Die Stimme ist unser stärkstes Ausdrucksmittel

Neben guter Vorbereitung, Aufmerksamkeit und der richtigen Einstiegstechnik, kommt es natürlich auch auf die Sprache und Stimme an. Die gehört vor einem Auftritt, egal welcher Art, aufgewärmt, damit du besser verstanden wirst. Denn wenn Sprache, Klang und Geräusch im Einklang sind, werden wir gut verstanden. Wenn ein Betrunkener lallt, ist zwar die emotionale Botschaft meist noch zu hören aber der Inhalt ist kaum zu verstehen, weil die Konsonanten fehlen. Unsere Stimme ist unser stärkstes Ausdrucksmittel, unsere Visitenkarte. Und sie besteht zu 100% aus Luft. Genauer betrachtet sind es kleine Luftdruckunterschiede, kleine Schallwellen, welche unsere Stimmlippen oder auch Stimmbänder in Schwingung versetzen. Es ist gut zu wissen, dass es nicht nur darauf ankommt was rauskommt, also der Inhalt, sondern auch wie es rauskommt. Die Stimme macht rund 40 % an der Gesamtwirkung des Menschen aus.

Die Sprache und die Stimme sind Ausdrucksmittel

Pause machen beim Sprechen – die Sprache als Ausdrucksmittel nutzen

Viele sind sich der Wichtigkeit der Stimme nicht bewusst, bzw. denken nicht darüber nach. Wir können ja sprechen. Viele können nicht adäquat reagieren, wenn’s zu Stimmproblemen kommt. Ich spreche hier besonders diejenigen an, die viel sprechen müssen und die Stimme und Sprache auch beruflich brauchen. Für unsere sehr sensiblen Stimmlippen ist das schnelle Öffnen und Schließen eine enorme Belastung. Daher gilt auch dieser Satz: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Weil wir häufig zu viel sprechen. Ich erlebe das immer wieder z.B. bei Vorstellungsgesprächen, Meetings, Präsentationen usw.

Sprechen ohne Punkt und Komma

Kürzlich war ich bei einer Betriebsführung eines großen Unternehmens. Der Herr, der uns durch den Betrieb führte war wirklich sehr fachkundig und verfügte über ein großes Wissen rund ums Unternehmen. Er sprach allerdings ohne Punkt und Komma. Wir gingen also durch den Betrieb und er hat alles ausführlich erklärt. Irgendwann waren wir dann in einen Vortragssaal angekommen und haben weiter zugehört. Mir und einigen anderen hats die Augen vor Müdigkeit zugedrückt. Eine Frau, drei Stühle neben mir ist der Kopf regelrecht nach unten gefallen. Ganz langsam begann das Kinn auf die Brust zu sinken. Wie in Zeitlupe. Leider hat der Vortragende entweder nichts mitbekommen oder er wurde dafür bezahlt, dass er all seine Informationen los wird, egal wie. Pause machen beim Sprechen. Dem Gegenüber Zeit lassen, die Botschaft, den Inhalt auch zu verarbeiten. Durch eine Pause erlaube ich in einem Gespräch dem anderen auch meine Gedanken zu teilen. Pausen erhöhen die Aufmerksamkeit.

Übrigens:

Die Sprache und Stimme sind AusdrucksmittelWer mehr als 6 Stunden am Tag sprechen muss kann mit Stimmstörungen rechnen, das besagt eine Studie der HNO Klinik der Uni Regensburg. Und auch ich weiß wovon ich spreche. Besonders wenn man öffentlich spricht. Da kommt der Geräuschpegel, Rauch, kalte Getränke, Anspannung usw.noch hinzu. Unsere Stimme verrät auch viel über unser Gegenüber denn  wir  legen viele Informationen über uns offen. Wer schnell spricht, ist häufig ein hektischer Mensch. Die Aussprache ist oft schlampig. Langsam sprechen bedeutet nicht immer sich dessen Wirkung bewusst zu sein. Es kann auch bedeuten, dass es ein Mensch ist, der es nicht eilig hat, vielleicht ein Langweiler?  Besonders für Menschen, die beruflich viel sprechen und ihre Stimme häufig einsetzen, ist es gut, sich mit der Wirkung der Stimme auseinanderzusetzen. Denke einmal an die stimmliche Wirkung von Radiomoderatoren/innen. Aufgrund der Stimme machst du dir ein Bild vom Aussehen, vom Alter. Hast du schon einmal über diese Wirkung nachgedacht?

Beispiel die Sprache im Kundengespräch:

Meist unbewusst entscheiden wir ob jemand kompetent und vertrauensvoll ist, wenn wir mit ihm telefonieren. Bereits während der Begrüßung entscheiden wir ob uns die Stimme gefällt, ob wir fühlen uns wohlfühlen oder nicht. Einer hohen oder auch pipsigen Stimme hören wir nicht gerne zu. Von der Größe der Stimmlippen hängt es ab ob wir eine hohe oder tiefe Stimme haben. Je dünner und kürzer diese sind, desto höher ist die Stimme, weil sie häufiger schwingen. Wenn deine Stimmbänder nicht groß genug sind nützt es also nichts tiefer zu sprechen. Frauen haben meist höhere Stimmen und schneller Stimmprobleme als Männer. Die Stimmbänder wschwingen bei Männern 110-mal pro Sekunde, bei Frauen 220-mal .  Wir haben jedoch sehr große Spielräume die Frequenz mit der die Stimmlippen schwingen, zu verändern. Laut Ärzten können sich körperliche und psychische Erkrankungen in Stimme und auch Sprechweise niederschlagen.

Die gute Nachricht:

Eine wohltuende, vertrauensvolle, tiefe, angenehme Stimme kann verführen. Man kann sich sogar in eine Stimme verlieben. Fest steht, dass Stimme und Sprache einen sehr großen Einfluss auf unsere Kommunikation haben. Stelle die einen Mitarbeiter oder Vorgesetzten vor, der in seinen Bart murmelt. Der Inhalt ist meist schwer zu verstehen. Eine Managerin die mit schriller Stimme ihre Abteilung antreibt wird ihre Mitarbeiter/innen wohl eher vertreiben. Keine schöne Vorstellung! Schon als Babys und in der Kindheit werden wir beeinflusst, wie wir auf Stimmen, Körpersprache usw. reagieren. Diese Beeinflussung kommt von unseren Vorbildern, also Eltern, Großeltern denn sie waren die allerersten, die wir hörten als wir das Licht der Welt erblickten. Und wir reagierten und orientierten uns auf ihre Stimmen, ihr Verhalten. Wenn du anziehend, sympathisch bei deinem Gesprächspartner/in ankommen möchtest, dann sprich kraftvoll, mit Melodie, dynamisch, freundlich. Möchtest du vertrauen erwecken, dann empfehle ich dir einen weicheren Stimmeinsatz, ein weicheres Sprechen. Wie Du siehst, Stimme hat unglaubliche Wirkung und du kannst so richtig damit spielen. Ich liebe es, mit meiner Stimme zu spielen. Mal hart, mal zart, mal tief und erotisch, mal leise dann wieder laut. Das macht unsere Stimme so wirkungsvoll.

P.S. Ich helfe dir gerne deine Stärken zu stärken. Ob in Seminaren für Unternehmen oder auch als dein Privatcoach. Damit du beim Reden auch ankommst. Hier meine Termine!

 

Written by garystuetz

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