Angst vor Stimmversagen?

Keine Sorge, Stimmversagen kann man vorbeugen! Kurz bevor der Auftritt losgeht, merkst du wie dein Puls schneller wird. Deine Hände sind schweißnass und die Stimme klingt schwach. Auf der Bühne glaubst du, dass deine Stimme versagt und du nicht mehr sprechen kannst. Die Angst vor Stimmversagen ist enorm. Viele Menschen haben Lampenfieber, bevor Sie eine Bühne betreten oder ihren Vortrag starten. Forscher sagen, dass die Angst vor Menschen zu sprechen größer ist, als die Angst vor Krankheit, Scheidung oder Tod. Über 50 % der Menschen die vor Publikum sprechen, haben Lampenfieber. Nervosität, Stimmprobleme, nasse Hände, zittrige Knie, ein flauer Magen und ein trockener Mund gehören dazu. Sogar Profis wie Robbie Williams oder Adele werden von Nervosität vor ihrem Auftritt nicht verschont. Auch sie haben Angst vor Stimmversagen oder einfach ausgedrückt, dass ihre Stimme versagt.

Stimmversagen kann man vorbeugen durch StimmtrainingUnsere Stimme ist reines Gold!

Unsere Stimme ist eines unserer machtvollsten Instrumente! Gerade deshalb ist die Angst vor Stimmversagen so groß. Während der Kommunikation entscheidet unser Gehirn binnen weniger Sekunden, ob die Stimme des Gegenübers für uns stimmig ist.  Wir entscheiden intuitiv, wem wir zuhören und wem nicht. Trainierten Stimmen, d.h. die Beherrschung von Stimme und Sprache, eröffnet uns viele kommunikative Möglichkeiten denn wir alle sind täglich von einer Vielzahl von trainierten Stimmen umgeben. Ich denke beispielsweise an Nachrichtensprecher, Stimmen im Supermarkt oder in der Werbung, Radio oder Fernsehen. Trainierten Stimmen hören wir gern zu. Wir sprechen täglich mit Kollegen, Freunden oder der Familie und hören deren Stimmen.

Welche Stimmen hören wir gern?

Trainierten Stimmen und angenehm klingenden Stimmen hören wir gern zu. Trainierten Stimmen bzw. ausgebildeten Stimmen, die klar und deutlich zu verstehen sind. Das sind die Menschen, denen wir gut folgen können wenn sie etwas erzählen. Stimmen in höheren Tonlagen, schrille Stimmen werden oftmals als sehr nervig oder anstrengend empfunden. Da wollen wir nicht weiter hinhören denn es tut unseren Ohren weh. Da wünschen wir uns sogar vielleicht ein Stimmversagen des Redners.

7 – 38 – 55?

Kennst Du diese drei magischen Zahlen der Kommunikation? Laut einer Studie von Dr. Albert Mehrabian, besteht Kommunikation zu 55 Prozent aus Körpersprache, 38 Prozent wird über die Stimme transportiert und nur 7 Prozent über den Inhalt. Ich bin mir da nicht so sicher, dass diese Zahlen auch zutreffend sind,  da der Content durchaus wichtig ist. Bei anderen Studien kommt es zu geringen Abweichungen. Diese  beziehen sich jedoch meist auf eine andere Methode bei der Messung bzw. bei den unterschiedlichen Begriffsabgrenzungen. Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass mehr als 7 % dem Inhalt zukommen.

Stimme und Körpersprache sind ein Paar

Es stellt sich die Frage, ob eine Verständigung mit Körpersprache und Stimmeinsatz möglich wäre, wenn tatsächlich nur 7% den Inhalt ausmachen? Möglicherweise kennst Du das aus eigener Erfahrung. Man kommuniziert im Urlaub mit jemanden, ohne die Fremdsprache zu können, mittels Körpersprache. Man kann sich auf diese Art verständigen oder zumindest verstehen, was gemeint ist. Größtenteils. Nonverbale Kommunikation wird das genannt. Laut des österreichischen Kommunikationswissenschaftlers und Autor Paul Watzlawick können wir nicht nicht kommunizieren. Das bedeutet, dass wir immer kommunizieren, auch wenn wir nichts sagen. Wer nichts sagt bzw. sich einer Kommunikation verweigert, macht damit sehr deutlich, dass er nicht kommunizieren will. Mit der Person nicht, jetzt nicht bzw. in der Situation nicht. Also: Wir kommunizieren ständig miteinander, ob mit oder ohne zu sprechen oder auch wenn wir nur Stimmen hören. Lt. Jeanette Bergmann, Stellvertretende Leiterin in einem Sprachzentrum in der Nähe von Bonn, werden der Körpersprache sogar 69% zugesprochen.

Schauspieler überzeugen nonverbal!Stimmversagen kann man vorbeugen durch Stimmtraining

Die Bedeutung von Stimmqualität und Körpersprach wird von Laien nicht selten unterschätzt. Deshalb werden Bühnendarsteller intensiv in Stimmmodulation und Körpersprache trainiert. Schauspieler zum Beispiel überzeugen primär durch nonverbale Aktivitäten und wirken nicht wirklich durch gesprochene Worte. Da spielt Stimmversagen eine sekundäre Rolle. Jeder Schauspieler sollte stets in der Lage sein, das Wort „nein“ in mindestens 10 verschiedenen Bedeutungsnuancen sprechen zu können. Insbesondere für Speaker und Vortragsredner sind diese Erkenntnisse von großem Vorteil.

Wieso?

Weil eine Präsentation, ein Vortrag, eine Rede auch vom erlebten lebt. Somit kann ein klein wenig Schauspielerei nicht schaden. Durch einen lebendigen Vortrag bleibt das Publikum aufmerksam und dabei. Wir vermitteln mit unserer Stimme sehr viel mehr als die meisten vermuten. Eine gut funktionierende Stimme ist nämlich nicht selbstverständlich. Durch gezieltes Training ist jede Sprechweise und jede Stimme individuell optimierungsfähig. Man muss nur wissen wie. Die Stimme ist quasi ein Instrument, welches man lernen und perfektionieren kann. Deine Zuhörer oder Gesprächspartner nicht nur inhaltlich sondern auch stimmlich zu fesseln, das ist das Ziel. Deine Zuhörer sollten gerne deine Stimme hören!  Nur so wird das Gesagte ankommen. Redner mit trainierten Stimmen kommer besser an. Werden besser verstanden und gehört. Bei trainierten Stimmen kommen es seltener zu Stimmversagen als bei untrainierten. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie Du auf andere wirkst und warum? Wie andere deine Stimme hören?

Was tun wenn die Stimme versagt?

Kürzlich war ich als Moderator eine ganze Woche für einen Event gebucht, an dem über 2.000 Menschen jeden Abend teilnahmen und eine Show sahen. Im Laufe der Woche bemerkte ich, dass sich meine Stimme veränderte und sie schwächer wurde. Ich hatte Angst davor, dass meine Stimme versagt. Das ist das schlimmste was passieren kann – Stimmversagen. Dann, am letzten Abend, bei der Abschiedsgala, kam es fast zum totalen Stimmverlust. Ein Alptraum und der absolute Worstcase für einen Sprecher oder Moderator. Ich wusste, dass ich da durch musste, und zwar ohne Stimmversagen. Glücklicherweise weiß ich als professioneller Sprecher wie ich meine Kraftreserven mobilisiere und verhindern kann, dass meine Stimme versagt. Ich habe mir den Druck ganz unten vom Bauch, aus dem Zwerchfell geholt, man nennt das „gestützt“. So habe ich den letzten Abend im wahrsten Sinn des Wortes „überstanden“. Das Publikum konnte meine Stimme hören, und zwar bis zum Schluß, klar und deutlich. Nach dieser Woche war ich dann beim Facharzt – ich hatte 2 Monate lang entzündete Stimmbänder.

Angst vor Stimmversagen senken und die Stimme stärken

Wenn es um meine Stimme geht kenne ich selbst die Symptome und Probleme sehr gut. Auch diese Angst vor Stimmversagen ist mir nicht fremd. Besonders wenn ich vor vielen Menschen sprechen soll und meine Stimme macht nicht das, was ich gerne möchte. Da kommt auch bei mir schon mal kurz die Angst auf, dass meine Stimme versagt. Bei einem großen Event im Frühjahr 2016 war ich als Moderator gebucht. Stargäste wie Glasperlenspiel, Caro und Daniel waren dabei. Vor der Bühne saßen rund 2.500 Menschen. In solchen Momenten steigt auch bei mir die Nervosität. Ich tue dann immer folgendes: ich wärme  mich Backstage auf. Ein paar Dehnungsübungen für den Körper und die Sprechmuskulatur trainiere ich mit Gähnen. Das stärkt meine Stimme und macht sie zur trainierten Stimme. Trainierten Stimmen hören wir Menschen gern zu und es kommt nur sehr selten zu Stimmversagen.

Mein Tipp für dich gegen Angst vor Stimmversagen:

Du kannst einem Stimmversagen vorbeugen mit diesem Tipp: Angenommen, du bist der König der Tiere, ein starker Löwe, der mit schläfrigem Blick die Gegend absucht und sich dabei räkelt. Reiß deinen Mund richtig auf und lass ein grollendes Gähnen aus der Tiefe Deiner Kehle heraus! Aber bitte vorsichtig und nicht zu wild, damit Du Dir den Kiefer nicht ausrenkst. Seufze herzlich dazu, strecke und räkel Dich, genieße dein Gähnen. Deine Nervosität und das Lampenfieber dürfen ziehen und deine Stimme wird so stark wie ein Tiger…das Risiko, dass deine Stimme versagt, sinkt enorm. Also, keine Angst vor Stimmversagen!

P.S. Wenn dir mein Blog gefällt, schreib bitte einen positiven Kommentar. Dafür bin ich dir sehr dankbar.
Übrigens: Die neuen Termine sind online – ich freue mich auf Dich! 

 

Written by garystuetz

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