Sprechen wir wieder mehr miteinander!

 
 
Kommunikation und Präsentation

Gerade in der heutigen Zeit ist oder wird es immer wichtiger, wieder mehr Wert in die Kommunikation zu legen. Wir sprechen immer weniger miteinander. Wir leben in einer Kopf nach unten Gesellschaft. Du hast das sicherlich schon einmal erlebt. Beispiel Auto:

Du fährst in der Stadt mit dem Auto und plötzlich läuft dir jemand mit dem Handy in der Hand und den Kopf nach unten, einfach auf die Straße. Eh klar, er oder sie muss ja lesen was auf dem Handy steht, Die bemerken ihr Umfeld nicht mehr. Sie checken nicht mehr was rechts oder links passiert.

Ich höre es immer wieder, dass es auch in Unternehmen intern an der richtigen Kommunikation fehlt. Der Vertreib weiß nicht was das Marketing macht und umgekehrt. Die sehr erfolgreiche Verkaufstrainerin Ulrike Knauer hat mir einige Beispiele aus ihrem Berufsumfeld genannt.

Reicht es, wenn Top-Verkäufer ihre „Auftragsformulare“ auszufüllen, den Rest der internen Abwicklung zu überlassen und sich dem nächsten Kunden zuzuwenden?

 

Nehmen wir mal Herbert M. Er ist ein sehr erfolgreicher Verkäufer. Er weiß wie es geht und holt sich einen Auftrag nach dem anderen. Wenn Herbert M. von seinen Außendienst-Fahrten zurückkommt, dann ist er stolz, wieder viele Aufträge abgeschlossen zu haben. Sein erster Schritt ist sein Büro und sein Computer. Er gibt alle wichtigen Daten der neu erzielten Aufträge ein, damit der Verkaufs-Innendienst sie übernimmt und abwickelt. Für Herbert ist dieser Auftrag damit erledigt. Er hat das Geschäft eingefädelt, den Rest sollen jetzt andere erledigen.

Und damit kommen wir zur Kommunikation.

Zur internen Kommunikation. Denn Herbert ist geistig bereits beim nächsten Kunden. Er nimmt sich nie die Zeit, mit Kollegen zu plaudern oder sich auszutauschen. Herbert sieht sich als Top-Verkäufer, dessen Zeit draußen „an der Verkaufsfront“ am besten investiert ist. Das interne Geschehen, das was sonst im Unternehmen los ist, berührt ihn wenig. Herbert ist der Mann an der Front. Alles andere ist ihm egal. Außerdem ist es Herbert gewohnt am Jahresende wieder die Nr. Eins im Verkauf zu sein.

Angenommen, es gibt noch einen anderen Verkäufer in der Firma. Den nennen wir ihn mal Alexander F. Am Jahresende wurde Alexander F. zum Top Verkäufer ernannt.

 

Warum?

Er ist viel weniger an der Front als Herbert. Was ist geschehen, warum konnte das passieren? Was hat Herbert falsch gemacht?

 

Ganz einfach!

 

Herbert, der sich ja immer als Nr. Eins sieht, hat sich nur auf seine Kunden konzentriert. Er hat es völlig verabsäumt und übersehen, dass er auch die intensive Unterstützung aus dem Unternehmen braucht. Die Unterstütung der Kollegen. Herbert hat nicht daran gedacht, ein funktionierendes internes Netzwerk zum Innendienst, zum Versand und zu anderen bedeutsamen Schlüsselstellen aufzubauen.

Es fand keine Kommunikation statt. Also genau jene Stellen, die dafür sorgen, dass die bestellten Produkte verlässlich und in hoher Qualität zu seinen Kunden gelangen. Er hat nur spezielle Lieferzeiten und außergewöhnliche Anforderungen in sein Online-System eingegeben.

Darüber auf menschlicher Ebene auch zu sprechen, miteinander zu kommunizieren, die Netzwerke aufzubauen und damit intern auch wirksam zu werden, das hat er vernachlässigt. Ebenso wenig hat er sich auch sonst nicht über neue Produkte, deren Entwicklung und interne Abläufe informiert.

Damit kommen wir wieder zu Alexander F. zurück. Er verbringt viel mehr Zeit im Unternehmen und spricht mit verschiedenen Mitarbeitern aus diversen Abteilungen. Er kennt alle Neuigkeiten. Nach jedem großen Auftrag informiert er persönlich seine Kollegen vom Innendienst.

 

Alexander F. kommuniziert.

 

Er erzählt von der Verhandlung, was daran speziell war, was sich der Kunde wünscht und vieles mehr.

 

Anders ausgedrückt.

Er holt seine Kollegen emotional mit ins Boot. Er lässt sie teilhaben. Er teils seine Freude über seine positiven Abschlüsse. Er hat einen ganz anderen Draht zu seinen Kollegen, weil er mit ihnen kommuniziert. Er spricht mit ihnen. Dadurch wird er auch gerne von der internen Abwicklung, oder von anderen Abteilungen so gut wie möglich zu unterstützt.

 

Wie ging es weiter?

Die Mitarbeiter hatten die Aufträge von Alexander F. vor Jahresende noch schnell bearbeitet. Sie waren froh, ihn unterstützen zu können. Dafür sind die Aufträge von Herbert M. liegen geblieben. Sie wurden nicht mehr für dieses Jahr gezählt. Daher wurde Alexander F. zum besten Verkäufer des Jahres ausgezeichnet. Für Herbert hingeben war, dass ein regelrechter Tiefschlag.

Genauso läuft es in vielen Unternehmen täglich ab, sagt Ulrike Knauer.

Persönliche Beziehungen, aktiver „interner Vertrieb“ sind die Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Auch und gerade im Verkauf.
Denn, Verkäufer sind eine immens wichtige Schnittstelle des internen Vertriebs.

 

Daher: Sprechen wir wieder mehr miteinander.

 

Es geht jedoch nicht nur um den Verkauf. Auch Lehrer beispielsweise sollten sich auch der Wirkung niveauvollen Kommunikation bewusst sein. Neulich hatte ich ein sehr spannendes Gespräch mit einer ehemaligen Lehrerin. Sie arbeitet jetzt als Lehrercoach. Und in diesem Gespräch ging es um genau das Thema Kommunikation. So wie wir in den Wald hineinrufen, so schallt es bekanntlich zurück.

Und damit komme ich jetzt zur niveauvollen Sprache. Zum richtigen Kommunizieren.

 

Ich hatte letztens wieder ein Coaching. Ein Einzelcoaching oder Training. Ein junger Mann wollte einfach seine Kommunikation, seine Rhetorik verbessern. Ich habe ihm einen Text zum Vorlesen gegeben. Als erstes ist mir aufgefallen, er war sprechtechnisch schlampig. Also seine Aussprache war schlampig und er hat viel zu schnell gelesen bzw. gesprochen. Als Zuhörer musste man da schon sehr konzentriert hinhören, um alles zu verstehen.

Wir sind diesen Textabschnitt Schritt für Schritt durchgegangen. Im Folgenden ging es einmal darum, an seiner klaren Aussprache zu arbeiten, seinen Sprach-Rhythmus zu verbessern, die Tonalität, also Punkte, Kommas oder Ausrufezeichen zu beachten.

Jedenfalls haben wir diesen Textabschnitt, ich denke so 20 Mal durchgelesen. Immer und immer wieder. Dadurch wurde mein Kunde immer besser. Es war für ihn jedoch eine große Herausforderung, denn er war es nicht gewohnt, anders zu sprechen und zu lesen. Ich habe ihn aus seiner Komfortzone geholt.

Aber er hat den Unterschied gemerkt. Ich habe ihm einen anderen Focus gegeben. Jetzt muss er es nur noch üben und es sich angewöhnen, so zu sprechen. Dadurch wird er auch "gehört" und wahrgenommen.

 

Man hört ihm zu.

 

Ich gehe jetzt noch einen Schritt zurück. Bevor es soweit ist, dass wir eine schöne und klare Rhetorik und Artikulation bekommen, sollen wir und eines bewusstmachen.

 

Ohne Aufwärmen, kein schönes Sprechen. Denn viele Menschen sind sehr mundfaul.

 

Daher meine Frage. Was macht Marcel Hirscher bevor er ins Starthäuschen geht?

Genau. Er wärmt sich auf. Auch wenn du kein Moderator werden möchtest, hast du wahrscheinlich wenn du vor anderen sprichst oder präsentierst, Lampenfieber und Stress.

Als Profi kenne ich Tricks wie man sein Sprechwerkzeug, die Mundmuskulatur aufwärmt. Zum einen ist es wichtig, was Inhaltlich rauskommt und auch wie es rauskommt ist wichtig. Verständlich, klar und deutlich soll es sein. Du entscheidest jedoch selber ob du es versuchen möchtest.

Deine Stimme ist deine Visitenkarte.

 

Wie du wirkst, wie du sprichst. Das gilt in jedem Gespräch.

 

Weil – Stimme macht Stimmung. Du wirst wahrgenommen, du wirst „gehört“.  Deshalb ist aufwärmen so wichtig.

Was hat die Kartoffel mit dem Sprechen zu tun?

Hast du schon einmal eine heiße Kartoffel in den Mund genommen. Das machst du ganz vorsichtig mit den Zähnen. Denn sonst würdest du dir ja den Mund verbrennen. Die Zähne sind geschlossen, die hintere Mundhöhle ist geöffnet.

 

Hier ein Tipp:

Nimm deinen Zeigefinger und lege ihn auf das Kiefergelenk. Es ist geschlossen. Jetzt nimmst du mit der anderen Hand deinen Daumen und gibst ihn zwischen die Zähne. Aber bitte vorsichtig. Nicht in den Daumen hineinbeißen.

Merkst du wie sich das Kiefergelenk öffnet? Du kannst es auch mit einem Korken versuchen. Korken in den Mund nehmen und dann sprechen. Jetzt haben wir Raum in der Mundhöhle geschaffen. Wir bekommen dadurch auch eine klarere Aussprache. Wir sind offener.

Ich habe so zu üben begonnen. Wie die Schauspieler es auch machen. Mit dem Korken im Mund, dazu laut lesen und auch versuchen deutlich zu sprechen. Eine sehr wirkungsvolle Methode um deine Aussprache zu verbessern. Immer wenn ich ins Fernsehstudio fahre oder mich für eine Sprachaufnahme vorbereite, mache ich Aufwärmübungen.

Die Sprechmuskulatur aufwärmen. Lippenflattern wie ein Pferd, Gähnen, mit der Zunge den Mundraum erforschen. Alles was lockert, hilft.

Es geht jedoch auch um die Qualität der Sprache. Wir werden überall verführt, negativ zu denken, zu sprechen und zu handeln. „Only bad news are good news“ – die Medien sind voll davon.

Denn wir verwenden einen sehr hohen Anteil an negativer Sprache in unserem Wortschatz. Aber das ist eine andere Geschichte und eine andere Folge. Also.

Eine klare und verständliche Sprache ist wichtig.

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Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

 Präsentieren sicher sprechen besser wirken
 
präsentieren sicher und wirkungsvoll

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Written by garystuetz

2 Comments

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