Was ist der Unterschied zwischen zu- und hinhören?

Hinhören oder zuhören, was ist der Unterschied und wie genau funktioniert das in der Praxis? Wie du weißt beschäftige ich mich auch mit positivem Wording. So gesehen sollte es hinhören anstatt zuhören heißen. Wieder einmal fällt mir die negative Energie bei diesem Wort auf. Hinhören klingt irgendwie positiver. In der heutigen Zeit sind wir von diversen negativen Eigenschaften, Energien, Worten und Botschaften umgeben. Unsere Medien sind voll davon. Ein Beispiel: Nach einer erholsamen Nacht stehst Du am frühen Morgen auf um dich für die Arbeit fertig zu machen. Du trinkst einen Kaffee, ist dein Frühstücksbrot, das Radio läuft. Wir hören hin. Spätestens mit den Nachrichten bekommst Du eine totale negative Breitseite an Informationen. Krieg, Mord, Korruption etc. Ne Menge Negativität am frühen Morgen mit der wir dann zum Job fahren. Frei nach dem Motto „only bad news, are good news“ verkaufen sich negative Nachrichten besser als positive. Weil wir eher hinhören…

mit aktivem zuhören oder genauem hinhören steuerst du den Gesprächsverlauf

Zuhören

Lassen wir uns mal das Wort „zuhören“ auf der Zunge zergehen: „Zuuuuhören.“ Zum besseren Verständnis stelle ich dir eine Frage: Bist du gegen Krieg oder für Frieden. Fällt dir der große Unterschied zwischen negativ und positiv auf?  Ich gebe dir daher den Tipp, dich auch einmal mit positivem Wording zu beschäftigen. Schnell wirst du einen Unterschied bemerken und feststellen wie sehr positives Wording  deinen Sprachschatz verändert.  Obwohl ich als Trainer genau weiß wie wichtig zu – bzw. hinhören ist, bin auch ich nur ein Mensch. Mit Whats up und Co kommunizieren wir anders als früher. Wir müssen nicht mehr hinhören oder zuhören. Die modernen Tools spielen eine übergeordnete Rolle in der Kommunikation, d.h. wir sind von vielen Dingen abgelenkt.

Aktives Zuhören

In Unternehmen ist  bewusstes kommunizieren jedoch enorm wichtig. Bei Präsentationen, Vorträgen, Ansprachen, oder auch in Meetings kommt es immer wieder vor, dass das Handy mehr Aufmerksamkeit bekommt als der Vortragende. Die Botschaft kommt dann leider nicht an weil wir nicht richtig hinhören. Aktives Zuhören jedoch bedeutet 100%ige Aufmerksamkeit. Der Blick ins Handy zeigt ausserdem wenig Wertschätzung und auch der Vortragende, oder Sprechende ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Zuhörern leider nicht bewusst. Zuhörer können Kollegen, Schüler, Mitarbeiter, Kunden sein. Sicher spielt es eine große Rolle wie der Speaker seinen Input von sich gibt. Aktives hinhören heißt aber auch, das Gehörte in eigenen Worten zu wiederholen. Auf diese Weise werden Missverständnisse ausgeschlossen, mein Gegenüber fühlt sich verstanden und wertgeschätzt. Die Botschaft ist angekommen. Aktives hinhören ist vor allem im Business enorm wichtig und oft erfolgsentscheidend. Verkäufer sollten ihren Kunden aktiv zuhören, genau hinhören, um erfolgreich zu verkaufen. Das wissen zwar viele Verkäufer, aber viele machen es trotzdem nicht.

mit aktivem zuhören oder genauem hinhören steuerst du den GesprächsverlaufRichtig hinhören

Nicht nur die Wünsche eines Kunden aufnehmen sondern aus seiner Kommunikationsweise zu erkennen, wie wichtig ihm eine Sache ist schafft Vertrauen. Was im Verkauf seine Wirkung hat wirkt auch in jedem Gespräch, auch unter Freunden. Wer richtig hinhört, kann zum einen das Kaufverhalten des Kunden lenken und zum anderen ist aktives hinhören eine der wirkungsvollsten Kommunikationstechniken. Wir zeigen unserem Gegenüber dadurch Respekt und wir bedienen ein zutiefst menschliches Gefühl: nämlich das Bedürfnis, verstanden zu werden. Wenn es dir gelingt dieses Gefühl deinem Gesprächspartner zu vermitteln gewinnst du dessen Vertrauen. Ich habe mal das Wort „zuhören“ gegoogelt. Das Ergebnis ist  „wahrnehmen, anhören, abhören, hören, mithören, lauschen, aufhorchen, horchen, offenes Ohr haben. Jeder soll jedoch für sich entscheiden, ob er hinhören oder zuhören möchte.

Aktiv hinhören und Störungen vermeiden

Eine Möglichkeit ist erst einmal bei sich selbst zu schauen ob hier irgendein Bedürfnis verletzt wurde. Wie fühlst Du dich? Hast du das Bedürfnis dich zu verteidigen weil du dich angegriffen fühlst? Ist dein Gesprächspartner vielleicht agressiv oder ungeduldig? Welche Emotionen stecken in seinen Aussagen? Wenn das limbische System anspringt ist bei einem der Gesprächspartner das Reptiliengehirn angesprungen. Es reagiert unterbewusst, sofort…. noch ehe wir das überhaupt in unserem Verstand wahrnehmen können. Wenn wir uns bedroht fühlen reagieren wir mit Angriff oder Flucht. Beim Angriff geht die Attacke los – hoffentlich nur verbal oder man verlässt wütend den Raum oder man legt das Telefon wütend auf. Die Flucht wird durch Rückzug dargestellt. Oder der Gesprächspartner antwortet nur noch mit: „Passt schon!“
Beide Reaktionen hinterlassen bei den Beteiligten nur verbrannte Erde und sind in Gesprächen nicht wirklich angebracht.

Was wünscht du Dir?

Besser ist es sich selbst erst einmal herauszunehmen und in die Meta Ebene zu gehen. Versuche die Konversation aus der neutralen Adlerperspektive zu betrachten, so als ob du dir alles von außen ansiehst. Unabhängig davon, von wem die Störung der Kommunikation ausging, dahinter steckt fast immer die gleiche Ursache. Einer der Beteiligten hat das Gefühl, nicht verstanden zu werden. In jedem Gespräch geht es um das „alte“ Sender- Empfänger-Modell. Erfolgreiches aktives hinhören bedeutet, sich aus dem eigenen Egoismus zu entfernen und dem anderen zu signalisieren: Zeig mir wie du denkst und wer du bist. Was wünschst Du Dir?

Sich dem Gesprächspartner anpassenmit aktivem zuhören oder genauem hinhören steuerst du den Gesprächsverlauf

Richtig hinhören und paraphrasieren – also wiederholen, was du hörst gehören zu einer guten Kommunikation dazu. Wenn du nicht sicher bist ob du ihn richtig verstanden hast frage nach aber erst wenn Dein Gesprächspartner mit dem, was er sagt, zu Ende gekommen ist. Wiederhole mit deinen Worten was dein Gesprächspartner gerate erklärt hat und leite auf diese Weise dazu über „Habe ich Sie richtig verstanden, dass……. Das gibt dir selbst die Sicherheit, dass du richtig hingehört und alles verstanden hast und dein Gesprächspartner fühlt sich sofort verstanden und wertgeschätzt. Geschlossene Fragen wie „Sehen Sie das auch so…?“ oder „Wir sind doch einer Meinung, dass“ sind manipulativ und haben mit aktivem hinhören nichts zu tun. Aktives hinhören und der echte Wille, den anderen zu verstehen, zeigen wir indem wir immer offene Fragen stellen. Nur so sind die Weichen für einen positiven Gesprächsverlauf richtig gestell und dein Gesprächspartner wird es dir danken.

In mein Trainings- oder Coaching behandle ich u. a. auch das Thema positiv Wording. Schau doch mal rein!

 

P.S. Wenn dir mein Blog gefällt würde ich mich sehr freuen wenn du eine  positive Rezension schreibst.

Written by garystuetz

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