Stimme, Stimmung, Wirkung.

 
 
Wirkung, Stimme und Ausdruck

Stimme macht Stimmung.

Auf geht´s in die nächsten 50 Folgen und nachdem es jetzt bei uns immer herbstlicher und auch kälter wird, habe mich wieder der Stimme zugewandt. Denn ich habe bemerkt, dass derzeit viele Menschen eine Erkältung mit sich schleppen. Und so eine Erkältung ist nicht nur lästig für die Nase, auch unsere Atemwege und dadurch unsere Stimme leiden darunter. Und wie du ja weißt, unsere Stimme ist unser wichtigstes Ausdrucksmittel, unsere Visitenkarte.

Ob du jetzt den ganzen Tag telefonieren musst, vielleicht LehrerIn bist und viel sprechen musst, Moderator oder auch Sprecher. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Es gibt so Tage, vor allem wenn einen die Erkältung gepackt hat, da will man nicht sprechen, weil es anstrengend ist.

Und nachdem Stimme auch Stimmung macht, ist eine dementsprechende Pflege, vor allem in der jetzt immer kühler werdenden Jahreszeit sehr wichtig. Für alle diejenigen, die meine Podcast Show aus ferneren Gefilden oder wärmeren Gegenden hören, sei gesagt. Bei uns in den Alpen liegt Schnee auf den Bergen. Also auf den hohen Lagen. Und ich denke der wird wohl auch liegenbleiben.

Bleiben wir kurz bei der Stimmung. Durch Stimme, Modulation, Tonalität, Sprachrhythmus, Sprechgeschwindigkeit können wir unser Gegenüber fesseln. Die volle Aufmerksamkeit holen. Und an dieser Stelle bedanke ich mich bei einer ganz lieben Person, sie war schon in einer meiner Folge, das war die Folge 45. Sie ist Lehrerin, erfolgreiche Podcasterin, locker Lehrer heißt ihre Show und sie hat eine tolle Stimme. Ich habe ihr gesagt, sie soll´s doch mal beim Radio versuchen.

Du hörst ihre Stimme in meinem Intro. Eine sehr angenehme weibliche Stimme. Liebe Lydia Clahes, vielen Dank für deine Stimme, das möchte ich hier einmal erwähnen.

Aber unsere Stimme ist weit mehr als nur akustisches Ausdrucksmittel, sie ist auch Ausdruck der Befindlichkeit. Stimmstörungen sind ein Zeichen, dass im Zusammenspiel von Atmung, Lautbildung, Resonanzraum und Steuerung etwas nicht stimmt.

 

Noch einmal kurz zur Funktion unserer Stimme.

Mir gefällt dieses Sprichwort "aus dir kommt nur heiße Luft", dass ich das immer auch bei meinen Vorträgen, Seminaren oder Workshops verwende. Und es stimmt.

 

Ohne Luft keine Stimme.

 

Es ist ein Wechselspiel der Atemmuskulatur. Wie bei einem Blasebalg. In diesem Fall erledigt jedoch die Hauptarbeit das Zwerchfell. Stelle dir den wichtigsten Atemmuskel als eine drei bis fünf Millimeter dicke, kuppelförmige, Muskel-Sehnen-Platte vor. Sie liegt Brust- und Bauchhöhle. Ich vergleiche das Ein- und Ausatmen immer mit einer Luftpumpe.

Also rein zum Veranschaulichen. Beim Einatmen ziehst du den Griff nach oben und beim Ausatmen drückst du ihn nach unten. Ganz banal gesehen.

Anders ausgedrückt. Beim Zusammenziehen ermöglicht diese Muskel- Sehnen-Platte die Ausdehnung der Lunge und dadurch die Einatmung. Und durch verschiedene Atemtechniken werden dadurch auch verschiedene Muskeln an Brust, Bauch und Rücken unterstützt.

 

Übrigens:

Da geht´s richtig ab, denn die Luft wird mit einer Geschwindigkeit von zirka drei bis fünf Meter pro Sekunde aus der Lunge gepresst. Ganz ordentlich. Das nennt man richtige Hochleistung. Dazu kommt noch ein weiterer wichtiger Hochleistungsapparat ins Spiel. Der Kehlkopf. Bei Männern auch gerne Adamsapfel genannt. Das entsteht dadurch, dass sein Schildknorpel besonders deutlich hervortritt.

Der Kehlkopf schützt vor dem Eindringen von Fremdkörpern in die Luftröhre und ist der Stimmerzeuger. Aber es fehlt noch etwas ganz Entscheidendes, etwas Wichtiges. Unsere beiden ach so sensiblen Stimmbänder. Eigentlich heißen sie Stimmlippen. Sie bestehen aus Stimmband, Vokalismuskel, Bindegewebe, Nerven, Gefäßen und umhüllende Schleimhaut.

Beim Mann sind die Stimmlippen etwa 2 bis 2,4 Zentimeter, bei der Frau etwa 1,6 bis 2 Zentimeter lang.

 

Wie kommt jetzt aber ein Ton wirklich zustande. Mehrere kleinere Muskelfasern regulieren auch mit Hilfe der Stellknorpel die Weite der Stimmritze und die Spannung der Stimmlippen und formen so Grundklang der Stimme, Lautstärke und Tonhöhe. Jetzt stelle dir eine Gitarre vor. Die tiefste Seite ist das tiefe E. Und je höher du eine Seite spannst, umso höher klingt sie. Bei der Stimme ist es genauso.

 

Je höher die Spannung, umso schneller die Schwingung, umso höher der Ton.

 

Bei einer Sopranstimme beispielsweise schwingen die Stimmlippen bis zu 1.000-mal pro Minute. Die durchschnittliche Alltagsstimme umfasst ein bis eineinhalb Oktaven, die trainierte Stimme schafft bis zu vier. Als Oktave wird das Intervall zwischen zwei Tönen in der Musik bezeichnet, deren Frequenzen sich wie 2:1 verhalten.

 

Wie werde ich gehört?

Den vollen, charakteristischen Klang erhält die Stimme erst durch die Resonanzen, die im Mund-, Nasen- und Rachenraum entstehen. Zusammen werden diese Räume auch als Ansatzrohr bezeichnet, weil sie den Schall wie ein Zylinder abwandeln und verstärken. Zungen- und Mundbewegungen formen die Kehlkopfklänge schließlich zu Sprachlauten. Daher heißt der Mund-Nasen-Rachen-Raum auch Vokaltrakt.

Aus der Kriminalistik kennen wir den Fingerabdruck. Er ist einzigartig. Aber, auch unsere Stimme, also die jeweilige Stimme ist nicht nur individuell, sondern auch unverwechselbar. Und aufgepasst. Die Identifizierung der Stimme in der Kriminalistik geeignet als ein Fingerabdruck.

Stell dir vor, du sitzt vor deinem Fernseher und siehst gerade einen Krimi. Wenn die Kriminalpolizei die Telefonstimme des Entführers von Spezialisten technisch identifiziert wurde, dann kam hier eine ganz spezielle Methode zum Einsatz. Diese nennt man Biometrie.

 

Was ist Biometrie?

Das ist eine Wissenschaft, die unverwechselbare individuelle Merkmale an Lebewesen misst. Beim Menschen ist das z. Bsp. der Fingerabdruck. Auch unsere Stimme gehört zu diesen unverwechselbaren Merkmalen.

Diese Unverwechselbarkeit ergibt sich aus:

 

  • Körperbau, hier vor allem die Größe und Beschaffenheit des Vokaltracktes, (Kehlkopf, Stimmlippen, Rachen, usw.)
  • Gewebeeigenschaften gehören ebenso dazu, wie etwa die Festigkeit des Bindegewebes in Hals und Rachen
  • Knochendichte und andere Schwingungseigenschaften über die der menschliche Körper verfügt.

 

Daher hat Stimmgewalt nichts mit der menschlichen Körperfülle zu tun. Du brauchst also nicht unbedingt wie Bud Spencer auszusehen. Daher brauchen auch Opernsänger nicht die Gestalt eines Hünen.

Hier kommt wieder die Wichtigkeit einer Stimmausbildung zum Tragen. die richtige Beurteilung der Stimmlage und die Vermeidung jeglicher Überlastung. Das heißt jetzt aber noch lange nicht, dass du beim Singen den richtigen Ton triffst. Denn hierzu brauchst du etwas Talent und auch die akustische Wahrnehmung.

Siehe DSDS. Hier hörst du viele Beispiele, wie es bei einer falschen Einschätzung so richtig in die Hose geht. Immer lustig für die Zuseher.

Dazu kommt noch Kopf- und Körperhaltung. Auch sie beeinflussen die Stimme – sie ist umso ausdrucksvoller, je besser die Körperspannung ist. Falsche Atemtechnik verändert übrigens die Körperhaltung. Unglaublich was das alles dazu gehört.

 

Ich hatte vor einigen Tagen einen Workshop gehalten. Kurz vorher kam eine attraktive junge Frau auf mich zu und sagte zu mir, dass sie Probleme hat, gehört zu werden. Sie klingt so leise, niemand hört ihr zu. Ich machte einen kurzen Check und dabei ist mir aufgefallen, sie hat sich selber klein gemacht. Die junge Frau war ungefähr 1, 78 cm groß, ich denke für eine Frau schon eher groß.

Und große Menschen, vor allem noch dazu, wenn sie attraktiv sind, machen sich oftmals etwas kleiner um nicht aufzufallen. Und genau das hat sie gemacht. Sich selber klein gemacht. Dabei kommt es nicht immer nur auf die Stimme an, um wahrgenommen, um gehört zu werden. Sicherheit, also Selbstsicherheit und Präsenz erhöhen ebenso die Aufmerksamkeit. Und das habe ich mit ihr geübt. Im Workshop.

Habe sie nach vor geholt und gesagt: "Jetzt stellst du dich ruhig und präsent vor all die anderen, siehst einmal von links nach rechts ohne etwas zu sagen und dann kommt dein wie schon so oft erwähnter Einstiegssatz."

Gesagt, getan. Sie hat´s gemacht und war überhaupt nicht nervös. Sie wurde wahrgenommen, sie wurde gehört. Und daher ist es auch wichtig, Präsenz zu zeigen, Selbstsicher vor Andere zu treten. Dann hört man dir auch zu. Und wie du weißt, jemanden der ruhig, überzeugend, souverän und auch sicher spricht und präsentiert, kommt erfolgreicher an.

 

Hier eine kleine Checkliste für dich als Sprecher.

 

  • Lege das richtige Gefühl in das Gesagte

  • achte auf die Sprechgeschwindigkeit, wenn wir nervös sind sprechen wir zu schnell

  • deine Aussprache soll klar und deutlich sein, weg mit der Mundfaulheit

  • auf die Lautstärke und richtige Betonung kommt es an

  • vermittle Kompetenz beim sprechen

  • bleib souverän, soll heißen sprich zu mir. Also beziehe mit deinen Blicken alle mit ein

  • sprich niveauvoll, eutlich und führend

  • bleib prägnant und achte auf eine gute Sprachqualität

 

Dazu bedarf es der Vorbereitung und den immer wieder erwähnten 3 Buchstaben. T U N. Du musst es nur Tun. Dann wirst du beim Reden auch gehört.

In diesem Sinne. Sprich schön, sprich gut.

 

Und in der nächsten Folge wenden wir uns der Höchstform Leben - Glück, Erfüllung und Leichtigkeit zu. Dazu habe ich einen Interviewpartner und Spezialisten zu Gast. Jürgen Zwickel. Ich freu mich drauf.

Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

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Written by garystuetz

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