Präsentieren - Don´t do it!

Kürzlich hatte ich wieder ein Seminar. Also nicht besucht, sondern selber abgehalten. Und es ist immer wieder interessant, wie es ist, wenn man Menschen aus der Komfortzone holt. Und genau das mache ich in meinen Seminaren, besser gesagt Trainings. Und meine gestrigen Teilnehmer waren lauter Sportler. Aus dem Alpin Bereich, also junge Skirennläufer, Kombinierer, Eishockeyspieler.

Erstaunlich ist es immer wieder zu beobachten, dass auch wenn sich die Teilnehmer untereinander kennen, sie sehr nervös sind, wenn sie vor Anderen stehen und reden sollen. Aber es macht Spaß miteinander die Verbesserungen zu erarbeiten, die dann am Ende des Tages auch ersichtlich werden. Und wenn dann die Daumen nach oben gehen, ist es auch für mich als Trainer oder Seminarleiter ein tolles Gefühl.

 

Um für Deine nächste Rede, Präsentation, Vortrag oder was auch immer Du vorhast sicherer zu werden, erfährst Du in der heutigen Folge einmal was so die häufigsten Fehler beim Präsentieren sind, damit Du diese gleich einmal vermeiden kannst. Ich sage es immer wieder.

Der erste Eindruck zählt, also nicht nur der persönliche Eindruck wie Wirkung, Präsenz, Ausdruck und Stimme, ich meine auch der erste Satz, der Einstieg ist ebenfalls entscheidend.

Daher lautet der Schlüssel zu einer guten Rede.

 

Du brauchst einen genialen Anfang und einen super Schluss. Denn vor allem den Schluss merkst sich Dein Gegenüber.

 

Peter Ustinov – eigentlich heißt er Sir Peter Alexander Baron von Ustinov, er war ein britischer Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur.

Er sagt sogar:

 

Du brauchst einen genialen Anfang, einen genialen Schluss und so wenig wie möglich dazwischen.

 

Naja, ein bisschen Content schadet dazwischen wohl auch nicht. Denn sonst schlafen die Zuhörer ein.

Also plane Deinen Einstieg. Aber nicht kurz vorher, außer Du kannst so etwas, sondern in der Vorbereitung. Ich mache das immer, wenn ich mich im Büro oder zu Hause vorbereite, meinen Einstieg total durchplane und auch durchspiele.

 

Denn stimmt der Einstieg, dann hast Du schon einmal Deine Zuhörer auf Deiner Seite.

 

Ein schlimmer Fehler ist, wenn der Vortragende sofort mit dem Thema loslegt. Denn dadurch stellt er keinen sachlichen und persönlichen Bezug zum Thema her. Und auch nicht zum Publikum. Wer immer das auch sein mag. Denn auch in einem Gespräch mit dem Kunden sollte schon der Einstieg passen.

Mir hat einmal ein sehr bekannter Musiker gesagt, das ist sonst so, wie wenn Du eine Frau kennen lernst und quasi sofort mit der Tür ins Haus fällst. Ich denke Du weißt was ich meine.

Ein weiterer naja Fehler möchte ich hier jetzt nicht so sagen, denn ob es ein Fehler ist oder nicht, soll derjenige selber entscheiden. Daher sage ich einfach. Was Du vermeiden sollst.

Wenn der Vortragende zu viel und in einer komplizierten Sprache spricht, mit vielen Fach- und Fremdwörtern, Abkürzungen und Schachtelsätzen. Das klingt zum einen geschwollen, also so richtig wichtig. Schau mal wie toll ich bin, was ich für einen tollen Wortschatz ich habe. Kommt nicht gut. Bleib authentisch und bleib einfach Du selber.

Oder:

Er oder Sie redet zu schnell oder zu langsam. Langsam wäre vielleicht sogar noch besser als zu schnell. Das zu schnell sprechen kommt meist auch davon, wenn Du nervös bist. Geht mir genauso. Wenn ich nervös bin, dann muss ich meinen Autopiloten ausschalten, d.h. bewusst von außen eingreifen, mir bewusstmachen, aufpassen, nicht zu schnell sprechen. Have Time. Am besten vorher einige Male tief durchatmen.

Was noch dagegen hilft ist die progressive Muskelentspannung. Einfach den ganzen Körper für etwa 10 Sekunden total anspannen. Danach wieder lockerlassen und das Ganze noch einmal wiederholen.

Bei der progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobson, vielleicht kennst Du sie auch unter dem Namen PME, handelt es sich um ein Entspannungsverfahren, bei dem durch die bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll.

 

Und das reduziert auch die Nervosität.

 

D.h. es werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt, die Muskelspannung wird kurzgehalten, und anschließend wird die Spannung gelöst.

Ich mache das z. Bsp., wenn ich kurz vor Anderen sprechen soll. Und was das Tolle dabei ist. Es merkt keiner wenn Du die Muskeln anspannst. Außer Du machst einen etwas komischen, gequälten Gesichtsausdruck dazu.

Weiter zu vermeiden ist es ohne Sprechpause und ohne Betonung zu reden. Das langweilt, das ist eintönig. Das Ergebnis. Es wirkt einschläfernd, man verliert das Interesse an dem was Du zu sagen hast, oder was Du sagst.

Reden bzw. sprechen ohne bildlicher und konkreter Beispiele oder auch Vergleiche. Bilder im Kopf erzeugen. Denn dadurch verschaffst Du Aufmerksamkeit. In meinen Seminaren sage ich dann immer.

Stell Dir vor.

Du bist in der Schule und der Geschichtslehrer sagt zu Dir.

"Merke Dir folgende Zahlen. 1809 Napoleon hat in Aspen gegen Österreich gekämpft. 1492 hat Kolumbus die neue Welt entdeckt." Usw. Das ist langweilig. Wenn jedoch derselbe Lehrer Dir eine Story erzählt, dann merkst Du Dir das.

Selbes Beispiel, selber Lehrer.

Es war Mai 1809, das stand Napoleon mit seinem Heer in Aspern den Österreichern gegenüber. Es hat geregnet, die Soldaten waren bis auf die Haut durchnässt, es war kalt. Ob das Wetter wirklich so war, das weiß ich jetzt nicht. Es könnte auch die Sonne geschienen haben.

Übrigens.

Aspern liegt östlich von Wien und die Schlacht gilt als erste Niederlage Napoleons auf dem Schlachtfeld. Diese Österreicher. 😊

Und dasselbe kann der Herr Lehrer auch bei Kolumbus machen. Eine Geschichte erzählen, Bilder im Kopf erzeugen, mit Storytelling arbeiten. Das erhöht die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer enorm.

Weiteres gilt es zu vermeiden.

Ich sage dazu. Betreutes Lesen. Soll heißen, der Vortrag wird komplett abgelesen! Oft sogar von einer Power Point Präsentation.

Hier ein Tipp.

 

Lies nie das was auf der Folie steht, sondern finde Deine eigenen Worte.

 

Denn Du kannst davon ausgehen, dass Deine Zuhörer, Kollegen, Kunden oder wer auch immer das sein mögen, lesen in der Schule gelernt haben.

Oder was auch gerne passiert, dass die Folien oder Buchstaben auf der Flipp Chart so klein geschrieben sind, dass sie nur aus 5 Meter Entfernung lesbar sind, nicht aber in den hinteren Reihen. Auch mit den Farben aufpassen. Denn Gelb auf Weiß kommt nicht gut. Ist schlecht lesbar.

Dann haben wir noch den Vortragenden der ausschließlich mit dem Thema beschäftigt ist und komplett vergisst, dass ihm jemand zuhört. Das heißt. Es fehlt an Blickkontakt, am Eingehen auf Zwischenfragen oder auch an Einbeziehung der Teilnehmer durch Fragen.

 

Auch Fragen verbinden und erhöhen das Interesse ergo die Aufmerksamkeit.

 

Hier habe ich noch ein paar Tipps gegen das Lampenfieber für Dich.

 

Nur wer gut vorbereitet ist, wird auch gut starten, daher.

 

Gute Vorbereitung ist eine wichtige Voraussetzung für jede Rede und jeden Vortrag!

 

Daher den Vortrag oder das Vortragen üben!

 

Bevor es losgeht nochmals alle nötigen Hilfsmittel überprüfen! Also die Medien die zum Einsatz kommen, die Technik wie Mikrophon oder was auch immer Du einsetzt.

Daher.

 

Sei rechtzeitig vor Ort. Auch bei einem Meeting wäre das sinnvoll, obwohl ich weiß, das hier oft die Zeit fehlt.

 

Denke die letzten 15 Minuten vor dem Vortrag nicht mehr über diesen nach! Versuche Dich zu entspannen.

Hier noch einige Entspannungsmöglichkeiten.

 

Atme Dich runter, soll heißen. Gleichmäßig und tief atmen. Durch auf und abgehen kannst Du Dich auch etwas entspannen

 

Und bitte eines mache auf keinen Fall. Kein Schauspieler oder Sänger würde so etwa machen.

 

Weise niemals auf einen Fehler hin.

 

Denn nur Du kennst den Inhalt Deiner Präsentation. Stelle Dir vor Du hast ein Kundenmeeting, es geht wieder einmal um viel Geld, um einen großen Auftrag und dann übersiehst Du bei Deiner Präsentation etwas und sagt, oh jetzt habe ich etwas vergessen, das gehört eigentlich hier hin. Das ist weder professionell noch kommt es bei Deinem Kunden eher nicht gut an.

 

Bleib locker, baue es wenn es geht später ein, wenn es eine Folie ist, dann kannst Du vielleicht eine Pause nutzen um die Folien zu verschieben.

 

Aber falls Du einmal einen Hänger hast.

Hier noch einige Tipps fürs Steckenbleiben.

Mir ist es in meiner Zeit als Moderator immer wieder einmal passiert, dass ich mich versprochen habe, den falschen Knopf gedrückt habe oder einfach den berühmten Faden verloren habe.

Das habe ich zugegeben. Oh, jetzt habe ich den Faden verloren". Das ist je kein Fehler. Das macht Dich nur menschlich. Kann ja jeden mal passieren. Mache einfach einen Joke draus. Ich habe dann immer gesagt. „Super, ich sehe heute vor lauter Wald den Baum nicht.“

Was auch sehr gut hilft bei einem Hänger.

Stelle rhetorische Fragen. Wer, wie, was, usw. Oder wiederhole den letzten Satz. Mache eine Pause. Lasse etwas fallen. Den Presenter oder Kugelschreiber.

Ich hoffe, dass ich Dir in dieser Folge wieder einiges mitgeben konnte. In der nächsten Folge habe ich wieder einen Gast. Sie macht Kompetenz auf den ersten Blick sichtbar. Sie ist Expertin für Persönlichkeit und Wirkung, erfolgreiche Vortragsrednerin, Trainerin und Coach.

In Ihren Content geht es auch um Authentizität, Selbstbewusstsein. Für Berufseinsteiger, Aufsteiger oder mit dem Wunsch nach Veränderung - egal ob beruflich oder privat. Zeige wer Du bist und wofür Du stehst. Ich freue mich auf Stylingexpertin Elisabeth Motsch.

Ich freue mich wenn du mir eine E-Mail schickst. Welche Themen du dir wünscht, was Deine größte Hürde ist, wenn darum geht vor anderen zu sprechen. Einfach an info@stimmpuls.com schreiben.

Und wenn Du keine Folge verpassen möchtest, dann abonniere am besten diesen Podcast direkt bei iTunes oder dem Podcast Player Deines Vertrauens.

 

Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit. Servus und auf bald.

Dein

 

 

LINKS: 

Mehr von mir erfährst Du auf  www.gary-stuetz.com

 

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Written by garystuetz

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