So gehtst du jeder Konfrontation aus dem Weg!

 
 
Kommunizieren und Sprechen

 Wir haben schon viel über Stimme, Kommunikation und Wirkung gesprochen. Aber nicht über die Kampfrhetorik, besser gesagt, der Umgang mit unfairer Rhetorik. Und da gehen wir heute etwas tiefer ins Thema.

Wie du ja schon aus einen meiner Folge weißt, kommt es ja nicht nur darauf an, was und wie wir etwas zu unserem Gegenüber sagen, sondern auch, wie mein Gesprächspartner die Information aufnimmt.

Ich sage da nur Eisberg Modell oder auch Friedemann Schulz von Thun. Auf die Gefühlsebenen kommt es an. diese 80 % die sich unter der Oberfläche befinden. Um Gespräche niveauvoll zu führen, gibt es eine Menge Tricks. Aber oftmals spielt unser Ego uns einen Strich und wir haken uns dann in ein Gespräch voll mit ein. Dann ist es schon geschehen. Konfrontation. Naja, ist ja auch eine emotionale Sache, sich im Griff zu haben.

 

Ich gebe dir hier Tipps mit, damit du diesem Kommunikationskampf, den Kampf ansagen kannst. Also aus dem Weg gehen. Sofern du dich auch wirklich im Griff hast.

Wenn du mit jemanden sprichst und dieser jemand tritt kampfrhetorisch auf, dann möchte er sich mittels Schwächung des Gegenübers durchsetzen. D.h. Alpha spielen. Er oder sie möchten dir zeigen, wo der Hammer hängt. Oftmals wird auch die Wahrheit im eigenen Sinn verdreht.

Als Gegenstück zur Kampfrhetorik gibt es aber auch die sogenannte Friedensrhetorik. Dabei wendet sich der Redner oder die Rednerin dem Gegenüber einfühlsam zu und überzeugt mit der Kraft glaubhafter Argumente. Also wirklich Argumente die der Wahrheit entsprechen. Ich nenne das Kommunizieren auf hohem Niveau. Das macht auch Spaß.

 

In der Kampfrhetorik geht es hauptsächlich darum, dem Anderen zu zeigen, wer der Bessere ist. D.h. meist geht diese Art der Gespräche dann in Richtung persönlicher Streit. Hier wird oft auch unter der Gürtellinie kommuniziert.

Wir Menschen kommunizieren mittels der Sprache. Wenn wir jetzt einmal von der Körpersprache absehen. Wir verhandeln, schließen Geschäfte ab, verkaufen und tauschen Informationen aus. Aber wir streiten auch mit Worten. Meist geht es nur um den Inhalt. Aber das ist eben nicht immer so, dass derjenige seine Absicht durchsetzt, der die besseren Argumente hat. Da wären wir beim, ich sage jetzt einmal "friedvollen kommunizieren." Das Gegenteil ist leider oft der Fall. Es gewinnt derjenige eine verbale Kommunikation, der die bessere Gesprächstaktik einsetzt.

Oftmals passiert dies auch durch Manipulation. Wenn du ein sehr selbstbewusster Mensch bist, ein autoritäres Auftreten hast, dann wirst du dich wahrscheinlich auch in einem Gespräch durchsetzen. Denn du bist es ja gewohnt, dass man dir "gehorcht". Dass du deine Meinung auch durchsetzt. Anders ausgedrückt. Frechheit siegt, ist die Devise.

 

Ein Sprichwort sagt zwar, der Klügere gibt nach, in diesem Fall kann es jedoch sein, dass der Klügere angreift. Wer fragt, der führt, wer angreift, bestimmt das Tempo, die Themen und auch den Gesprächsverlauf.

Wer in so einer Situation nur reagiert, anstatt aktiv das Gespräch steuern, der soll sich dann nicht wundern, wenn er unterlegen ist. Dennoch bin ich der Meinung, wenn ich mich einmal auf so ein Niveau herunterlasse, dann macht mir die ganze Kommunikation keinen Spaß mehr. Dann soll mein Gegenüber doch der Klügere sein, aber mich mit seinem Gesülze in Ruhe lassen.

Denn so ein Gespräch kostet mich nur Kraft, Energie und Nerven. Also bin ich in so einem Fall doch wieder der Meinung, "der Klügere gibt nach." Soll mein Gegenüber ruhig der Alpha bleiben. Wenn er meint, dass er das braucht.

Für mich haben solche Menschen oftmals ein Persönlichkeitsproblem.

 

Es gibt wie schon erwähnt, jede Menge Kniffe und Tricks um solchen Menschen Einhalt zu gebieten, in die Schranken zu weisen. Denn Dialektik, Kampfrhetorik und rhetorische Tricks treten in vielen Varianten auf.

 

Warum?

Weil die konkreten Anknüpfungspunkte für unsachliche Angriffe oder Pressionsversuche immer anders sind. Also in jedem einzelnen Fall, beziehungsweise gibt es verschiedene Grundmuster, die erkennbar sind.

 

Schmeicheleien.

Der Gesprächspartner nutzt in diesem Fall unser Geltungsbedürfnis aus. Etwa unsere Eitelkeit, er lobt uns für Verdienste, unsere Leistungen, Erfahrungen und bewundert uns. Das kann im beruflichen oder auch privaten Umfeld staffinden. Natürlich geschieht dies immer in der Absicht, dass wir einen Menschen, der uns so wertschätzt, auch in inhaltlichen Aspekten toleranter gegenüberstehen. Wir sind offen für diese Form oder Art des Charmes. Mein Kommunikationspartner hat es mit so Schmeicheleien leichter, sein Zeil zu erreichen.

 

Die betonte Höflichkeit.

Wir sind dazu geneigt, dass wir einem höflichen Menschen keine Bitte abschlagen, bzw. nur schwer. Auch diese Art zeigt seine Wirkung. Mein Gegenüber wird so sein Ziel leichter erreichen.

 

Vom Sachlichen ins Moralische.

Diese Art der Kommunikation ist fast schon ein Druckmittel. Denn hier drücken wir so richtig rein. Hier appelliert der Gesprächspartner, oder wir selber auf die Beziehungsebene.

Etwa: "Ich halte Sie und mich für so ehrlich, dass" oder auch "Da zählt doch unser Wort". "Wir beide haben doch noch Handschlagqualitäten." Sehr wirkungsvoll um ans Ziel zu gelangen. Als Gegenstrategie ist hier zu empfehlen, höflich und bestimmt auf der Sachebene zu bleiben.

 

Vorwürfe gegen eine Person oder auf Fehler.

Auch ganz fies, wenn mein Gegenüber auf so eine Art und Weise mit mir kommuniziert. Auch hier gilt:

 

Bleibe betont höflich und reagiere sachlich.

 

Denn gegen Höflichkeit ist nichts einzuwenden, du steigst nicht in die Energie des Anderen ein. Weise auch daraufhin, dass dies nicht Thema des Gespräches, der Besprechung ist und bitte ihn oder sie darum, beim Kernthema, beim Kernpunkt zu bleiben. Falls das alles nichts nützt, dann beende das Gespräch oder vertage eine Konferenz, Meeting oder was auch immer. Bis hierhin und nicht weiter. Es sind wieder deine Nerven und es ist deine Energie die darunter leidet.

Auch ein Gespräch, welche auf die Frage: "Können Sie das beweisen?" hinausläuft kann sehr schnell in eine andere Richtung laufen. Wer ist beweispflichtig? Zukünftige Ereignisse können nicht bewiesen werden, da sie ja in der Zukunft liegen.

 

Das Appell an die Gefühle.

Vor allem bei Trennungen gerne benutzt. Es werden gemeinsame Erinnerungen angesprochen, gemeinsame Erfolge, Ehre, Loyalität. Bei mir war es meine Höflichkeit die angesprochen wurde. Darauf habe ich jedoch nicht reagiert. Auf solche Dinge lasse ich mich nicht darauf ein. Dieses Spiel kenne ich. "Weißt du noch, das haben wir zusammen erlebt." Jaja, ist schon gut.

Hier wird die Sachebene umschrieben, besser gesagt, umnebelt. Auch in diesem Fall gilt wieder. Höflich und bestimmt auf der Sachebene zu bleiben.

In dieser Richtung gäbe es noch jede Menge Tipps und Tricks. Darin gibt es Meister, die einen geradezu verführen. Für mich sind das Energievampire. Und diese gibt es genug. Brauche ich nicht. Danke schön. hatte ich schon.

 

Die Retour-Technik.

Die eigentliche Botschaft wird indirekt ausgedrückt. Es ist eine Technik zur wirkungsvollen Begegnung von provokativer Rhetorik.
Beispiel:

"Du Idiot!" - "Man soll nicht von sich auf andere schließen."
"Was fällt dir ein!" - "Zumindest einiges mehr als dir."
"Du bist en unverschämter Lügner!" - "Das musst du als Experte ja wissen."

Sehr wirkungsvoll, diese Art der Methode. Am besten setzt du diese Technik ein, wenn

  • dich jemand in den Hinterhalt locken möchte,
  • jemand Witze auf deine Kosten machen möchte,
  • dich jemand beleidigen möchte, bzw. wenn du beleidigt wirst.

Du kannst beispielsweise in so einem Fall sagen:

"Ich bin der Meinung, dass das niemanden interessiert." - "Ich bin mir nicht sicher, ob du das Thema überhaupt verstanden hast." Ui, das hat aber gesessen. Alter Schwede. Ich habe noch einen.

"Ich habe das Gefühl, Sie sind überfordert." - "Man sollte eigene Probleme nicht auf andere übertragen."

So eine Reaktion ist auch wirkungsvoll. Das Problem ist nur. Fällt dir das im richtigen Augenblick auch ein. Und, hier solltest du deine Emotionen im Griff haben. Weil wir geneigt sind, sofort in Verteidigung überzugehen. Und dann gehts schon los, mit der Kampfrhetorik.

Eine andere Möglichkeit niveauvoll zu kommunizieren, also sich nicht aufs Glatteis oder in einem Kampf verwickeln zu lassen ist:

 

Die Rückfrage Technik.

Sie ist ein äußerst wirkungsvolles Instrument und das nicht nur als Reaktion auf viele Fragen, hier hast du auch die Möglichkeit, Vorwürfen Kontra zu geben.

"Das müssen Sie aber besser im Griff haben." - "Was meinen Sie genau mit im Griff haben?"
"Wie haben Sie sich denn das vorgestellt?" - "Was genau wollen Sie denn wissen?"

 

Wenn mir in solchen Situationen oftmals genau die richtigen Worte einfallen würden, da würde ich mir viele Nerven oder nervige Gespräche ersparen. Vor allem im beruflichen Alltag sind solche Situationen bekannt.

"Das ist totaler Schwachsinn, was Sie hier abgeliefert haben!" - "Wie müsste das Konzept aussehen, damit Sie es nicht für schwachsinnig halten?"

 

Finde ich sehr toll, so eine Antwort. Nimmt sofort den Druck heraus. Außer der Andere flippt jetzt erst recht aus. Aber dann sind wir schon in so einem richtigen Streitgespräch, da würde ich anraten, das Gespräch zu verschieben. Da ist dann Schluss mit Höflichkeit. Ich bleibe zwar höflich und sachlich, werde das Gespräch jedoch schnell beenden.

Oder: "Warum haben Sie sich nicht ausreichend um das Projekt gekümmert?" - "Woran mangelt es denn Ihrer Meinung nach?"

 

Das sind nur einige Beispiele, sie sind jedoch sehr wirkungsvoll. Denn es entlastet dich. Du spielst den Ball zurück. Stellst eine W-Frage, darauf muss dein GesprächspartnerIn antworten. Sehr effizient. Du stehst nicht mehr unter Druck und kannst dir in Ruhe eine Antwort überlegen. Aber, du kannst diese Methode nicht permanent anwenden. Ab und zu geschickt in ein Gespräch platziert, verschafft es dir Freiraum. Du kannst durchatmen.

Am besten setzt du diese Technik ein wenn:

 

  • man dir etwas unterstellt,
  • die Angriffe unter die Gürtellinie gehen
  • dein Gegenüber so richtig ausfallend wird,

 

Viele Menschen sind auch in der Kommunikation beleidigend. Dafür gibt es

 

die Besser-als-Technik.

Bei dieser Methode besteht der Witz nicht darin, das zu leugnen was man dir vorgeworfen hat, sondern darin, die Bedeutung des Gesagten zu minimieren.

Etwa: "Ich habe zwar dieses oder jenes gemacht. Dennoch ist das nichts im Vergleich zu dem, was du dir geleistet, was du getan hast."

Beispiel:

"Du hast aber eine kleine Wohnung." - "Besser klein und dafür mein, als groß und gemietet."

So eine Aussage zeigt auch dein Selbstbewusstsein.

"Du bist immer so hektisch." - "Besser hektisch und in Bewegung, als langweilig und träge."

Du wendest diese Art der Technik dann an, wenn

  • man dich beleidigt,
  • dir etwas unterstellt
  • oder versucht, deine Leistungen und Fähigkeiten abzuwerten.

Und eine Technik gefällt mir persönlich sehr gut. Daher gehe ich hier auf diese ein.

 

Die Notfall-Technik.

Manchmal kann Kommunikation richtig weh tun, verletzend sein. Es klappt nicht immer mit wegstecken oder ignorieren. Dementsprechend gut funktioniert diese Technik. Sie wirkt und lässt dich nicht wie ein Loser dastehen, wenn man dich blöd von der Seite anmacht.

Lege dir jedoch vorab ein paar Standartworte zu Recht. Lerne diese am besten auswendig, dann bist du gewappnet. Diese Technik eignet sich hervorragend für den Notfall, weil er ein einfaches Schema hat.

 

Beispiel:

"Du bist aber auch dämlich." - "Ach was."
"Kannst du nicht lesen? Der Preis steht doch auf der Verpackung." - "Sage bloß."
"Das bekommst du niemals hin." - "Soso."

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass dir so eine Antwort auch dann einfällt, wenn du partout keine bessere Antwort auf Lager hast. Dazu kommt, du begibst dich nicht in die Energie des Anderen und nimmst deinem Gegenüber den Wind aus den Segeln.

 

Er hat keine Angriffsfläche.

 

Und, deine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Außerdem zeigst du auf diese Weise Desinteresse an dem, was dein Gesprächspartner gesagt hat. Er macht sich eigentlich lächerlich. Daher gebe ich dir noch 2 Schnellantwortmöglichkeiten mit.

Sie lauten: "Schön für dich," oder "Was du nicht sagst."

Klingt dann etwa so: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie es jemand mit dir so lange aushält." - "Was du nicht sagst."

 

Wann setzt du diese Technik ein?

  • Wenn du keine Lust hast, dich zu streiten
  • wenn sich jemand wichtigmacht
  • wenn der kommunikative Angreifer es nicht wert ist, sich mit ihm weiter auseinander zu setzen.

 

Das war jetzt einmal ein kleiner Einblick in die tiefen der Kommunikation, wie man einer Konfrontation am besten aus dem Weg geht. Wie man sie positiv umwandeln kann.

In diesem Sinne wünsche ich dir friedvolle Kommunikation.

Merken

Merken

Merken

Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

Präsentieren sicher sprechen besser wirken
 
 
Hole dir jetzt dein Gratisgeschenk.

Merken

Merken

Merken

Meine persönliche Buchempfehlung:

XXX

 

Kontaktdaten des Interviewpartners: 

XXX

Written by garystuetz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*