Unser stärkstes Ausdrucksmittel.

In Folge 078 habe ich dir ja von meiner Moderation und der Vorbereitung erzählt. Neben der Aufmerksamkeit, der richtigen Einstiegstechnik, kommt es natürlich auch auf die Sprache und Stimme an.

Die gehört vor einem Auftritt, egal welcher Art geschmiert. Also aufgewärmt, damit du auch besser verstanden wirst.

Denn wenn Sprache, Klang und Geräusch einen gemeinsamen Nenner haben, sprich im Einklang sind, werden wir gut verstanden. Wenn ein Betrunkener lallt, ist zwar die emotionale Botschaft meist noch zu hören, diese werden durch Vokale und Klinger transportiert, aber der Inhalt ist kaum zu verstehen, weil die Konsonanten fehlen.

Wie du weißt ist die Stimme unser stärkstes Ausdrucksmittel, unsere Visitenkarte. Und sie besteht aus 100%iger Luft. Genauer gesagt sind es kleine Luftdruckunterschiede, kleine Schallwellen, welche unsere Stimmlippen oder auch Stimmbänder wie wir im Volksmund sagen, in Schwingung versetzen.

Sinnliche Verführung Stimme

Vor allem für Menschen, die vor Anderen sprechen, ist es gut zu wissen, dass es nicht nur darauf ankommt was rauskommt, also der Inhalt, sondern auch wie es rauskommt ist gut zu wissen.

Denn die Stimme macht rund 40 % an der Gesamtwirkung des Menschen aus. Und Grundvoraussetzung für Erfolg ist auch das Hintergrundwissen über die Funktion der Stimme.

 

Viele Menschen sind sich der Wichtigkeit der Stimme nicht bewusst, bzw. wir denken nicht darüber nach. Wir können ja sprechen. Viele kennen die Problematik nicht und können auch nicht adäquat reagieren, wenn’s zu Problemen kommt. Ich spreche hier besonders Menschen an, die viel sprechen müssen oder die Stimme und Sprache auch beruflich brauchen.

Für unsere beiden sehr sensiblen Stimmlippen ist das schnelle Öffnen und Schließen eine sehr große Belastung. Daher gilt auch dieser Satz:

 

"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold".

 

Weil wir oftmals auch zu viel sprechen. Vor allem in einem Satz. Ich erlebe das immer wieder. Bei Vorstellungsgesprächen, Meetings, Präsentationen usw.

Neulich war ich bei einer Firmenführung eines großen Unternehmens. Möchte hier jetzt keinen Namen nennen. Derjenige der uns durch den Betrieb geführt hat war wirklich ein kundiger Führer. Er hatte ein großes Wissen rund ums Unternehmen. Er sprach jedoch ohne Punkt und Komma. Soviel Wissen macht dich nicht neugierig, sondern müde. Wir sind also durch den Betrieb gegangen, von Station zu Station, er hat alles ausführlich erklärt. Nach einer gewissen Zeit haben wir uns dann in einen Vortragssaal wiedergefunden und weiter zugehört.

Mir hats die Augen vor Müdigkeit zugedrückt. Nachdem ich mich da durchgequält habe, also die Müdigkeit quasi durchgestanden habe, machte ich mal so einen Rundumblick, wie es den anderen so ergeht. Eine Frau, zwei Stühle neben mir ist regelrecht der Kopf nach unten gefallen. Das war lustig anzusehen. Die Augenlider wurden immer schwerer. Dann, ganz langsam begann das Kinn auf die Brust zu sinken. Wie in Zeitlupe. Echt schräg.

Ich musste mir regelrecht das Lachen verhalten. Hat richtig komisch ausgesehen. Aber, der Vortragende hat entweder nichts mitbekommen oder er wurde dafür bezahlt, dass er seine ganzen Informationen los wird, egal wie.

 

Pause machen beim Sprechen.

 

Dem Gegenüber Zeit lassen, die Botschaft, den Inhalt auch zu verarbeiten. Durch eine Pause erlaube ich in einem Gespräch dem anderen auch meine Gedanken zu teilen. Pausen erhöhen die Aufmerksamkeit.

 

Übrigens:

Ab 6 Stunden sprechen am Tag, ist oder kann man mit Stimmstörungen rechnen. Das besagt eine Studie der HNO Klinik der Uni Regensburg. Und ich weiß von was ich spreche. Vor allem wenn man öffentlich spricht. Dazu kommt der Geräuschpegel, Rauch, kalte Getränke, Anspannung usw.

Unsere Stimme verrät auch viel über unser Gegenüber. Wir legen viele Informationen über uns offen. Je nachdem wie wir sprechen. Wer schnell spricht, ist meist ein hektischer Mensch. Dann ist oftmals auch die Aussprache schlampig. Langsam sprechen heißt nicht immer sich dessen Wirkung bewusst zu sein. Kann auch bedeuten, dass es ein Mensch ist, der es nicht eilig hat, vielleicht ein Langweiler?

Vor allem für Menschen die beruflich viel mit Sprechen und daher auch Stimme zu tun haben, ist es gut, sich mit der Wirkung der eigenen Stimme auch auseinanderzusetzen.

Sprache und Wirkung

Ich denke da jetzt einmal an die stimmliche Wirkung von RadiomoderatorenInnen.
Wenn du ihm oder ihr zuhörst, machst du dir Aufgrund der Stimme ein Bild. Vom Aussehen, vom Alter. Wie geht es dir dabei? Hast du schon einmal über diese Wirkung nachgedacht?

 

 

 

 

Oder:

Dich ruft jemand an ohne seinen Namen zu nennen. In dem Moment wo du die Stimme hörst, erkennst du meist auch wer es ist. Also mir gehts jedenfalls so. Blöd wenn dann der oder die Andere meinen Namen nennt. "Servus Gary, wie gehts denn so? ... Blbbl".

Dann höre ich ganz bewusst auf die Stimme und weiß dann meist, wer dran ist. Habe mir jedoch angewöhnt, gleich nachzufragen, wer dran ist.

Wir hören eine Stimme und machen uns gleich ein Bild im Kopf. Wie bei Radiomoderatoren. Ist er oder sie jung oder alt, freundlich und nett, kompetent usw.

 

Beispiel Kundengespräch:

Wir entscheiden, meist unbewusst, ob dieser jemand kompetent und vertrauensvoll ist, wenn wir mit ihm telefonieren. Ob er für unser Anliegen der Richtige ist. Obwohl wir noch bei der Begrüßung sind, fällen wir gleich ein Urteil. Die Stimme gefällt uns, wir fühlen uns wohl, oder auch nicht.

Ich denke da auch immer an einen Einkaufsmarkt. Wenn ich diese Stimmen höre, vergeht mir meist das Einkaufen. Denn einer hohen oder auch pipsigen Stimme hören wir nicht gerne zu. Wenn wir wieder an unser Telefon denken, würden wir bei ihr eher keinen Auftrag abschließen.

Die Höhe oder Tiefe der Stimme hängt von der Größe der Stimmlippen ab. Je kürzer und dünner diese sind, desto höher ist die Stimme, weil sie häufiger schwingen. Also nützt es nichts tiefer zu sprechen, wenn deine Stimmbänder nicht groß genug sind. Daher haben Frauen meist auch höhere Stimmen und schneller Stimmprobleme als Männer.

 

Bei Männer schwingen die Stimmbänder 110-mal pro Sekunde, bei Frauen 220-mal 🙁

 

Aber wir haben sehr große Spielräume die Frequenz mit der die Stimmlippen schwingen, zu verändern. Laut Ärzten können sich psychische und auch körperliche Erkrankungen in Stimme und auch Sprechweise niederschlagen. Das glaube ich gerne. Denn wenn du psychisch angeschlagen bist, wirst du nicht so locker plaudern, wie wenn alles ok ist.

 

Die gute Nachricht:

Die eine oder andere hat sich auch schon mal in eine Stimme verliebt. Ja das geht. Denn eine wohltuende, vertrauensvolle, tiefe, angenehme Stimme kann verführen.

Also Stimme und Sprache haben einen sehr großen Einfluss auf unsere Kommunikation. Bleiben wir erstmal bei der Stimme.
Stelle die einen Mitarbeiter oder Vorgesetzten vor, der wie schon das Sprichwort sagt, in seinen Bart murmelt. Der Inhalt ist meist nur schwer zu verstehen. Wenn der so monoton in sich hinein quasselt.

Oder eine Managerin die mit schriller Stimme ihre Abteilung antreibt. Da wird wohl eher das Wort vertreibt eine Bedeutung bekommen. Klingt ja grauenvoll.

 

Wir werden schon als Babys und in der Kindheit beeinflusst, wie wir auf Stimmen, Körpersprache usw. reagieren. Diese Beeinflussung kommt von unseren Vorbildern, also Eltern, Großeltern. Sie waren die allerersten mit denen wir es zu tun hatten, sobald wir das Licht der Welt erblickten. Und wir reagierten und orientierten uns auf ihre Stimmen, ihr Verhalten, ihre Muster. War ja sonst keiner da.

Genauso ist es mit der Körpersprache. Der reagiert immer. Und was macht ein Baby. Es erkennt zwar die Stimme und den Tonfall der Mutter. Aber wenn der Körper etwas anderes als das gesprochene Wort sagt, wird es reagieren. Ähnlich ist es bei Tieren. Denke an Hunde. Er versteht die Worte nicht. Erkennt jedoch den Tonfall und die Körpersprache.

Es kommt auch darauf an wie schnell, gehetzt, langsam, langweilig oder nasal du sprichst. Je nachdem in welcher Situation du dich befindest. Bei einem Meeting kann zu schnelles Sprechen dazu führen, dass am Ende des Meetings keiner so Recht weiß, was du so von dir gegeben hast. Und wie du sicherlich weißt, die Meeting Kultur besagt, dass ein halber Arbeitstag pro Woche durch ein Meeting verloren geht. "Viele gehen rein, und wenig kommt raus".

 

Andererseits kann zu langsames sprechen dazu führen, dass dir die Kollegen wegpennen. Daher ist es gut, sich bewusst zu machen, in welcher Branche ich mich befinde und wie ich meine Botschaft anbringen soll. Denke an einen Bankbeamten. Der wird anders sprechen, als ein Bäcker oder eine Verkäuferin in einer Boutique.

 

Bleibe authentisch bei dem was du sagst.

 

Hier ein Tipp für dich:

Wenn du symphaytisch, anziehend bei deinem GesprächspartnerIn ankommen möchtest, dann sprich kraftvoll, mit Melodie, dynamisch, freundlich. Möchtest du vertrauen erwecken, dann würde ich dir einen weicheren Stimmeinsatz, ein weicheres Sprechen empfehlen.

Du siehst also, Stimme hat unglaubliche Wirkung und du kannst dich so richtig damit spielen. Ich liebe es, mit meiner Stimme zu spielen. Einmal hart, einmal zart, einmal tief und erotisch, einmal leise dann wieder laut. Das macht die Stimme so wirkungsvoll.

Langweilst du noch, oder begeistert du schon?

 

Wie schon Mark Twain sagte:

 

"Es braucht einen guten Anfang und auf ein wirkungsvolles Ende."

 

Übrigens:

Bei meiner letzten Moderation, die ich ja in Folge 78 beschreiben habe, beendete ich meiner Moderationskollegin mit singen. Ist auch eine Art, sich zu verabschieden. Sofern du musikalisch bist. Denke jedoch auch sonst würdest du in Erinnerung bleiben.

Ich helfe dir gerne deine Stärken zu stärken. Ob in Seminaren für Unternehmen oder auch als dein Privatcoach. Damit du beim Reden auch ankommst.

 

Und wenn dir mein Podcast gefällt, bitte ich dich um eine positive Rezession auf iTunes. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Noch eine schöne Zeit.

Dein

Präsentieren sicher sprechen besser wirken
 
 
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Written by garystuetz

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