Knisternde Erotik oder doch beinharte Arbeit?

 
 
Präsenz und Auftritt

Vita

Nicola Tiggeler wurde in Hannover geboren, die Mutter ist Geigerin, der Vater Opernregisseur, und so stand ihr Berufswunsch mit vier Jahren fest: Opernsängerin! Seit über 25 Jahren steht sie als ausgebildete Opernsängerin, Schauspielerin, Moderatorin und Sprecherin vor der Kamera und auf der Bühne.

Vielen ist sie aus verschiedenen Fernsehfilmen und Serien bekannt, z.B. aus Europas erfolgreichster Telenovela „Sturm der Liebe“, wo sie als intrigante Barbara von Heidenberg agiert.

Als zertifizierte Stimmtrainerin unterstützt Nicola Tiggeler ihre Teilnehmer bei der Entfaltung der eigenen kraftvollen Stimme und des persönlichen Auftretens, um so in ihrem Beruf souverän und noch erfolgreicher zu sein.

 

Wie hast du deinen Weg in die Schauspielerei gefunden?

Ich war mit vier Jahren das erste Mal in der Oper, das war der Beginn einer großen Liebe zu Theater, Musik und Bühne. Nach meiner Ausbildung als Opernsängerin war ich an vielen Bühnen engagiert, in Augsburg sogar sechs Jahre festes Ensemblemitglied.

Da kam sehr schnell zur Oper zunächst viele Musicals und später auch Schauspiel hinzu.

Meine Fernsehkarriere war nicht geplant, sondern eher ein Zufall. Eine Agentin hat mich in „King and I“ auf der Bühne gesehen und dann zu meinem ersten Casting geschickt. Kurz danach war ich die neue Freundin vom „Fahnder“, das war die erste von unzähligen großen TV-Rollen.

 

Warum hat dich das Thema Stimme so sehr interessiert?

Schon während meiner Opernausbildung habe ich auch Gesangs-Pädagogik studiert. Diese Lust am Verstehen und Weitergeben von technischen und interpretatorischen Möglichkeiten war bei mir anscheinend schon immer da.

 

Du sagst Stimme ist der Schlüssel für Ihren Erfolg! Warum ist das so?

Der berühmte erste Eindruck ist eben nicht nur die Optik, sondern mindestens eben so wichtig ist die Akustik. Erst wenn beides „stimmig“ ist, wird die ganze Persönlichkeit spürbar. Es ist ganz sicher nicht egal, was man sagt, aber das „wie“ trägt  entscheidend dazu bei, wie überzeugend die eigene Wirkung ist.

 

Denkst du das die Frauen schneller Stimmprobleme haben als Männer?

Nein, Stimmprobleme sind nicht genetisch bedingt, sondern entstehen durch falsche Angewohnheiten, bei Männern wie Frauen. Aber Frauen sind eher gefährdet, sich unter Wert zu verkaufen. Diese Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Kompetenz empfinden Frauen eher als Männer, oft nicht zu recht.

Und leider wird es einer Frau weniger verziehen, wenn sie zu leise, zu hoch oder undeutlich spricht. Das passiert auch Männern, aber eine zu hohe Männerstimme ist nicht so sehr im „Alarmbereich“ wie die von Natur aus höhere Frauenstimme. Sie wird nicht gehört und wirkt wahlweise zickig oder wenig kompetent.

 

Seit 2010 autorisierte Linklater-Lehrerin in München. Was ist das genau?

Kristin Linklater ist im Englischsprachigen Raum die Stimmexpertin. Es gibt dort kaum eine bedeutende Schauspielerin, die nicht in ihrer Technik unterrichtet wurde. Und auch in Europa setzt sich ihre ganzheitliche Stimmtechnik erfreulicherweise in den Ausbildungen immer mehr durch. Ich habe das große Glück, dass ich bei ihr selbst lernen durfte.

Natürlich fließt in meine Arbeit als Stimmtrainerin meine ganze eigene Stimm-Erfahrung mit ein. Aber ich nutze auch viele Elemente der Linklater-Technik, da ich festgestellt habe, dass diese ganzheitliche Herangehensweise an die Stimme nicht nur für Schauspieler, sondern auch für Viel-Sprecher in allen Berufen von unschätzbarem Wert ist.

Wenn Kristin wüsste, wer alles aus Politik, Wirtschaft und Kultur schon mit ihrer Technik arbeitet 🙂

 

Was ist dein Lebensmotto?

„Jeder stirbt für sich allein.“

Klingt erschreckend, ist aber für mich nur die ganz existenzielle Erkenntnis, dass ich allein verantwortlich bin, was ich aus meinem Leben in einzelnen Situationen und in Summe mache.

 

Was hat Dich dazu bewegt das zu tun, was du heute machst?

Meine Neugier, meine Lebenslust.

 

Was bedeutet für dich Erfüllung im Leben?

Wenn ich noch eine schöne Weile so weiterleben darf.

 

Welches war dein schönster Moment in deiner Karriere? 

Da gibt es erfreulicherweise ganz viele. Zwei sind mir besonders in Erinnerung:

  • Als ich mich gegen viele tolle Mitbewerberinnen im Casting für die Serie „Eine Frau wird gejagt“, sozusagen „Dr. Kimbell auf der Flucht“ in weiblich, für die Hauptrolle durchgesetzt habe.
  • Und als ich die Mail von einem zu recht sehr bedeutenden Menschen bekam, der sich dazu entschieden hatte, mit mir an seiner Stimme zu arbeiten. Über lange Zeit.

 

Wofür bist du dankbar?

Für meine Familie. Für all die wunderbaren Menschen, denen ich in meinen beiden Berufen als Schauspielerin und Trainerin immer wieder begegnen durfte und darf. Für mein Leben, dass mich jeden Tag wieder erstaunt.

 

Was war der wichtigste Schritt, der Dich zum großen Erfolg gebracht hat?

Der Entschluss, in meinem Beruf keine behindernde Angst mehr zuzulassen. Das kann man tatsächlich beschließen. Lampenfieber ist wichtig und kann sich in Lampenfreude wandeln, nur Lampenangst ist schlimm.

 

Was war bisher deine beste Entscheidung im Leben?

Es gibt Gottseidank nur ganz wenige, die nicht die Besten waren.

 

Wie schaffen wir es, mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen?

So weit bin ich noch nicht, dass mir das jeden Tag gelingt. Aber ich lerne, vor allem loszulassen.

 

Welche neuen Projekte sind geplant?

Z.Zt. drehe ich, nächstes Jahr spiele ich wieder Theater, und währenddessen coache, trainiere ich und halte Vorträge. Vielleicht schreibe ich auch bald das nächste Buch.

 

Welcher Mensch kommt dir in den Sinn, wenn du das Wort „erfolgreich“ hörst?

Schwierige Frage. Was ist Erfolg? Für Jeden sicher etwas anderes. Für mich bedeutet Erfolg, wenn ich meiner „Selbst-bewusst“ bin, das heißt, meine Fähigkeiten, aber auch meine Bedürfnisse und die meiner mir wichtigen Umwelt zu erkennen und zu leben. Mit mir im Einklang zu leben.

 

Was würdest du heute deinem jüngeren Selbst empfehlen?

Alles gut gemacht! Vertraue Deiner Stärke, vertraue Deiner Intuition.

 

Bei welcher Tätigkeit bist du im Flow?

Draußen, in der Bewegung. Und in der Stille. Die kann überall sein.

 

Kannst du über dich selber lachen?

Gottseidank ja! Und falls es mir gerade nicht selber einfällt, habe ich zwei Kinder, die mir oft genug den Spiegel vorhalten. Nicht immer schmeichelhaft, aber fast immer komisch.

 

Deine zwei stärksten Glaubenssätze:

  • Glaubenssätze sind wunderbarerweise nicht in Stein gemeißelt. Einen habe ich:
  • Wer mit sich im Einklang ist, findet Anklang!

 

Vielen Dank für das Interview.

Meine persönliche Buchempfehlung:

Das Buch der Freude, von Dalai Lama und Desmond Tutu

Mit Stimme zum Erfolg, von Nicola Tiggeler

 

Kontaktdaten des Interviewpartners: 

www.stimmeundsprechen-muenchen.de

nt@stimmeundsprechen-muenchen.de

Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

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Written by garystuetz

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