Interview Harry Humer

Do´s and Dont´s bei Stress

 

 

 

 

 

 

 

 

Vita:

 

Harry Humer ist Jahrgang 1969, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er war knapp 30 Jahre erfolgreich in der Bankbranche tätig.

Der Erfolg hatte allerdings einen hohen Preis. Die Gesundheit. Durch den jahrelangen, hohen Stresspegel hatte er 2014 sein 1. Burn Out, welches einen Krankenstand von 11 Monaten nach sich zog. Bereits Anfang 2016 stand er vor der selben Diagnose. Nun wurde ihm klar, dass er etwas ändern muss.

Er kündigte seinen Job und machte eine Ausbildung zum Humanenergetiker, Dipl. Mental-, Hypnose- und Entspannungstrainer, Dipl. Holistic Pulsing Practitioner und Zert. Transformative Trance Anwender. Seit Ende 2017 begleitet er in seinem Energiestudio in Strobl Menschen, die stressbedingt Probleme haben.

Gerade seine unkonventionelle Art und die eigenen Erlebnisse werden von seinen Klienten geschätzt und heben ihn von Kollegen ab.

 

Was hat dich dazu bewegt das zu tun, was du heute machst?

Ich war in meinem ursprünglichen Job sehr erfolgreich und hatte sogar phasenweise das Gefühl fliegen zu können und unsterblich zu sein. Ein Leben nur mit Vollgas und ohne Blick in den Rückspiegel. 2014 ist dann das „Gas“ hängengeblieben und es passierte das unvermeidbare. Burn Out. Nach knapp einem Jahr Krankenstand war ich der Meinung, dass ich wieder alles im Griff habe und arbeitet wieder in meinem alten Job.

Harry Humer

 

Nachdem ich mein Verhalten nicht nachhaltig geändert hatte, bekam ich Anfang 2016 nochmals die Diagnose.

Da wurde mir klar, dass ich mein Leben und meine Einstellung dazu gravierend ändern musste.

 

 

 

Was genau ist Stress? 

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Materialforschung und bezieht sich auf den Druck unter dem ein Material steht. Es ist die Summe aller einwirkenden Reize. Der ungarische Prof. Hans Selye hat die Definition auf den Menschen übertragen und spricht von einem körperlichen, geistigen und seelischen Stress.

Stress an sich ist nichts Schlechtes, im Gegenteil, wir brauchen ihn auch. Dadurch entsteht ein Leben voller Spannung. Ohne diesen Lustgewinn gäbe es keine Emotionen wie z. B. Liebe. Diese Art von Stress wird auch Eustress genannt.

Wenn allerdings zu viel Spannung vorhanden ist, dann kommt es zu einer Überforderung und in Folge zum Lustverlust. Hier sprechen wir dann vom Distress. So gibt es wie beim Cholesterin einen guten und einen schlechten Stress.

 

Wie entsteht überhaupt Stress?

Ich kann mit meiner Tätigkeit überlastet, aber auch unterfordert sein. Noch schlimmer ist es, wenn diese für mich keinen Sinn ergibt.
Ein kurzes Beispiel: Dein Vorgesetzter gibt Dir eine Nagelschere in die Hand und erteilt Dir den Auftrag damit den Rasen zu schneiden. Weil es Dir befohlen wurde, wirst Du damit beginnen. Es wird nicht lange dauern und Du wirst Deinem Chef sagen, dass das sinnlos ist. Wenn er dann erwidert Du sollst trotzdem den Auftrag ausführen und damit am Abend fertig sein, wird das eine Menge Stress in Dir auslösen.

Oft sind aber auch innere Antreiber wie Perfektionismus oder Glaubenssätze Schuld am Stress. Nicht nein sagen können und sich zu wenig abgrenzen bzw. es jedem Recht machen zu wollen sind auch wichtige Faktoren. Es kann aber auch die Partnerschaft oder der persönliche Lebensstil (Freizeitstress) ungesund werden. Und ein aus meiner Sicht wesentlicher Punkte sind falsche oder gar keine Ziele.
Allein dieses Thema wäre schon einen eigenen Podcast wert.

 

Wozu führt Stress?

Meistens beginnt es mit Kopf-, Nacken-, Schulter- und Rückenbeschwerden. Es ist ja kein Wunder, schließlich ist man ja ständig angespannt. Zu den Muskelverspannungen kommen auch noch Muskelzucken (Tics). Sehr häufig kommt es zu Problemen im Magen-Darm-Trakt. Vieles liegt einem schwer im Magen bzw. man hat einen nervösen Magen.

Ein Klassiker ist auch Bluthochdruck oder Herzrasen. Wenn wunderts, ist man doch ständig auf der Palme.
Hautprobleme wie Juckreiz, Ausschläge und Neurodermitis sind auch klare Anzeichen für Stress.
Alle Arten von Schlafstörungen (einschlafen, durchschlafen)
Schlaf Apnoe. Das sind Atemaussetzer in der Nacht. Dieses Problem kenne ich nur allzugut, da ich seit ca. 20 Jahren darunter leide. Je gestresster Du bist, desto mehr Aussetzer hast Du und der Schlaf ist nicht erholsam, weil die Aussetzer Deinen Körper stressen. Wenn Du nicht ausgeschlafen bist, dann stresst Dich alles noch mehr. Das ist ein Teufelskreis.

Die Anfälligkeit für Infektionen steigt, weil Dein Immunsystem durch die ständige Ausschüttung von Stresshormonen nicht mehr richtig arbeitet. Depressionen und Panikattacken können auftreten und das ist kein Spaß. Bei meiner ersten Panikattacke hatte ich Angst keine Luft mehr zu bekommen. Du kannst aber auch Diabetes bekommen. Ich habe es geschafft, dass ich der erste vollinsulinpflichtige Diabetiker in meiner Familie geworden bin.

Energie- und Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit treten immer öfter auf und auch Krebs kann eine Folge von zu viel Stress sein. Laut Schätzungen der WHO gehen zwischen 80 und 90 % aller Krankheiten auf Stress zurück.

 

Warum haben wir in der heutigen Zeit mehr Stress als früher?

Wenn Du Dich mit älteren Menschen unterhältst dann wirst Du feststellen, dass diese früher härter gearbeitet haben und die Rahmenbedingungen, gerade nach dem Krieg waren um vieles schlechter als heute. Was anders war, dass war die Erwartung vom Leben und dem damit einhergehenden Druck. Und der aus meiner Sicht sicher wesentlichste Punkt waren die Ruhephasen. Es wurde am Sonntag nicht gearbeitet und stattdessen soziale Kontakte gepflegt und auch der Tag wurde nicht so intensiv bis in die Nacht hinein genutzt wie heute. Es wurde auch eines nach dem anderen gemacht.

Lass mich kurz am Beispiel des Säbelzahntigers erklären, was es mit den Ruhephasen auf sich hat.
In der Steinzeit gingen die Männer auf die Jagd. Es konnte allerdings passieren, dass sie zum Gejagten wurden, wenn plötzlich ein Säbelzahntiger vor ihnen stand. Dies ist ein ungünstiger Zeitpunkt anhand einer Plus/Minus Liste alle Fakten abzuwägen, ob nun ein Kampf oder die Flucht vernünftiger wäre und wie dabei die Chancen stehen.

Die Entscheidung übernahm das Reptilienhirn im Bruchteil einer Sekunde. Ganz egal wie es entschied, der Körper stellte sich darauf ein. So wurden die Sinne geschärft, alle im Moment nicht lebensnotwendigen Funktionen heruntergefahren und dafür alle Kräfte mobilisiert und die dafür notwendigen Stresshormone ausgeschüttet.

Unter der Voraussetzung, dass der Kampf oder die Flucht überlebt wurde, kehrte der Jäger zurück in die Höhle zu seiner Horde und erholte sich einmal. Auch wurden vielleicht entstandene Wunden gepflegt. Genau in dieser Ruhephase hatte der Körper wieder die Zeit, alle Systeme wieder auf den Normalzustand umzustellen und alle Stresshormone abzubauen.

Nachdem wir noch immer gleich funktionieren wie in der Steinzeit möchte ich das kurz umlegen. Wir kämpfen heute tagtäglich, mit mehreren Säbelzahntigern, vielleicht sogar gleichzeitig. Wenn wir dann abgekämpft nach Hause kommen, gönnen wir uns nicht die notwendige Ruhe, sondern wollen unsere Freizeit nutzen. Schnell noch laufen gehen, weil der nächste Triathlon oder zumindest Marathon steht vor der Türe, oder ins Fitnessstudio, dann schnell noch einkaufen und schnell noch was kochen, dann schnell noch zum Yoga, obwohl ich keine Lust dazu habe und .. und …

 

Wie vermeide ich ein stressvolles Leben?

In dem ich meine Säbelzahntiger identifiziere und mir einmal bewusst mache wie viele es davon gibt und wo sie überall auf mich lauern. Habe ich das einmal geschafft, kann ich eine Strategie entwickeln, wie ich mit meinen Tigern umgehe. Vielleicht kann ich den einen oder anderen in einen Käfig sperren und erst in einem für mich optimalen Zeitpunkt herauslassen. So komme ich vom reagieren ins agieren. Außerdem kann ich mir die Frage stellen, ob ich wirklich jeden Tiger brauche. Vielleicht ist weniger mehr.

Ich meine damit, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Was auch immer das für den Einzelnen bedeutet.
Sich realistische Ziele setzen. Das hat den Vorteil, dass man nicht planlos herumläuft. Wenn Du Dein Ziel erreicht hast, dann wirst Du stolz auf Dich sein, weil Du angekommen bist und somit stellt sich Zufriedenheit ein. Genau diese Zufriedenheit findet man heute in unserer Gesellschaft immer seltener.

Das klingt schwerer als es ist. Wenn man es wirklich will und auch bereit ist die notwendigen Konsequenzen zu tragen, dann gelingt es. Sollte jemand alleine nicht weiterkommen, begleite ich ihn gerne ein Stück des Weges.

 

Wie schaffen wir es, mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen?

In dem wir uns von Zwängen befreien. Seien es die selbstauferlegten oder die von der Gesellschaft auferlegten. Mir ist schon bewusst, dass es immer Zwänge geben wird, wobei viele nicht notwendig sind. Jeder sollte sich einfach einmal Gedanken machen, was für ihn wirklich wichtig ist im Leben.

Gerade im materiellen Bereich kann man sich ruhig die Frage stellen, brauche ich das, will ich das wirklich oder muss ich es haben nur damit die andern sehen wie erfolgreich ich bin. Wichtiger wäre es, sich für sich selbst mehr Zeit zu nehmen, Grenzen zu setzen, Dinge zu machen die man gerne tut, Freunde zu treffen, Spaß zu haben und sich und das Leben nicht immer so ernst zu nehmen.

Reichtum und Zufriedenheit definiert sich nicht über den Kontostand.

 

Welche neuen Projekte sind geplant?

Genau diese Themen möchte ich in Form von Vorträgen genauer erläutern. Sei es in eigenen Veranstaltungen, eine solche ist im Spätherbst in Strobl geplant oder auch in Unternehmen für deren Mitarbeiter und Kunden, in Fitnessstudios usw.
Falls jemand daran Interesse hat, kann er sich gerne bei mir melden.

 

Welcher Mensch kommt dir in den Sinn, wenn du das Wort „erfolgreich“ hörst?

Das ist jener Mensch, der mit sich und seinem Leben zufrieden ist.

 

Was würdest du heute deinem Jüngeren Selbst empfehlen?

Bleib Dir treu, alles andere ergibt sich von selbst.

 

Deine zwei stärksten Glaubenssätze:

Das Leben ist kurz, genieße es.
Leb, so wie Du Dich fühlst.

 

Welcher Wert ist mir besonders wichtig.

Ehrlichkeit.

 

Meine persönliche Buchempfehlung: (kann auch das eigene Buch sein)

Du bist das Placebo von Dr. Joe Dispenza

 

Kontaktdaten des Interviewpartners: 

Harry Humer
Salzburger Straße 17
5350  Strobl
0660/7158081, harry@energetik-humer.at

www.energetik-humer.at

 

 

Written by garystuetz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*