Präsentieren, so überzeugst Du richtig!

In dieser Folge geht es um Einstiegstechniken und warum diese so wichtig sind.

Es ist nicht jedermanns Sache eine Rede zu halten. Aber irgendwann, meist früher als später kommt jeder einmal in eine Situation, vor Leuten sprechen zu müssen. Aber keine Angst. Auch in dieser Folge gebe ich Dir wieder einige Tipps mit, wie Du eine erfolgreiche Rede, Veranstaltung, oder ein Meeting hältst, damit Du erfolgreich bleibst und beim Reden auch gehört wirst.

Das ist kein Grund sich verrückt zu machen! Ich gebe Dir heute wieder einiges mit, damit Du einen erfolgreichen Einstieg in Dein Meeting, in Deine Rede oder Präsentation hast.

Es ist gut, wenn Du einen Leitfaden im Hinterkopf hast, das mindert einmal die Nervosität im Vorfeld und wenn Du noch die wichtigsten rhetorischen Mittel, also so kleine Tricks für das Halten einer Rede kennst, dann ist das auch ein großer Vorteil.

Du hast Dir schon, bevor Du beginnst, im Vorfeld klargemacht, um was für eine Rede es sich handelt. Es könnte ja auch Deine beste Hochzeitsrede aller Zeiten sein, oder ein erfolgreiches Meeting, dass Dich in die nächst höhere Gehaltsklasse katapultiert. Dann ist es auch gut, sich über die Vortragsweise ein bisschen Gedanken zu machen. Und damit komme ich gleich zu unserem Einstieg.

 

Denn der erste Satz entscheidet, ob Dir Deine Zuhörer auch wirklich zuhören bei dem was Du sagst. Ob Du gleich von Beginn an Ihre Aufmerksamkeit hast.

 

Ich war wieder bei einem Netzwerkfrühstück. Bevor es losging mit dem Vortrag, haben wir Teilnehmer uns unterhalten, Kaffee getrunken, gefrühstückt, Visitenkarten ausgetauscht. Dann ging es los, der Veranstalten hat seine Begrüßungsrede gehalten. Für mich wieder einmal ein „Aha“ bzw. „Oha – Effekt“.

Der erste Satz mit dem er auf sich aufmerksam gemacht hat lautete:

„Schönen guten Morgen sehr verehrte Damen und Herren, schön dass Sie so zahlreich erschienen sind.:“ Ich zitiere an dieser Stelle meinen Kollegen René Borbonus, der seine Vorträge immer mit diesem Satz beginnt. Als Abschreckung quasi.

Denn wie kann man unzahlreich erscheinen? Das „zahlreich erscheinen“ hat der Verantwortliche dann noch einmal gesagt. Natürlich war er sich dessen nicht bewusst. Wahrscheinlich kennt er die Geheimnisse des ersten Eindrucks nicht.

Es gibt ja drei Phasen einer Rede.

Das sind die Einleitung, der Hauptteil und der Schluss. Ist wie in der Schule bei einem Aufsatz. Und dieser erste Satz soll halt wirken. Aufmerksamkeit erzeugen.

 

Und dieser erste Satz soll wohl überlegt sein.

 

Wenn ich irgendwo sprechen soll, dann überlege ich mir im Vorfeld wie ich beginne.

Ich werde öfters gefragt, „Hey Gary wie soll ich denn beginnen?“ Nimm am besten irgendwas aus dem was Du sagen möchtest.

 

Ein Zitat, stelle eine Frage und erst im zweiten Anlauf sage „schönen guten Morgen, Abend“ oder was auch immer.

Sattle doch einmal das Pferd von hinten auf. Damit schaffst Du Dir gleich einmal die Aufmerksamkeit die Du verdienst. Und um die geht es. Um die Aufmerksamkeit. Denn es ist nicht einfach, wenn der Lärmpegel hoch ist, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Aber "zahlreich erscheinen" klingt das sehr langweilig.

„Ist ihnen auch so warm wie mir?“ oder „Ich hoffe der Kaffee schmeckt, schönen guten Morgen.“

Beispielsweise. Ich mag solche Einstiege, denn es ist ein Spiel. Also für mich jedenfalls.

Daher:

 

Beginne mit etwas Unerwartetem!

Überlege einmal in wie vielen langweiligen Vorträgen, Meetings, Seminaren Du schon gesessen bist. Was passiert, wenn Du anders anfängst als alle erwarten. Du erhöhst die Aufmerksamkeit.  Deine Zuhörer werden Dich erwartungsvoll ansehen. Sie werden sich denken, wao Mal was Anderes.

Und dann im zweiten Anlauf begrüßt Du Deine Kollegen oder Anwesenden.

 

Ich empfehle solche Anfänge, solche Einstiegssätze vor allem Frauen.

 

Denn liebe Damen, ich weiß, ihr habt es oftmals schwerer als wir Männer. Und daher wirst Du durch solche Einstiegstechniken erfolgreich überzeugen. Aber – danach sollte es spannend weitergehen, denn Deine Rede, Dein Vortrag, Dein Referat, darf die Leute auf keinen Fall langweilen.

 

Durch solche Einstiegssätze, durch diese Einstiegstechnik, beziehst Du Deine Zuhörer nämlich von Anfang an mit ein.

 

Damit kannst Du jedoch auch schon im Vorfeld beginnen, wenn Du die Zeit hast. Es kommt auf die Art des Vortrages ein. Bei einem Meeting wird das eher nicht möglich sein, da ist es zeitlich sowieso schon knapp. Aber sonst, ich mache das ebenso, quatsche ich mit einigen Leuten. Führe Smalltalk wie man so schön sagt.

Ich finde so Einstiegstechniken spannend. Bei jedem meiner Trainings beginne ich anders. Das ist für mich die Herausforderung. Immer wieder einen neuen Einstiegssatz zu finden.

Viele beginnen einen Vortrag oder eine Rede mit einem kleinen Überblick. Also was jetzt so kommt. Das kann die Tagesordnung sein, oder der Aufbau des Vortrages.

Beispiel:

„Schön, dass Sie so zahlreich, … „„Wir wollen zunächst einmal einen Blick auf den Inhalt werfen, gehen dann auch tiefer in das Thema ein, bla, bla, bla.“

Wie langweilig. Du nimmst ja gleich einmal die ganze Spannung raus. Stell Dir vor, Du erzählst von Deinem tollen Wochenende.
„Also zunächst einmal erzähle ich Dir wie lange wir im Stau standen, dann erfährst Du die Details über unser tolles Hotel.“

Das machst Du ja auch nicht. Warum soll dann Deine Rede langweilen?

Wenn Du andere begeistern möchtest, egal ob privat oder beruflich, dann mache es spannend. Denn eine Übersicht die mir als Zuhörer gleich zeigt was kommt, ist wie, wenn Du ins Kino gehst und bevor der Film so richtig losgeht, erfährst Du gleich einmal um was es in den verschiedensten Szenen geht.

Da bin ich wieder bei meiner Power Point Präsentation. Ich brauche kein Betreutes lesen. Das kann ich selber lesen, was da oben steht.

Also vor allem, wenn Du jemanden etwas beibringen möchtest, dann macht das durchaus Sinn, so eine Vorschau, so eine Struktur. Wie im Unterricht. Es lernt sich leichter mit einer Struktur.

Ich persönlich liebe es bei großen Events oder Shows, mit meinem Opener angekündigt zu werden. Das kennst Du sicherlich vom Fernsehen, wenn der Moderator die Bühne betritt, dann kommt die spezielle Musik, der Name des Moderators wird von einem Sprecher oder einer Sprecherin angekündigt.

Ich arbeite deswegen gerne mit so einem Opener, denn dann weiß jeder, jetzt geht’s los. Vor allem die Techniker, Musiker oder auch ich als Moderator.

Aber bitte Vorsicht mit solchen Dingen. Weniger ist oft mehr. Denn wenn Du jetzt als Opener pompöse Fanfaren benutzt, die Eröffnungsmusik wie bei einer Science-Fiction Film oder Action Film ertönt, dann geht das ganz schnell in die Hose.

Denn wenn jetzt nicht wirklich was ganz Außergewöhnliches, was ganz Tolles kommt, dann bist Du eine wahre Enttäuschung für das Publikum. Denn die erwarten sich bei so einem spektakulären Opener ein wahres Feuerwerk an Action. Die Erwartungen der Zuhörer sind riesig.

Daher, weniger ist oft mehr.

Und noch etwas Wichtiges:

 

Kündige Dich bei einem Opener niemals selber an.

 

Suche Dir entweder einen Profi, der für Dich Deine Ankündigung spricht, oder jemanden der eine gute Stimme hat. Denn wir sind gleich wieder beim ersten Eindruck.

Noch ein heißer Tipp:

Bitte passe auf bei der Auswahl der Musik, dass Du diese auch nutzen darfst. Einfach mal aus der Hitparade geklaut, geht nicht. Die Gema in Deutschland oder die AKM in Österreich verstehen da keinen Spaß. Das kann teuer werden.

Und noch etwas ist sehr hilfreich, wenn Du angekündigt wirst, oder einen Opener also eine Eröffnungsmusik verwendest.

 

Es schafft Aufmerksamkeit. Es wird ruhig in der Runde, im Publikum.

 

Bei einem Meeting rate ich Dir, wenn Du da vorne stehst, stelle Dich ganz ruhig und hüftbreit hin, sieh´- wie ich schon einmal erwähnt habe auf den Haaransatz der Menschen die Dir gegenübersitzen, lasse Deinen Blick von links nach rechts schweifen und zähle dabei in Gedanken 21, 22, 23. Also rund 3 Sekunden. Dann sollten es alle kapiert haben, dass Du mit dem Meeting beginnst.

Klappt auch in einem Seminar oder Vortrag.

 

Denn Sinn eines jeden Gespräches ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Interesse zu wecken.

Und überlege Dir im Vorfeld ob Du sitzen möchtest, oder doch stehen, vermeide es Dich zu räuspern, denn es geht los. Sonst ist Dein erster Eindruck nicht so professionell, wie Du vielleicht gedacht hast.

Richte Dir im Vorfeld alles so her, wie Du es Dir vorstellst, wie Du möchtest. Denn wenn Du bei einem Meeting oder bei Deinem Vortrag erst noch die Technik checkst, wenn schon Personen im Raum sind und die Technik vielleicht nicht so will wie Du, macht das auch keinen guten Eindruck. Denn, der erste Eindruck zählt, auch hier.

Und ich meine hier nicht Profiredner. Die sollten es wissen, wie es geht. Naja auch nicht alle. Nein ich meine Dich, der sich für sein Kundenmeeting vorbereitet, oder für seine tolle Geburtstagsparty, Hochzeitsfeier, Party oder was immer.

Auch hier kannst Du mit dem ersten Eindruck voll punkten.

Jetzt komme ich zu einem ganz wichtigen Thema und ich sage es immer wieder, weil es so wichtig ist.

Der Anfang.

Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen die vor Anderen sprechen, die sich vor Anderen präsenteren gleich loslegen.

Die warten nicht ab bis sie „auf der Bühne“ stehen. Und Bühne ist alles. Das ganze Leben ist bekanntlich Bühne. Letztens bei diesem Netzwerkfrühstück, habe ich mich in 4 Augen Gesprächen präsentiert.

 

Das war meine Bühne.

 

Vor allem im Berufsleben ist diese „Bühne“ so wichtig. Wenn Du die kleinen Tricks kennst, wirst Du viel erfolgreicher ankommen. Und das wollen wir doch alle.

So macht es der Profi. Er nutzt Pausen, wartet bis er die ungeteilte Aufmerksamkeit. hat. Hat sich im Vorfeld seinen Einstieg überlegt und dann schlägt er zu.

Vorsicht mit dem Anfang vor dem Anfang.

 

Also wenn es bevor es losgeht noch etwas zu klären gibt. „Bevor ich beginne, bitte ich den Autofahrer mit dem Kennzeichen, usw.“

Damit hast Du Deinen ersten Eindruck, Deine Einstiegsrede gleich einmal in den Wind geschossen. Es ist sehr nervig für alle Beteiligten, wenn Du so beginnst.

Auch gleich mit einer Begrüßungs-Triade oder Dankes-Rede zu beginnen. Auch nicht profesionell. „Bevor ich beginne, möchte ich mich bei bla, bla, bla bedanken.“

Ich mache das auch, aber erst, wenn ich meinen Einstiegsatz hinter mir habe. Ich nutze solche Dinge oftmals auch, wenn es Gäste gibt, Interviewpartner die erst zu mir kommen müssen. Also nutze ich solche Pausen ganz gerne mich einmal im groben zu bedanken, nicht bei jedem einzelnen. Das langweilt das Publikum. Es kann jedoch sein, dass es vom Veranstalter, vom Vorstand, vom Unternehmen gewünscht wird.

 

Dann jedoch bitte auch erst, nachdem Du mit Deinem genialen Einstieg überzeugt hast.

 

Ein guter Einstieg, eine gute Rede beginnt nicht! mit dem Anfang. Klingt vielleicht etwas komisch für Dich ist aber so. In der Schule, ja da beginnst Du Deinen Aufsatz mit dem Anfang. Aber um vor Zuhörern richtig Aufmerksamkeit zu erzeugen, Deinen Gesprächspartner zu fesseln, mache es spannend. So wie gute Redner.

Warst Du schon einmal bei einer Lesung? Wenn’s einer richtig gut ist, dann macht der Leser oder die Leserin sage ich jetzt einmal, lange Pausen. Und noch etwas.

 

Lieber kurz und knackig als überhaupt nicht auf den Punkt kommen.

 

In meinem Podcast erfährst Du in einer der kommenden Folgen auch mehr über die positive Sprache, über die Kraft der Sprache und warum die so wichtig ist. 

Hier gleich vorab ein heißer Tipp.

Viele beginnen ihre Rede, ihr Meeting indem sie etwas erklären oder etwas möchte, würden gerne hätten.

„Ich möchte mich als erstes bei dem bedanken, …

 

„Ich würde Sie gerne bitten, …“

Tun Sie es! Denn wenn Sie es möchten oder gerne hätten, dann ist das ein Wunsch. Wenn Sie es stattdessen Tun, ist es eine Aufforderung. „Ich bedanke mich bei Herrn/Frau Mitarbeiter für…“
D.h. Sie wissen zwar was Sie tun wollen sagen es aber so als ob Sie sich nicht ganz sicher wären.

 

„Wir könnten jetzt, …. Ich hätte gerne, … usw.“

Und noch eins. Was ganz Wichtig ist. Warum? Weil es absolut unprofessionell ist. Wenn etwas nicht so ist, wie Du es Dir wünscht, oder wie es sein soll, sprich das kurz an. Aber entschuldige Dich nicht. Geben Sie niemals einen Fehler zu! Das macht kein Sänger, kein Schauspieler.

 

„Eigentlich sollte hier jetzt eine andere Folie kommen.“„Die Präsentation war eigentlich ganz anders geplant...“

Oder:
„Ich bin hier eigentlich nicht der Fachmann, das ist mein Kollege, …“

„Ich weiß, die Folien sind nicht ganz so professionell, …“

Sie machen sich dadurch nicht nur kleiner, Sie machen sich angreifbar und es kann ziemlich nervig sein.
Noch etwas kann unprofessionell wirken, wenn Sie Stimmungsfragen stellen. Während eines Vortrages Fragen zu stellen, macht ja Sinn. Sogenannte W-Fragen, offene Fragen führen zu einem Dialog, aktivieren das Publikum, den Zuhörer oder Kunden, bauen auch Spannung auf.

Aber zu fragen „Seid ihr gut drauf?“, oder „Geht’s euch gut? Ich will ein ja hören!“

Also ich finde so etwas geht gar nicht. Außer es ist ein Event, wo alle schon etwas zu tief ins Glas geguckt haben. Aber bleiben Sie professionell. Ich sage immer.

 

Weniger ist oft mehr.

 

Ich verrate noch mehr über die so wichtigen Einstiegstechniken. Aber erst in einer der kommenden Folgen. Für morgen habe ich mir einen Interviewgast geholt.

Er ist Schauspieler, Autor für verschiedene Fernsehserien und einer der ganz großen Speaker im deutschsprachigen Raum und kennt diese Tipps und Tricks rund um das präsentieren. Und er weiß auch warum Thomas Gottschalk bei seinen Life Shows nicht ohne seine Assistentin auskommt. Ich freue mich auf Michael Rossié.

 

Herzlichst

Dein

Entspannter sprechen als Obama! Reden Sie noch, oder werden Sie schon gehört?

 

 

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Written by garystuetz

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