Viel Reden langweilt

 

 

So stoppst du Vielredner!

Wahrscheinlich kennst du auch solche Situationen. Du sitzt in einem Vortrag oder im Meeting und der Redner kommt einfach nicht zum Wesentlichen. Wir sitzen seit einer gefühlten Ewigkeit auf unserem Stuhl und „ertragen“ die Information, weil es einfach nur langweilig ist. Die Zeit läuft an uns vorbei und dem Moderator kann ich schon gar nicht mehr richtig folgen. Der Zeitfresser Meeting und Vielredner schlägt unbarmherzig zu und raubt uns unsere Zeit ergo Arbeitszeit.

 

Zeitfresser Meeting vs. professionelles Auftreten

Bleiben wir beim Büroalltag: Wir hetzen von Termin zu Termin, der Schreibtisch biegt sich unter der Last von unerledigter Arbeit. Jetzt musst du auch noch zu einem Meeting. Experten haben herausgefunden, dass Meetings der Zeitfresser Nr. 1 sind! Oft ziehen sich Meetings in die Länge, sind zäh wie Kaugummi und führen nicht wirklich zu einem Ergebnis. Das Gegenteil passiert. Lange, länger, langweilig!

Einer Studie zufolge sind ausufernde Besprechungen ein Zeitfresser. Denn laut dieser Studie gehen 15 % der Arbeitszeit bei Meetings verloren und das kostet einem Unternehmen Geld. Vielredner und lange Meetings fügen Unternehmen also Schaden zu.  32% deutscher Arbeitnehmer empfinden Besprechungen als uneffektiv und viel zu lang. Du auch?

 

Es gibt drei verschiedene Typen bei Meetings oder Präsentationen:

Da sind zum einen die Selbstdarsteller, die hören sich gerne reden und neigen zu längeren Monologen. Das nervt und bringt meist nicht viel. Die Informationen gehen flöten, weil das Gegenüber geistig abschaltet. Dann gibt es noch die Unverbesserlichen, die sich in ihrer Argumentation festbeißen. Und zu guter Letzt diejenigen, die bereits nach kurzer Zeit abschalten und anderen Gedanken nachhängen.

 

Meeting effizient gestalten und Vielredner stoppen!

 

Kennst du die 3 Siebe von Sokrates?

Diese können auch ein guter Filter sein, um dem Zeitfresser Meeting den Garaus zu machen:

• Ist das was du sagst wahr?
• Ist das was du sagst gut?
• ist das was du sagst notwendig?

 

Dazu eine kleine Geschichte

Sokrates ging durch die Strassen Athens. Da kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu. „Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der…“  Sokrates unterbrach ihn: „Warte einmal,“ „Bevor du weitererzählst – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?„Die drei Siebe? Welche drei Siebe?“ fragte der Mann überrascht. „Lass es uns ausprobieren,“ schlug Sokrates vor.
„Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du dir sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?“ „Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.“ „Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?“
Zögernd antwortete der Mann: „Nein, das nicht. Im Gegenteil….“ „Hm,“ sagte Sokrates, „jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?“ „Nein, nicht wirklich notwendig,“ sagte der Mann. Sokrates lächtelte und sagte: „Nun, wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr ist, nicht gut ist und nicht notwendig ist, dann vergiss sie besser und belaste mich nicht damit!“ (Stangl, 2019).

 

Die 3 Siebe von Sokrates sind eine Möglichkeit, unnützen Meetings zu entgehen.

1. Sei vorbereitet, also inhaltlich
2. sei aufgewärmt, also stimmlich
3. sei präsent, also selbstbewusst

 

Wenn du diese drei Punkte beachtest, wird sich der Zeitfresser Meeting schon einmal verkürzen. Ich habe auch schon von Unternehmen gehört die grundsätzlich keine Meetings mehr machen.

 

Vielredner und Zeitfresser in Meetings eliminieren

Nun stelle ich die meine drei praxis-erprobten „Regeln“ vor, wie ich Vielredner und Zeitfresser eliminiere und mir somit mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge verschaffe.

Regel Nr. 1: Stichwort aufgreifen und weitergeben.

Achte genau auf den Sprechrhythmus des Vielredners. Nutze die kleinen Pausen, um geschickt zu unterbrechen.
Greife ein Stichwort auf, das der Vielredner genannt hat und wende Dich sofort mit einer Frage an einen Kollegen, die sich auf das Stichwort bezieht.

 

Dazu ein Beispiel:

„Herr Vielredner, sie geben mir gerade ein wichtiges Stichwort. Zeitmanagement. Wie würden Sie das Thema Zeitmanagement im Team behandeln, Herr/Frau K?“

So hast Du dem Vielredner gleich einmal das Gas rausgenommen, er ist unterbrochen und muss wieder neu beginnen.

 

Regel Nr. 2: Sich festlegen lassen.

 

Vielredner haben eine Gabe: Sie verlieren sich in den eigenen Argumenten, so dass zum Schluss keiner mehr so recht weiß, was für ihn wirklich wesentlich ist. Daher schreite in solchen Momenten ein! Dränge den Vielredner, sich auf einen Einwand festzulegen. Dadurch kommt das Gespräch wieder zum Kern, also es wird wieder ein Fokus im Gespräch errichtet.

 

Und so ermöglichst Du Dir und den anderen Teilnehmern, selbst Stellung zu beziehen.

 

Ein Beispiel:

„Herr Vielredner, Sie haben jetzt sehr ausführlich mehrere Einwände benannt. Welches Gegenargument ist denn für Sie das entscheidende: die hohe Quote der Kunden, oder die zu lange Gesprächsdauer Ihrer Kollegen, blablabla?“

Regel Nr. 3:

Mit System aufhalten.

Lege zu Beginn der Moderation Spielregeln fest!
Dann hat der Vielredner keine Chance, sich hier selbst zu präsentieren und zu lange zu reden. Stoppe die Zeit. Und nach Ablauf der Zeit erteile dem nächsten Kollegen oder Mitarbeiter das Wort. Auch das zählt zum professionellen Präsentieren! Du bist nur erfolgreich, wenn Du beim Reden auch gehört wirst.

  • Wie wirkst du in Meetings?
  • Wie wirkst du selbst in Meetings?

 

Die nachstehenden Fragen sollen dich zum Nachdenken und reflektieren anregen:

  • Was mögen andere an dir am liebsten?

 

Wenn du beispielsweise in deiner Clique bist, in deinem Freundeskreis.

  • Welche Position nimmst du da ein?

 

Bist du da eher der Ganz klar, den Rudelführer, der Clown, der Zurückhaltende, der Verrückte oder der Macho?

 

Wenn Deine Freunde oder Mitarbeiter Probleme haben, kommen sie zuerst zu Dir, löst ihr Probleme gemeinsam, lenkst Du sie vom Problem ab, indem Du sie aufheiterst?

  • Wie beschreibst Du Dich selbst?

 

Offen und humorvoll, freundlich, selbstbewusst, hilfsbereit, introvertiert und schüchtern, oder doch eher lustig, bist Du mitfühlend?

Ich finde Eigeneinschätzung versus Fremdeinschätzung immer eine tolle Selbstreflektion. Und meine Teilnehmer in Seminaren, Trainings und Coachings auch, denn es ist spannend wie die anderen dich wahrnehmen!

Wenn du noch mehr wissen möchtest, dann schau d auf unserem Blog vorbei.

Es gibt in Facebook meine neue Gruppe. Präsentieren und kommunizieren leicht gemacht. Sei dabei. Hier erfährst du Tipps, kannst mit anderen Gruppenmitgliedern chatten, deine Erfahrungen mitteilen, Fragen stellen und vieles mehr. Ich freu mich auf dich.

 

Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit.
Dein
Gary Stütz

 

 

Written by garystuetz

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