präsenz und authentizität

Präsenz zeigen und sicher sprechen!

In dieser Folge gehe ich nochmals etwas tiefer in die Materie. Grund dafür ist ein Mail, welches mir eine Frau geschrieben hat.

Sie schreibt. :

„Ich habe große Angst, wenn ich vor Gruppen sprechen muss. Seit 1,5 Jahren muss ich täglich vor meinen Kollegen sprechen. Es sind nur ein paar Sätze, die ich sagen muss, aber es bereitet mir jeden Tag noch die gleichen Schwierigkeiten, wie beim ersten Mal.

Je mehr Kollegen dabei sind, desto schlimmer ist es. Bei kleineren Gruppen geht es einigermaßen. Es funktioniert zwar dann soweit, dass ich damit leben könnte. Aber es belastet mich sehr. Als ich den Job begonnen habe ich ja gewusst, dass diese tägliche Rede-Situation auf mich zukommt, aber ich habe mir gedacht, dass es mich weiterbringen könnte und das die Angst mit der Zeit nachlassen würde. Dem ist leider nicht so.

Ich habe bereits eine analytische Therapie hinter mir. Das jat mir schon geholfen, aber „leider“ nur in anderen Bereichen meines Lebens, nur bisher nicht in der besagten Rede-Situation vor meinen Kollegen.

Da ich demnächst wieder den Arbeitsplatz wechseln werde, die Rede-Situation bleibt jedoch bestehen und auch in eine andere Stadt ziehen werde, überlege ich jetzt was ich noch machen kann, um auch das Reden vor Gruppen in den Griff zu bekommen. Ich habe an eine Art Gruppentherapie gedacht. Allerdings habe ich schon mal ein Seminar gegen Regeangst gemacht, und das hat nicht wirklich geholfen.

Lieber Gary, hast Du einen guten Tipp für mich? Ich denke, auch andere Menschen haben ähnliche Probleme. Mich würde auch interessieren wie sie damit fertig geworden sind? Kannst Du mir helfen?

 

Natürlich kann ich Dir weiterhelfen. Besser gesagt. Ich habe einen ganzen Koffer voller Tipps.

Daher beginne ich erstmal von vorne.  Also mit unserer Stimme. Denn sie ist auch ein ganz wichtiger Teil bei Nervosität. Sie kann nämlich zum Verräter werden. Denn der Klang unserer Stimme und unsere Art zu sprechen entscheidet mit, ob wir gehört werden. Ob uns andere sympathisch finden. Ob sie uns vertrauen. Das habe ich schon des Öfteren erwähnt.

Übrigens habe ich solche Tipps schon in einigen meiner Folgen erwähnt. Mache es jedoch aufgrund der Dringlichkeit bzw. der Bitte noch einmal.

D.h. wenn Du nervös bist, kommt die Stimme in einen Alarmbereich, der oberen Indifferenzstimmlage. Anders ausgedrückt. Sie wird höher, rauer und oftmals wirst Du auch leiser sprechen.

Aus diesem Grund erkläre ich Dir nochmal genauer, was eigentlich Nervosität ist.

 

Präsent in jeder Richtung

Es ist eine innere Gemütsverfassung, so eine innere Unruhe. Im Grunde genommen die Entfernung vom Ruhezustand und Nervosität stellt den Verlust oder die Verringerung der Gelassenheit dar. Anders ausgedrückt.

 

Es ist der Zusammenhang zwischen Nervenfunktionen und seelischem Befinden bzw. der Gemütsverfassung.

 

Körperliche Symptome können sein. Hier einige Beispiel:

 

  • Unruhe
  • beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag (Herzrasen, Herzrhythmusstörungen)
  • erhöhte Atemfrequenz
  • vermehrtes Schwitzen, feuchte Händ
  • Händezittern
  • Erröten im Gesicht oder Blässe
  • flaues Gefühl im Magen, mitunter Durchfall
  • motorische Unruhe (Zappeligkeit und Hibbeligkeit)

 

Wegen der Nervosität lassen wir uns jetzt aber nicht unterkriegen. Weg damit!

 

Ich habe hier eine kleine Geschichte für Dich.

Es ist schon sehr lange her, Queen Elizabeth II, sie war damals noch nicht geboren. Also vor rund 90 jahren. Da hat sich ihr Vater Georg VI bis auf die Knochen blamiert.

Warum?

Er hat vor einem großen Publikum gesprochen, doch die Menschen haben kaum verstanden, was der künftigen Königs so von sich gab. Denn seine schüchterne Art zu sprechen, empfanden viele als unangenehm und peinlich. Obwohl er über ein Mikrofon gesprochen hat. Aber sein Stottern und leise sprechen ist nicht angekommen. Ergo. Er wurde nicht gehört. Der Inhalt seiner Rede ist dabei völlig untergegangen.

 

Ich verstehe, wie das ist wenn Du vor Menschen sprechen sollst, auch wenn es nur eine kleine Gruppe von 5 Personen ist. Du stehst dennoch im Mittelpunkt. Und das ist bekanntlich nicht jedermanns Sache.

Jetzt kommt zur Stimme noch die Redeangst dazu. Und das trifft für viele Menschen zu. Über 50 % der Menschen haben Probleme wenn es darum geht, vor anderen zu sprechen. Das habe ich in anderen Folgenschon ofter einmal angesprochen. Redeangst geht über das normale Maß an Lampenfieber hinaus und hindert uns daran, sogar überhaupt vor anderen Menschen zu sprechen.

Du hast vielleicht wenn Du dich mit deinen Freunden triffst überhaupt kein Problem drauf los zu plaudern. Erst wenn Du vor einer Gruppe Menschen im Mittelpunkt stehst, dann ist Schluß mit lustig. Dann hast du Angst, dass Du keinen Ton mehr herausbringst, oder den Faden verlierst. Viele Menschen haben Angst vor dem Versagen, Angst im Mittelpunkt zu stehen, Angst ausgelacht zu werden.

Daher:

Gib Deiner Angst keine Chance, soll heißen, lasse Deine Angst nicht die Oberhand gewinnen.

 

Nutze diese Energie und wandle diese positiv um.

Aber wie?

Ich sage Dir wie ich es mache. Also.

Vorbereitung ist alles. Sei es auf eine Rede, Ansprache oder auch einer Präsentation.

Beispielsweise.

Immer wenn ich mich auf etwas vorbereite, sei es eine Rede, ein Seminar bzw. Training, eine Moderation, dann gehe ich Step by Step vor. Ich plane es von Beginn an. Ich sehe mich quasi schon vor der Bühne oder den Teilnehmern. Ich spiele das ganze Szenario durch.

Stell Dir ein imaginäres Publikum vor. Bei mir ist es immer dieselbe Wand zu der ich spreche. Keine Angst. Ich leide noch nicht an Wahnvorstellungen. So eine geistige Vorstellung hilft ungemein.

Anschließend übst Du deinen Einstieg,deinen ersten Satz. Aber stelle Dir vor, wie Du vor deine Zuhörer trittst, wer immer das sein mag. Kann ja auch deine erfolgreichste Geburtstagsrede sein.

Du gehst also im Geiste die ersten Schritte bis zum bspw. Rednerpult, auf die Bühne, vor deinen Kunden. Nimm Dir wirklich diese Zeit, geh Schritt für Schritt nach vorne, nimm Dir deinen Platz.

Also, sei Dir deiner Wirkung und Präsenz voll bewusst. Nimm Raum ein, wie es so schön heißt. Spiele das immer und immer wieder zu Hause durch. Das gibt Sicherheit.

Dementsprechend weniger nervös wirst Du dann sein, da Du es ja schon zu Hause öfter geprobt hast. Ich mache das immer so. Wenn es um eine große Moderation geht, spiele ich mir zu Hause meinen Show Opener ein, dann habe ich immer dieselbe Stelle, wo ich stehe.

Das ist mein Platz. Das ist meine Bühne. Dann sehe ich zu meiner imaginären Publikumswand und sage meinen Text auf.

Wenn mir das nicht gefallen hat, versuche ich es gleich noch einmal. So lange, bis es problemlos klappt und passt.

Übrigens.

Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich kürzlich erlebt habe. Ich war wieder einmal bei einer Veranstaltung, wo sich Selbstständige in einer gewissen Zeit präsentieren konnten. Ich nutze diese Chance auch immer, denn es ist ein super Training. Du verbesserst dein Auftreten,deine Wirkung vor anderen dadurch enorm.

Also.

Eine Buchhalterin hat sich vorgestellt. Eine Menge kleiner Zettel in der Hand von der sie mehr oder weniger vorgelesen hat. Sie war unglaublich nervös. Hat gestottert, viele Äh´s im Satz, die sogenannten Zwischentöne. Woher diese kommen, erfährst Du ein einer anderen Folge. Die gute Frau hat dann ihre fünf Minuten heruntergebogen wie es so schön heißt und war total froh es vollbracht zu haben.

Das Problem war nur. Ich bin schon nach den ersten zwei Sätzen gedanklich ausgestiegen. The Brain ging auf Reisen. Es war langweilig und die ganze Information, warum ich gerade sie als Buchhalterin engagieren sollte, war futsch. Game over. Der erste Eindruck zählt. Der ging verloren. Schade.

Danach kam sie zu mir, weil sie auch meine Performance gesehen hat und sie hat mich gefragt. „Wie war´s denn?“ Soll ich jetzt die Wahrheit sagen, dass es hmhm… war? Oder ganz höflich bleiben und sagen. „Es ist ziemlich verbesserungsdürftig.“ Habe mich für die zweite Wahl entschieden und ihr gesagt, sie hätte sich besser vorbereiten sollen.

Daraufhin antwortete sie mir: „Wenn ich mich vorbereite, bin ich noch nervöser.“

So etwas habe ich überhaupt noch nie gehört, kann es jedoch irgendwie verstehen. Denn dadurch beschäftigst Du Dich mit diesem Thema schon im Vorfeld und die Nervosität steigt schon bevor der Tag X überhaupt kommt.

Aber, das geht mir ebenso! Ich kenne das. Ich bin meist schon drei Wochen vorher total nervös. Mit der vorhin angesprochenen Methode des Trainings, wirst Du deine Nervosität in den Griff bekommen, da Du das Szenario ja schon des Öfteren durchgespielt hast und es wenn es darauf ankommt, den Druck nimmt.

Daher habe ich nochmals die Tipps für Dich zusammengefasst.

  • Suche Dir Deine Wand, Dein imaginäres Publikum
  • Stelle Dir vor, wie Du in Gedanken die Bühne, das Podium usw. betrittst.
  • Spiele gedanklich durch, wie Du Dich am Anfang hinstellst, was Du mit Deinen Händen machst
  • Übe Deinen ersten Satz.
  • Leg los mit Deinem Inhalt.

 

D.h. Üben, üben, üben und einfach TUN. Das sollte dir dann helfen, besser mit der Nervosität umzugehen. Und wenn Du dann immer noch nicht klarkommst, dann schreibe mir eine Mail. info@stimmpuls.com

Ich hoffe, dass ich Dir jetzt wieder wichtige Tipps mitgeben konnte.

Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine schöne Zeit.

Herzlichst Dein

Präsentieren sicher sprechen besser wirken

 

präsentieren sicher und wirkungsvoll

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Written by garystuetz

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