Nutze auch du, die Macht des Atems!

 
 
Atem und Stimme

Was ist eigentlich der Atem?

Als Atem bezeichnet man die Luftmenge, die bei der Tätigkeit des Atmens (Luftholens oder Atemzug) bewegt wird.

Atmen ist ein lebenswichtiger Vorgang in unserem Körper. Das passiert einfach und läuft automatisch ab. Wir steuern die Atmung nicht bewusst, auch wenn wir sie willentlich beeinflussen können. Im Gegensatz zum Delfin, der seine Atmung bewusst steuert. Eine Vollnarkose würde er daher nicht überleben.

Der Delfin erneuert bei jedem Atemzug 80 bis 90 % seines Luftvolumens, der Mensch nur 15 bis 20 %. D.h. der Mensch atmet rund sechs Liter Luft pro Minute ein und aus.

 

Was passiert eigentlich zwischen dem Ein- und Ausatmen mit der Luft?

Durch die Nase oder den Mund ziehen wir Luft aus unserer Umgebung ein, diese geht vorbei an Kehlkopf und Stimmbändern gelangt sie über die Luftröhre in die Lunge mit ihren Bronchien und Alveolen. Dort findet dann der so genannte Gasaustausch statt. Sauerstoff aus der Luft wird vom Blut aufgenommen, Kohlendioxid als Abfallprodukt von Stoffwechselvorgängen an die Atemluft abgegeben.

 

Unser wichtigster Muskel ist nicht der A. Nein. Er fängt mit Z wie Zwerchfell an.

 

Das Zwerchfell ist ein unwillkürlicher Muskel, d.h. wir haben keinerlei Einfluss auf ihn. Das Zwerchfell ist ein ist ein flacher, scheibenförmiger Muskel, der den Oberkörper, also den Torso, in den Brust- und den Bauchraum teilt. Es trennt die linke Lungenhälfte von Magen und Milz und die rechte Hälfte der Lunge von der Leber ab. Das Zwerchfell ist kuppelförmig und an Brustbein, Rippenbögen und Lendenwirbel kuppelförmig befestigt.

Stell dir das Zwerchfell wie eine Luftpumpe vor. Beim Ausatmen hebt sich das Zwerchfell, beim Einatmen senkt es sich. Und unser wichtigster Atemmuskel ist richtig am Arbeiten. Rund 20.000-mal am Tag hebt und senkt sich dieser Muskel. Anders ausgedrückt. Beim Einatmen dehnt sich die Lunge aus und füllt sich mit Luft. Das erkennst du indem sich dein Brustkorb hebt.

 

Besser erklärt.

Die komplette Umgebung ist anatomisch darauf eingerichtet. Dadurch kann sich die Lunge nach oben und vorne ausdehnen. Auch nach unten hin wird Platz gemacht und die Lunge kann sich ebenfalls ausfüllen. Das Zwerchfell, das Bauchraum und Brustraum voneinander abgrenzt, macht bei richtiger Atmung, also der Bauchatmung, übrigens etwa 80 Prozent des Atemvolumens aus.

Unser Atem geht mit jedem Gedanken, jeder Regung mit. Angenehme Gedanken lassen tiefe Atemzüge zu, Stress macht kurzatmig. Dir ist sicherlich schon des Öfteren aufgefallen, dass wir nach anstrengenden Momenten oder langen Arbeitstagen so richtig und herzhaft seufzen. So ein tiefer Stoßseufzer, wirkt entspannend und befreiend.

 

Anders gesagt.

Die Natur hat uns mit dem Seufzer ein ideales „Werkzeug“ geschenkt, um Stress und Spannung im Moment loszuwerden! Und das hilft auch vor jeder Rede oder Ansprache. Ein weiter Tipp um deine Nervosität in den Griff zu bekommen. Hast du gewusst, dass die Stimmbänder eines Babyschreis schneller zusammenschlagen als die Flügelschläge eines Kolibris?

Babys seufzen nach jedem 50. bis 100. Atemzug. Dabei dienen die ungewöhnlichen tiefen Atemzüge dem Atemkontrollzentrum im Gehirn als eine Art „Reset-Schalter“, der den Rhythmus unterbricht, wenn die Atemzüge zu langsam und gleichförmig werden. Denn das regelmäßige Seufzen hilft, einen regelmäßigen Atemrythmus zu entwickeln und die Lungenfuktion zu verbessern.

Wir Erwachsene atmen oft viel zu häufig, zu flach und zu hastig. Das kommt natürlich auch von unserer Lebensweise. Höher, schneller, weiter. Unser Lungenvolumen welches uns zur Verfügung steht, wird nicht voll ausgenutzt. Stress und Anspannung sorgen dafür, dass wir noch kurzatmiger werden. Damit komme ich wieder zum Seufzen.

Ich merke das oft, wenn ich an der Kasse im Einkaufsmarkt stehe, das ich so richitg herzhaft seufze. Denn, zwischenmenschliches Seufzen hilft dabei, die Atmung wieder zu vertiefen, denn um zu seufzen, holen wir erst einmal tief Luft.

Außerdem wirkt Seufzen, also das druckfreie Ausatmen, kreislauf- und atemanregend, erleichternd und entspannend. Aber Vorsicht. Durch zu viel Luft in unserem Zwerchfell kommt es zu Disharmonie der beiden Stimmbänder und wir haben sie wieder, die Atemprobleme, bzw. Stimmprobleme.

 

Daher:

 

Vor dem Sprechen, ausatmen.

 

Oder du versuchst es mit dem reflektorischen Abspannen. Das hörst du in Folge 005

Sei dir also der Wichtigkeit des Atems bewusst. Anspannung und Kurzatmigkeit führt zu einer höheren Tonlage und lässt die Stimme gepresster Klingen. Das Seufzen entspannt die Muskulatur und lockert das Zwerchfell, so dass die Stimme gleich tiefer und voluminöser klingt.

 

Daher soll man zwischendurch einmal ganz bewusst, herzhaft und genussvoll seufzen!

 

Auch Atmung kann man trainieren. Also unser Zwerchfell. Wir nennen die Atemübung. Wir arbeiten an der Haltung und an der Atmung. Zu diesem Zweck brauchen wir ein kräftiges Zwerchfell, einen beweglichen Brustkorb und die richtige Technik.

 

Unterschied zwischen Brust- und Bauchatmung.

Lege eine Hand auf die Brust und atme bewusst dahin. Sie hebt und senkt sich. Meist benutzen wir diese Atmung beim Sport. Oder wenn es so richtig anstrengend ist. Jetzt lege eine Hand auf den unteren Bauch und atme auch dahin. Das ist die Atmung der Sänger und professionellen Sprecher sage ich jetzt einmal.

Die Brustatmung haben wir auch wenn es stressig ist und wenn du Angst hast. In Not- -und Angstsituationen. Beobachte dich einmal, wenn´s wieder so richtig stressig wird, wenn du so richtig nervös bist oder auch Angst hat. Wenn du dann beobachten kannst. Dann atmest du oben. Mit der Brustatmung.

 

Was passiert dabei?

Dem Körper wird in kurzer Zeit viel Sauerstoff zugeführt. Durch die Anspannung der Bauchdecke werden auch die inneren Organe geschützt. Etwas anders gehts jetzt bei der Bauchatmung zu.

Auch da bewegen sich unsere Muskeln. Es hebt sich die Bauchdecke. Die Bauchatmung kann dazu beitragen, dass sich der gesamte Bauchraum bis in den Beckenraum hinein entspannt. Am besten ist es, abwechseln zu atmen. Also eine Brust- und Bauchatmung. Wird auch als Vollatmung bezeichnet.

Dadurch wird unser Zwerchfell richtig durchflutet mit Sauerstoff.

 

Warum erzähle ich dir das alles?

Weil ich immer wieder erlebe, dass Menschen zu viel atmen, kurzatmig sind und auch falsch atmen. Und Atmen ist Training. Wenn die Atmung richtig funktioniert und trainiert wird, dann fühlst du dich wohler, leichter und auch lockerer. Viele Menschen sind der Meinung. "Atmen habe ich schon einmal gelernt." Es hilft jedoch nichts, wenn du es nicht ständig trainierst. Also Regelmäßig. Sonst vergeht die Tiefenatmung wieder.

Wenn du deine Stimme tagtäglich brauchst, beruflich beispielsweise, also bei jeglicher Stimmproduktion, dann kannst du Stimmübungen vergessen. Aber nur wenn rhetorisch "richtig" gesprochen wird. Dann klappt das mit dem Atmen von alleine. Aber nur Stimmübungen. Das Atemtraining ist weiterhin notwendig, damit die "ES-ATMUNG" auch eine Tiefatmung bleibt.

 

Was ist die "ES ATMUNG?"

Nicht du atmest. Es atmet. Das Zwerchfell. Einfach erklärt. Wie schon erwähnt, atmen Delfine willkürlich. Unser Zwerchfell hingegen unwillkürlich. Ist auch gut so, denn sonst müssten wir in der Nacht wachbleiben, um nicht zu ersticken. Soll heißen. Nicht ich atme, sondern es atmet. Daher wird dieses selbstständige Atmen auch die "ES-ATMUNG" genannt.

 

Was ist die Tiefatmung genau?

Es gibt zwei Tiefatmungssituationen. Die eine diejenige wenn wir schlafen. Dazu habe ich eine super Übung für dich. Die Duftatmung.

Am besten mache die folgende Atemübung sofort nach dem Aufstehen auf harter Unterlage. Der Körper ist hier noch entspannt und locker. Du bist noch in der sogenannten Tiefatmungsphase. Du atmest durch die Nase ein, aber nicht zu viel. Damit du auch beim Einatmen locker bleibst, denk an Blütenduft. Stelle dir vor du riechst an einer gut duftenden Blume. Sobald du eingeatmet hast, sofort ausatmen. Also keine Pause dazwischen machen.

Gut ist es, wenn du jede Phase mehrmals durchführst. Ganz wie du möchtest. Damit kommen wir zu einer Ausatemübung.

Erst einmal atme mit "pssss" gleichmäßig aus. Aber bitte ganz locker dabeibleiben. Durch das "s" zeigt sich nämlich, dass du den Atem führen kannst. Also den Ausatem gleichmäßig mit "s" wegströmen lassen. Die Zungenspitze bleibt an der unteren Zahnreihe liegen.

 

Stelle dir am besten vor, du bläst eine Stunde das "s" aus. Also ganz langsam. Vielleicht hilft dir auch, wenn du an zu jemanden "psst, sei still" sagst. Der wegströmende Atem muss einen gleichmäßigen und kontinuierlichen dünnen Strahl ergeben. Wichtig ist. Diese Art des Ausströmens bleibt bei allen Atemübungen gleich.

Du sollst mit dieser Übung eine gezielte Führung des Ausatmens erreichen. Der Strahl oder die Intensität muss von Anfang bis zum Schluss immer die gleiche bleiben. Dann hast du diese Übung richtiggemacht.

Es würde jetzt noch viele weitere Übungen geben, dazu gehört auch noch die Körperhaltung. Aber ich denke fürs erste haben wir genug von unserem Atem gelernt.

Zum Abschluss gibt’s noch etwas Insiderwissen. Damit kannst du am Stammtisch auftrumpfen. Falls irgendwann einmal das Thema Kommunikation kommt.

 

  •     Das schnellste je gemessene Niesen schleuderte die Tröpfchen mit 165 km/h hinaus
  •     Die Oberfläche der Lunge entspricht etwa der eines Tennisplatzes
  •     Der rechte Lungenflügel ist etwas größer als der linke
  •     Im Ruhezustand atmet ein Mensch etwa 12 bis 15 Mal pro Minute

 

Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende, bis nächsten Dienstag.

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Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

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Written by garystuetz

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