Deinen Vortrag auf den Punkt gebracht

Auf den Punkt kommen und überzeugen

Sicher hast du es schon erlebt, du sitzt in einem Vortrag und der Sprecher hört nicht auf zu quatschen. Endloser Redefluss. Schön wäre es gewesen, wenn er sein Thema inhaltlich auf den Punkt gebracht hätte. Die heutige Meeting Kultur besagt, dass ein halber Arbeitstag pro Woche wegen eines Meetings im Unternehmen verloren geht. Pro Monat sind das 2 volle Tage. Das kostet dem Unternehmen viel Geld und dir Zeit und Nerven. Wie kommt`s? Manche hören sich selbst gerne reden. Das nervt die Zuhörer und du verlierst die Aufmerksamkeit deines Gegenübers, wenn du deinen Vortrag nicht auf den Punkt gebracht hast. Deine Botschaft geht verloren, kommt nicht an. Weil es eben zu viele und teils uninteressante Information sind, die da rüberkommen.

inhaltlich auf den Punkt bringen

Redefluss unterbrechen – auf den Punkt kommen

Denke mal an deinen Computer, da kannst du die Festplatte komprimieren. Aber wenn kaum noch freie Speicherkapazität vorhanden ist häufen sich System- und Fehlermeldungen. Durch Komprimierung der Festplatte gewinnst du wieder Speicherplatz. So ähnlich ist es bei unseren Sprechern, die nicht auf den Punkt kommen. Nur leider kann man sie nicht komprimieren. Dabei kann man einen Redefluss ganz leicht unterbrechen. Man macht eine kleine Redepause, wartet ab und stellt dann eine Frage und schon hat man den Redefluss unterbrochen. Dadurch kann unser Gehirn Informationen wieder besser verarbeiten. Bei einem Redefluss von mehr als 15 Wörter sollst du eine Pause machen. Das ist enorm wichtig damit die ganze Information nicht verloren geht, denn unser Gehirn nimmt nur einen gewissen Teil auf, der Rest geht verloren. Ergo: Bringe es auf den Punkt und hab Mut zur Pause Wer überzeugen möchte, muss auf den Punkt kommen oder anders gesagt. Er muss sein Thema inhaltlich auf den Punkt gebracht haben.

Die Satzmelodie entscheidet über Wirkung

Wie anfangs erwähnt, geht es darum ein Ende im Text zu finden. Kein langes herumreden. Den Redefluss unterbrechen. Inhaltlich auf den Punkt gebracht. Nimm dir eine Zeitung. Da hast du eine Headline und dann den Text als Information. Diese ist in Abschnitte unterteilt. Denke an unser Gehirn, immer Step by Step, sonst kommt es nicht mehr mit.

Punkt eins.

  • den Inhalt kurz und verständlich zusammenfassen
  • Punkt zwei.am Ende eines Satzes einen hörbaren Punkt machen. Am Ende einer Aussage, ist die Stimme am tiefsten. Also runter damit.

auf den Punkt kommenInhaltlich auf den Punkt gebracht

In der Praxis geschieht oft das Gegenteil. Im Redefluss bleibt die Stimme hoch und klingt wie eine Frage. Vielredner ertrinken im Redefluss und kommen zu keinem Ende. Sie bringen ihr Thema inhaltlich nicht auf den Punkt. Vorsicht, wenn die Stimme immer nach oben geht. Es wirkt unsicher und stockend, wenn die Satzmelodie falsch eingesetzt wird. Im folgenden Beispiel bleibt die Stimme immer oben hängen:„Mein Name ist Klaus Wagner…, ich bin 43 Jahre alt…, ich beschäftige mich mit Softwareergonomie…, das heißt, ich mache Anwendungen für den Benutzer intuitiv bedienbar…, meine Firma hat Kunden vor allem im Schulungsbereich… und ja, ursprünglich komme ich aus Berlin und wohne jetzt bei Stuttgart… in meiner Freizeit fahre ich Rennrad… na ja, das wars erstmal zu mir.“ Der Zuhörer wünscht sich: Kommen Sie auf den Punkt, Herr Wagner!  Gewöhne dir an, Kernaussagen kurz und bündig mit der richtigen Satzmelodie zu sprechen. Wer Wert darauf legt, sicher, kompetent und strukturiert beim Gegenüber anzukommen, sollte auf seine Satzmelodie achten und den Redefluss unterbrechen. Mache kurze Sätze und senke deine Stimme am Ende jeden Satzes. Punkt. Pause. Der tiefste Ton ist ein Schlusssignal für deine Hörer. Die wissen jetzt: Der Satz ist beendet. Fehlt dieses Schlusssignal in der Satzmelodie, fragen sich deine Zuhörer: Kommt noch etwas? Stimmt das? Weiß er/sie nicht weiter?

Es gibt einige Übungen, die helfen.

Nimm dich selbst mit deinem Smartphone auf und höre dir selbst zu. Aufnehmen und am nächsten Tag hören. Bitte höre wirklich kritisch hin. Wenn du das jetzt auch ganz toll findest, rate ich dir die Aufnahme deinem Partner, Bekannten oder Kollgegen vorzuspielen. Hier geht es weder um Selbstdarstellung noch um  Selbstbeweihräucherung. Eine Aufnahme von einer Minute reicht schon aus. Nimm dir einen selbst geschriebenen Text, vielleicht den Vortrag von deinem Meeting oder Präsentation. Nimm eine Situation, in der du dich einem neuen Kollegen, einer neuen Geschäftspartnerin vorstellst. Was sagst du da gewöhnlich? Höre dir die Tonaufnahme am nächsten Tag an und sei kritisch mit dir selbst.

Hast du es auf den Punkt gebracht? Oder bleibt die Stimme oben hängen?

Auf diese Weise schulst du deine Wahrnehmung und trainierst überzeugendes Reden auf den Punkt. Du kommst besser bei deinem Gegenüber, deinen Zuhörern an. Man hört Dir gerne zu. Außerdem macht es dir viel mehr Spass, weil du Aufmerksamkeit erzeugst und erfolgreich bist. Ein sehr schönes Zitat vom französischen Schriftsteller Jean Cocteau bringt es auf den Punkt. „Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen – nicht umgekehrt.“ Wem es gelingt, komplexe Sachverhalte klar, kurz und präzise zu formulieren, dem hört man gerne zu und schenkt ihm seine Aufmerksamkeit. Vor allem im beruflichen Kontext ist es oft erforderlich, seine Anliegen klar zu formulieren und auf den Punkt zu bringen. Zum einen, weil wir uns Gehör verschaffen wollen und zum anderen um die Zuhörer nicht mit zu vielen Worten zu überfordern. Wenn du etwas trainierst, wird dein Kommunikationsverhalten wirksamer. Missverständnisse werden seltener wenn du dein Anliegen auf den Punkt gebracht hast. Du bist in der Lage, deine Interessen präzise, fokussiert und nachhaltig zu artikulieren.

Eine weitere Übung um es auf den Punkt zu bringen

Versuche es doch einmal mit Leseübungen. Das Beispiel von Klaus Wagner hast du schon gehört. Die Version wie du es auf den Punkt bringst geht so: „Mein Name ist Klaus Wagner…, ich beschäftige mich mit Softwareergonomie…, das heißt, ich mache Anwendungen für den Benutzer intuitiv bedienbar…, meine Firma hat Kunden vor allem im Schulungsbereich.  Kurz und knackig wie wir beim Radio immer gesagt haben. Inhaltlich auf den Punkt gebracht! Mehr brauchst du nicht. Die Gefahr liegt nämlich darin, dass wenn du hier mehr sagen würdest es sein kann, dass du dich  komplett verzettelst und den Faden verlierst. Dann hast Du es inhaltlich nicht auf den Punkt gebracht! Daher: Sei klar und präzise in deiner Kommunikation

  • Durch mehr Klarheit in deinen Aussagen erreichst du deine Ziele direkter und wirksamer
  • formuliere Inhalte präzise und prägnant – ohne irgendwelche Umwege, Umschweife und Floskeln
  • lerne den Blickwinkel deiner Zuhörer einzunehmen
  • optimiere deine Kommunikation, schaffst Aufmerksamkeit, wirst gehört

Was sonst noch wirkt

Wir drücken uns mit unserer Stimme und mit der Art wie wir sprechen aus. Durch Körpersprache und Sprechkultur vermitteln wir unserem Gegenüber zahlreiche, entscheidende Informationen wie

  • Formulierungen,
  • Gestik,
  • Mimik,
  • Betonung,
  • Pausen und
  • Sprachmelodie

Training und Vorbereitung

Wir kommunizieren immer, auch ohne zu sprechen. Wir beeinflussen unser Sprechen mit unserer Körperhaltung. All dieses können wir trainieren. Wenn du erfolgreich sein möchtest, ist ein Stimmtraining und Sprachtraining empfehlenswert. Auch Körpersprache und Präsenz gehören dazu. Ich habe häufig Kunden, die sich im Einzelcoaching für einen Vortrag, Rede, Präsentation vorbereiten. Mir macht es Spass, gemeinsam zu arbeiten. Gerne gebe ich meine vielen Tipps und Tricks weiter denn ich sehe im Laufe des Coachings den positiven Effekt, die Verbesserung und Sicherheit, die erreicht wird. Kürzlich hatte ich einen Kunden, der sich für einen Vortrag vor 800 Menschen vorbereiten musste. Also da würde auch ich ordentlich nervös sein. Und er macht das vor so vielen Menschen das erste Mal. Respekt! Da gehört viel Vorbereitung und viel Training dazu. Wir haben insbesondere an seinem Einstiegssatz gearbeitet, denn wie du weißt ist der erste Eindruck der Wichtigste. Danach erst  haben wir am Inhalt gearbeitet. Unnötiges haben wir gestrichen. Füllwörter, überflüssige Sätze usw. Wir haben es inhaltlich auf den Punkt gebracht. Den Rest muss er jetzt selber bewältigen. Aber das schafft er. Denn er hat jetzt ein Tool mit dem er üben kann.

Damit auch du deinen Vortrag inhaltlich auf den Punkt gebracht bekommst, empfehle ich dir das Hörbuch, „Entspannter sprechen als Obama“ und den „Kommunikations Spray.“

 

P.S. Ich würde mich sehr über einen positiven Kommentar von Dir freuen wenn dir mein Blog gefallen hat.

 

Written by garystuetz

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