dennoch ist er nervös. Denn wenn er es nicht ist, dann werfen wir es ihm vor.

Nervosität ist etwas Grundgutes, denn Du bist immer auch präsent. Du kannst nicht nervös sein und in Gedanken irgendwo anders. Du bist Hier und Jetzt und von daher ist glaube ich der richtige Umgang mit Nervosität der, dass man sie willkommen heißt, dass man sich nicht dagegen wehrt, dass man nicht denk ich bin der einzige der hier nervös ist, alle anderen sind es nicht. Nervosität kann man nicht sehen und das ist für viele das Problem. Man denkt immer alle anderen sind unfassbar abgebrüht, nur ich bin hier der einzige der total Nervös ist. Das ist nicht der Fall, denn Nervosität ist Teil des Spiels und um es auf den Punkt zu bringen. Kein Grund nervös zu werden.

Wie bereitest Du Dich vor?

Es gibt eine Übung die ich großartig finde, eine Atemwahrnehmungsübung, eine uralte Idee sich zu fokussieren, eine Minute lang sehr bewusst zu atmen, vier Atemzüge in einer Minute etwa, das aber kontrolliert machen, das Fokussiert maximal, denn dadurch schaffst Du es, Dir diese tausend Gedanken die Dir durch den Kopf gehen möglicherweise zu vermeiden, denn das ist das Problem das uns vor einem Auftritt verrückt macht.

Wir denken hoffentlich funktioniert die Technik, hoffentlich vergesse ich den Text nicht usw. Vorbereitung ist das Beste Mittel gegen Nervosität, das wissen wir aus der Schule, wenn uns unvorbereitet ein Test überrascht hat, waren wir unfassbar nervös, waren wir vorbereitet, dann hatten wir die Nervosität eher im Griff, dies gilt auch für die Rede und dazu braucht es meines Erachtens eine sehr saubere Struktur. Wenn Du eine sehr saubere Struktur hast, dann kannst relativ Stress-Resistent Dich auch an die Dinge erinnern, die Du sagen möchtest.

Was sind Deine ersten Wege bevor es losgeht?

Ich mache es mir leicht, weil ich so gut wie nie Technik einsetze. Außer dem Mikrophon, das muss getestet werden, ich habe auch mein eigenes zur Not dabei. Was vielleicht nicht alle machen. Ein Tipp: Ich teste Headset gegen Handmikro, weil es gibt Locations wo das Handmikro viel besser funktioniert, ich kann es nicht erklären, aber oftmals ist der Klang von einem Handmikro viel besser als von einem Headset. Das checke ich dagegen und entscheide mich im Zweifel auch für das Handmikro. Und das ist alles, weil ich so gut wie nie mit Power Point arbeite und auch sonst keine Medien einsetze.

Wie lange brauchst Du um Dein Programm vorzubereiten?

Es dauert bei mir viele Jahre ein Thema zu entwickeln, ich habe so einen Dreijahres Rhythmus um ein neues Vortragsprogramm zu generieren, damit es für mich und die Zuhörer nicht langweilig wird und das braucht Zeit. Das Programm dann zu lernen geht relativ schnell, weil auch hier wieder die Strukturen ins Spiel kommen, wenn Du ein klares Storyboard hast. Meisten läuft es so, dass ich ein Buch schreibe über ein bestimmtes Thema, da ist die Substanz schon mal da.

Und dann musst Du, dass irgendwie in Struktur gießen und wenn Du da eine klare Struktur hast, dann dauert es nicht lange, damit das gelingt. Was ich dann gerne mache und was ich auch anderen ans Herz lege ist bevor ich auf eine große Bühne gehe, mache ich drei- viermal eine Generalprobe unter Echtbedingungen, d.h. ich nehme eine Lesung an, oder ich gehe zu einer Schule oder eine Uni, dort probiere ich das aus.

Hattest Du schon einmal Stimmprobleme? Wie wärmst Du Dich auf?

Ich hatte extreme Stimmprobleme, weil ich viele Jahre lang allergisches Asthma hatte und es nicht wusste und habe mir immer gedacht es hat etwas mit der Klimaanlage oder meiner Stimme zu tun, ich habe angefangen Schal zu tragen, was sehr schnell zu meinem Markenzeichen wurde, das war aber aus der Not geboren, weil ich Angst um meine Stimme hatte. Inzwischen bin ich medikamentös eingestellt, ich wärme jedoch meine Stimme gerne mit einer Übung von einem Dramaturgen auf. Summen, kauen und schlucken.

Also einen Summton erzeugen, dazu Kaubewegungen an und ab schlucken, dann unterbricht der Summton, danach wiedereinsetzen. Denn gerade am Anfang ist die Stimme etwas flatterig, Nervosität legt sich gerne auf die Stimme, wir sind kalt, dazu kommt oft auch die Klimaanlage, da ist diese Übung sehr hilfreich. Das kann man auch zum Weg zur Bühne machen. Viel Trinken, aber keine Kohlensäure, das ist was ich empfehlen kann.

Welche Bedeutung hat für Dich die GSA? (German Speaker Association)

Ich finde es schön, dass es einen Verband oder Verbund gibt, wo man sich treffen kann, denn wir sind ob wir jetzt in Institut haben oder nicht, mehr oder weniger Einzelkämpfer und es gibt wenig Austausch und deswegen schätze ich die GSA, weil Du im Grunde genommen über ganz banale Dinge sprechen kannst, alltägliche Dinge wie z.B. wo gibst Du im Hotel Trinkgeld. Gibst Du es der Raumpflegerin oder wem auch immer. Da kann ich mich mit Menschen die ein ähnliches Leben führen auch austauschen.

Das wird vielen Kollegen so gehen, denn viele meiner Freunde sind Nichtredner und die haben kein Verständnis dafür und da bin ich froh, dass es die GSA gibt wo ich mich über ganz profane Dinge unterhalten kann. Und ich habe viele Menschen bei der GSA kennen gelernt mit denen ich tiefgehende tragfähige Kooperationen mache.

 

Du hast sehr viele Bücher geschrieben, wie "der Schlüssel der Kommunikation" oder "mehr Wirkung durch Geschichten."

Bist Du wieder am Schreiben?

Für mich relativ neu ist das veröffentlichte Buch "Klarheit" und seit Ende des letzten Jahres auch das Vortragsprogramm und das genieße ich erstmal, es gibt Ideen für ein Buch in drei Jahren, aber am Schreiben bin ich noch nicht.

Was würdest Du Deinem jüngeren Selbst empfehlen?

Ich erzähle heute Dinge, die ich noch nie gesagt habe. ich bin Startreck Fan, viele wissen das nicht, ich bin früher so ein richtiger Trekki gewesen. Startreck ist ein Klassiker, da erkennst Du dann die Kenner. Ich war früher auf Konvention, ich komme tatsächlich aus der Nerd Ecke, das kann auch heute noch hie und da feststellen. Es gibt eine wunderbare Folge aus der Reihe "The next Generation", da geht es darum das Captain Picard durch einen Gott ähnliches Wesen die Möglichkeit hat, etwas in seinem Leben zu korrigieren und er korrigiert eine Auseinandersetzung die für ihn übel endete, er bekam ein künstliches Herz und es ist interessant zu sehen, was passiert.

Es ist ähnlich wie bei Butterfly Effekt, das hat Auswirkungen auf das ganze Leben, zum Teil nicht die Besten Auswirkungen, d.h. wenn Du Dich einmal mit diesem Film konfrontierst, hat alles einen Sinn und Du bist jetzt das Ergebnis der ganzen Dinge die Du gemacht hast, die Du erzählt und erlebt hast. Also wenn es stimmt, dass man aus Fehlern am meisten lernt, dann ist es meine Meinung auch wichtig, dass man diese Fehler gemacht hat, daher würde ich eher nichts korrigieren.

Hast Du Willam Shatner einmal persönlich kennen gelernt?

Ja habe ich tatsächlich, ich habe Scotty in Ham getroffen und Shatner in Bonn, ich bin aber eher der next Generation Anhänger und da ist natürlich Captain Picard mein Favorit. Patrick Stewart ist ja ein großartiger Schauspieler.

Was ist Deine persönliche Buchempfehlung?

Was mich sehr geprägt hat ist Erich Fromm, die Kunst des Liebens ist ein Buch das man meines Erachtens einmal gelesen haben sollte.

 

Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit. Servus und auf bald.

Dein 

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LINKS: 

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

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Meine persönliche Buchempfehlung:

Erich Fromm - die Kunst des Liebens.

 

Kontaktdaten des Interviewpartners.

René Borbonus
St. Barbara-Straße 36
56412 Ruppach-Goldhausen
Telefon +49 (0) 26 02 – 99 80 93
Telefax +49 (0) 26 02 – 99 80 94

E-Mail: kontakt@rene-borbonus.de

 

Kontaktdaten:

Rene-borbonus.de

 

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Written by garystuetz

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