Körpersprache - Unsere Distanz Zone.

Körpersprache spricht schneller als ein gesprochenes Wort - immer! Erleben Sie den Podcast von Gary Stütz.

 
 
Körpersprache und Stimme

Körpersprache und unsere Distanz Zone.

Wie wir wissen, kommt es nicht nur auf unsere Stimme an, sondern auch wie wir auf andere wirken. Und nachdem wir in Folge 032 tiefe Einblicke von Profilerin Patricia Staniek bzgl. Körpersprache erhalten haben, möchte ich da noch etwas weiter in die doch so wichtige Materie hineinstoßen. Der menschliche Körper sendet ständig Botschaften aus, die wir auch mit unserem Unterbewusstsein wahrnehmen. Anders gesagt. Diese Signale können wir auch entschlüsseln, bzw. erkennen.

Denn die Körpersprache zu lesen, kann man lernen. Das ist jetzt keine Zauberei oder Magie. Es kommt auf die Beobachtung und Wahrnehmung an. Und sich ein bisschen damit zu beschäftigen, kann vor allem im Geschäftsleben von Vorteil sein.

Stell Dir vor, du hast ein Kundengespräch. Gegenüber von dir sitzt der liebe Kunde und du präsentierst ihm deine Idee. Was dein Kunde dir kommuniziert, muss nicht unbedingt mit dem zu tun haben, was er wirklich über dein Angebot denkt. Auch die Mimik vom Gesicht oder den Händen, Körperhaltung usw. verraten einiges was dein Gegenüber wirklich denkt. Bei genauer Beobachtung erkennst du Schwindel, Abneigung oder Wahrheit. Und das gilt in jedem Gespräch.

Lass uns etwas tiefer in das Geheimnis der Körpersprache eintauchen. Aber warum wollen oder sollen wir eigentlich das Erkennen von Menschen lernen? Weil es unsere Kommunikation fördert und weil es uns in dem einen oder anderen Gespräch auch hilft. Damit meine ich vor allem die Welt des Business.

Egal ob bei einem Kundengespräch, Vorstellungs- oder Mitarbeitergespräch. Dabei geht es mir jetzt jedoch nicht darum andere zu beurteilen. Nein. Es geht mir darum erfolgreicher bei Verhandlungen zu agieren, zu erkennen welche Wirkung mein Gegenüber hat. Verhält er sich in einem Gespräch ablehnend oder offen. Es geht darum Menschen und ihre Gefühle zu erkennen bzw. zu lesen und zwar mit einer wertschätzenden und respektvollen Haltung.

Es ist spannend, wenn du dich etwas in Körpersprache auskennst, was du da alles erkennst. Wie jemand sitzt, wie jemand reagiert, also mit seiner Gesichtsmimik, was die Hände verraten. Und auch, wie wir selber auf unsere Umwelt wirken. Daher mache ich in meinen Seminaren immer eine Übung, bzw. lasse die Teilnehmer Bögen ausfüllen. Eigenbild- und Fremdbild. Sehr spannend was am Ende rauskommt.

So dann legen wir mal los mit unserer Körpersprache.

Wichtig ist, offen zu sein. Entsprechend hinzusehen. Also ich bin ja so ein Beobachter. Wenn ich beispielsweise in einem Kaffeehaus sitze, dann höre ich und sehe ich vieles.

Hast du schon einmal versucht, dem Gespräch des Nachbartisches zu lauschen? Geht super. Denn wir Menschen sprechen oftmals sehr laut. Vor allem wenn’s ums Handy geht. Im Bus, Zug oder auch in der Öffentlichkeit. Sobald die Menschen das Handy am Ohr haben, vergessen viele wo sie überhaupt sind.

Da wird drauflosgeplaudert und fremde Menschen erfahren, dass es der Oma nicht gut geht, dass die beste Freundin sich soeben getrennt hat, dass das Essen fertig ist usw. Sehr spannend. Obwohl, vieles wollen wir überhaupt nicht hören.

Wir hören viel und wir fangen vieles mit unseren Augen ein. Jetzt kann unser Gehirn diese ganzen Eindrücke filtern, einordnen, zuordnen, verarbeiten, analysieren, bewerten.

Wichtig ist auch zuhören anstatt nur hinzuhören.

Viele Menschen hören nur "Zu" anstatt "Hinzuhören“. Da nehme ich mich selber jetzt auch an der Nase. Klappt bei mir auch nicht immer. Hinhören heißt, im Hier- und Jetzt zu sein, jedes der Worte wahrzunehmen. Dabei geht es auch wieder um Respekt vor allem Wertschätzung.

In unserer heutigen sehr schnelllebigen Welt geht leider vieles verloren. Weil wir oft nur zuhören. Und was mir auffällt, wir haben das Fühlen verlernt. Also ich meine die eigene Selbstwahrnehmung. Die eigene Körpersensibilität. Ich wohne wie du weißt, in der wunderschönen Stadt Salzburg. Und die ist im Sommer immer knalle voll von Touristen. In der berühmten Getreidegasse ist das ein Geschubse und Gedränge.

Mir fällt jedoch auf, dass auch in Supermärkten, an der Kasse, oftmals so ein Geschubse stattfindet. Es gibt so den körpereigenen Intimbereich. Anders gesagt. Es geht um Proxemik.

 

Was ist Proxemik?

Die Proxemik ist eine bestimmte Form der nonverbalen Kommunikation und schließt die Beziehungen zwischen dem Körper des Sprechers und anderen Menschen oder Gegenständen in seiner Umgebung mit ein, d.h., das Schlüsselkonzept ist der Raum.

Besser gesagt.

Es ist unsere Distanzzone. Unser Raumverhalten. Damit ist der persönliche Raum gemeint.

Also dein eigener Raum den du brauchst um dich wohl zu fühlen. Wie weit lässt du Menschen bei einem Gespräch an dich heran. Wie nahe darf dir dein Gegenüber kommen. Es ist der Raum, den du dir für deine Kommunikation nimmst, bzw. nehmen lässt.

Es gibt Menschen, wenn sie mit dir kommunizieren, kommen sie ganz nah zu deinem Gesicht. Die durchdringen quasi deinen Kommunikations- Intimbereich. Ich meine jetzt hier nicht Familienmitglieder oder Partner.

Mir ist das immer sehr unangenehm, wenn mir jemand den ich nicht so gut kenne, bei einem Gespräch so nahekommt.

 

Wie geht es dir dabei?

Du kannst deine Distanzzone sehr leicht feststellen. Dazu habe ich eine kleine Übung für dich. Wichtig dabei ist, du brauchst jemanden also eine Testperson, die du nicht so gut kennst.

Ihr seht euch circa 3 m gegenüber. Dann diese Person anblicken und langsam, wirklich langsam kommt diese Person auf dich zu.

Jetzt spüre wie es sich anfühlt, wenn die Person näher kommt?

  • Wie lange ist das Näherkommen der Person angenehm für dich?
  • Kannst du Blickkontakt halten, oder musst du dich abwenden?
  • Wo wird es für dich unangenehm?
  • Wo sollte die Person stoppen und stehen bleiben?
  • Wo ist für dich die angemessene Grenze?

Das kannst du auch mit Personen machen, die du kennst. Genau dieselbe Übung. Und jetzt erkenne und fühle den Unterschied.

Damit komme ich wieder auf das Geschubse und Gewusel zurück. Mir fällt auf, dass die Menschen ihre eigene Distanzzone immer mehr verlieren. Sie spüren sich selber immer weniger.

Wenn ich irgendwo unterwegs bin wo viele Menschen sind, ich denke jetzt mal ans Einkaufen an einen Samstag. Da sprüe ich wenn sich jemand hinter mir befindet, oddr auf mich zukommt ohne mich umzusehen. Das ist mein Gefühl, das mir sagt, hier kommt mir jemand Nahe.

Ich spüre oder fühle meine Distanzzone.

Aber bei vielen Menschen ist diese nicht mehr vorhanden. Das ist mein Eindruck. Denn du gehst hinter jemanden, dann bleibt der vor dir plötzlich stehen. Wumm, läufst du schon in diesen hinein. Diese Menschen spüren nicht mehr wer hinter ihnen geht, ob jemand von der Seite kommt usw. Da gibt es viele Beispiele die ich dir jetzt nennen könnte.

 

Es gibt verschiedene Bereiche der Distanzzonen.

In einige lassen wir Menschen vordringen. Das sind diejenigen, die wir kennen, die uns Nahe stehen.

Das ist unser Bereich 1. Der Intimbereich.

Hier sprechen wir von einer Zone von rund 50 bis 60 cm.

Dann gibt es den Bereich 2.

Das ist der persönliche Bereich - die Zone des Vertrauens.
Hier ist der Bereich rund 60 bis 90 cm. In diesen Bereich lassen wir Menschen, denen wir vertrauen. Freunde und gute Bekannte etwa.

Dann haben wir noch Bereich 3.

Das ist so die erweiterte Distanzzone. Dieser Kreis ist etwas 1m bis 1,5 Meter. Das ist so die Zone wo wir weniger bekannte Menschen heranlassen, sage ich einmal. Wenn du beispielsweise jemanden begrüßt, denn du nicht so gut kennst.

Damit kommen wir zu Bereich 4.

Das ist der gesellschaftliche Rahmen.
Wir sprechen von einer Distanzzone von ungefähr 1,5m bis 4 Meter. Ein großer Bereich. Hier ist es schon eher unpersönlich. Denke an ein Gespräch bei deinem Bäcker, mit einem Handwerker usw. Da ist meist noch etwas zwischen uns. Der Verkäufer hinter seiner Wursttheke etwa.

Bereich 5.

Hier wird es noch unpersönlicher, denn wir sprechen von einem Rahmen von 2m bis 4 Meter. Hier wird schon etwas lauter kommuniziert. Du sitzt beispielsweise in einem Kaffee und drei Tische gegenüber begrüßt du einen Bekannten, ohne aufzustehen. Du sagst laut Hallo. So in etwa kann man sich diese Zone vorstellen.

Damit komme ich zu Bereich 6.

Da ist der kleine öffentliche Rahmen. Hier beträgt die Zone schon 4m bis 8 Meter. Ich denke da an Veranstaltungen, wo du Menschen begrüßt. Hier finden auch keine Berührungen mehr statt, denn die Distanz ist zu groß. Etwa, wenn ich einen Vortrag halte. Da ist der Abstand zu meinem Gegenüber schon größer.

Bereich 7.

Und das ist jetzt der große öffentliche Rahmen. Wenn ich auf der Bühne vor einigen Tausend Menschen moderiere. Da ist der Abstand jetzt schon sehr groß. Wir sprechen da von einer Distanz von mehr als 8 Metern.

Ich persönlich denke, dass wir Menschen durch diese ganze Automation uns immer mehr verlieren, uns immer weniger spüren. Das Navi sagt dir wohin und wie du fahren sollst, der Abstandmesser in deinem Auto bremst von alleine, ohne dass der Mensch darüber nachdenkt. Und so ergeht es auch mit unserer Distanzzone.

Wir erkennen bzw. spüren diese nicht mehr. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

Daher sollen wir den persönlichen Freiraum anderer Menschen respektieren, wieder mehr auf uns selber achten und uns auch spüren. Denn wer jemanden unerlaubt zu nahetritt, in seinen Intimbereich eindringt, macht sich nicht nur unsympathisch. Es ist auch eine Sache des Respektes.

Viel Spaß mit der oben genannten Übung. Ich hoffe du hast in dieser Folge wieder einiges für dich mitnehmen können. Und morgen erfahren wir dann, was das Fingerspiel, der Daumen schüttelt die Pflaumen bedeutet.

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Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein 

Präsentieren sicher sprechen besser wirken

 

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Written by garystuetz

1 Comment

Monika Richrath

Hallo Gary, hat mir sehr gut gefallen, die Feststellung, dass viele Menschen sich nicht mehr spüren und völlig distanzlos sind. Da ist mir gleich ein Erlebnis eingefallen, das ich in einer Rehaklinik hatte. Beim Anstellen für das Mittagessen habe ich die Herrschaften gebeten, bitte etwas mehr Abstand zu halten (ich fühlte mich sehr bedrängt), mit dem Ergebnis, dass sich alle drei lautstark über mich lustig gemacht haben.
Seitdem trete ich in Schlangen immer einen Schritt beiseite, damit niemand direkt hinter mir steht.

Herzliche Grüße, Monika

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