Online vs offline – die Wirkung der Sprache

Im letzten Blog habe ich das Thema Stimme in unserer Kommunikation beleuchtet. Heute geht es um die Kraft und Wirkung der Sprache. Der Ausdruck der Worte. Dass wir immer mehr in die digitale Welt eintauchen, weiß wohl mittlerweile jeder. Laut einer Schätzung haben im Jahr 2018 rund 3,9 Milliarden Personen weltweit das Internet genutzt, 2021 wird sich die Zahl der Internetnutzer bis auf rund 4,14 Milliarden steigen. So die Prognosen von Experten.

Unsere modernen Kommunikationskanäle werden in Zukunft noch mehr Potenzial entfalten: Auch das Verhalten der Konsumenten hat sich geändert. Botschaften, die effizient und effektiv Kunden binden sollen, sollten stärker als bisher personalisiert und empfängerorientiert zugeschnitten werden und echten Mehrwert bieten. Nutzen Sie, wo immer relevant den vom jeweiligen Kunden präferierten Kommunikationskanal! Auch hier bietet die Onlinewelt viele Möglichkeiten.

Es bieten sich sehr viele Chancen. Ich meine Communitys, Blogs und YouTube Videos, Podcasts. Dennoch sollten, dürfen wir die offline Kommunikation nicht vernachlässigen. Wir sprechen immer noch mit Menschen. Für mich als Experte der Wirkung der Sprache und Kommunikationstrainer hat physisches Miteinander sprechen immer sehr wichtige Bedeutung.

Die Wirkung der Sprache

Wirkung der SpracheAußer einer guten Stimme kommt es auch auf eine klare Sprache auf gute Wortwahl an. Wir sprechen leider oftmals zu schnell, zu hektisch, zu schlampig und verpacken zu viel Worte in einen Satz. Dazu kommt, dass wir uns einer sehr hohen negativen Wortwahl bedienen. Wir sind so erzogen. Wir haben es so gelernt. Die Kraft und Wirkung der Sprache bekommt eine ganz andere Bedeutung, wenn ich mit positiven Worten mein Gegenüber begeistere. Dies geschieht oft unbewusst in unseren Gehirnen. Wir spüren es. Ein Beispiel aus einem meiner Trainings in einer Wiener Sportschule. Das stand am Gang ein Schild mit dem Satz: „Bitte nicht den Müll auf den Boden werfen!“

Hier sei erwähnt, dass unser Gehirn das Wort nicht, nicht kennt. Unser Gehirn kann Wörter wie „nicht“, „nur schwer verarbeiten kann. Unser Gehirn kann damit nichts anfangen, es braucht klare Anweisungen. Grund dafür sind fehlende Abstraktionen und Konzepte für Verneinungen. Gehirnstrommessungen haben ergeben, dass sich der Denkapparat besonders bei falschen Verneinungen schwertut. Kleine Wörter, die den Sinn eines Satzes umkehren, verlangsamen die Arbeit unseres Gehirnes, so Psychologen der Tufts University, Medford und Somerville in Boston. Im Alltag sollte daher lieber positiv formuliert werden. Denken Sie nur an Sätze wie, „denken Sie jetzt nicht an rosarote Elefanten“, „denken Sie jetzt nicht an rote Rosen,“ usw.

Um auf den ersten Satz zurückzukommen, den Müll nicht auf den Boden werfen. Das war für mich eine Aufforderung, den Müll auf den Boden zu werfen. Ich war schockiert, weil ich den Satz bzw. diese Aufforderung in einer Schule gelesen habe. Für mich heißt das, auch Lehrer machen sich keine Gedanken darüber. Richtig sollte der Satz lauten: „Bitte den Müll in den Müllkorb werfen“!

Ganz einfach und doch hat dies eine andere Wirkung der Sprache. Was meinen Sie? Was noch wissenswert über unsere negative Kommunikation ist. „Falsche Sätze werden bis zu 400 Millisekunden später verarbeitet“, erklärt Gert Rickeit, Psycholinguist an der Universität Bielefeld.

Stimme hat Wirkung, Sprache hat Kraft!

Durch positive Sprache schaffen wir eine Beziehung zum Gesprächspartner, holen uns die Aufmerksamkeit und wir kommunizieren verständlich und glaubwürdig. Mit einigen kleinen Tricks optimieren Sie dadurch Ihre eigene Kommunikation und damit die Wirkung der Sprache. Sie wirken und begeistern mit klarer Stimme, sowie ausdrucksvollen Worten. Es braucht jedoch etwas Übung. Ich habe einige Zeit gebraucht, um das Wort „Wahnsinn“ und „Irrsinn“ aus meinem Wortschatz zu entfernen. Geht jedoch ganz einfach. Unser Gehirn ist rund 1, 5 groß und verfügt über mehr als 100 Mrd. Gehirnzellen, sogenannte Neuronen und diese gehen bis zu 100 Billionen Verknüpfungen ein! Wenn wir die Länge aller Nervenbahnen des Gehirns eines erwachsenen Menschen zusammenknüpfen, ergibt das rund 6 Mio. Kilometer. Das ist der 145-fache Erdumfang.

Wirkung der Sprache über die StimmeVieles was wir machen geschieht automatisch. Es gibt Milliarden von Situationen, in denen wir auf diese Weise reagieren und fühlen. Wie wir uns die Zähne putzen, den Kaffee trinken, die Zeitung lesen, usw. Das ist der sogenannte Autopilot. Es spult Wissen, Erfahrungen und Faustregeln ab und manövriert uns so mit besorgniserregender Zuverlässigkeit durch unseren Alltag. Um etwas Neues zu erlernen, schalten Sie Ihren Autopiloten ab. Dazu braucht es einen Impuls oder Anker von außen. Ich greife also aktiv von außen ein. Dies geschieht jedoch bewusst und nicht automatisch.

Setzen Sie sich einen Erinnerungsanker. Mit einem Bild, Post-it, einem Smiley auf dem Laptop, was auch immer. Dieser Erinnerungsanker erinnert mich immer, wenn ich ihn sehen, dass ich etwas ändern möchte. Ähnlich machen es auch Schauspieler.
Mental verankern. Ich habe mich jedes Mal, wenn ich das Wort „Wahnsinn“ gesagt habe daran erinnert. Streichen Sie dieses Wort aus Ihrem Wortschatz für die normale Kommunikation. Es dauert bis es wirkt, aber es hilft und die Wirkung der Sprache wird dadurch automatisch erhöht.

Vermeiden Sie ab jetzt Wörter wie Wahnsinn, Irrsinn, „eigentlich“ oder „aber“, „denn“, „überhaupt“. Wenn ich Texte schreibe dann streiche ich viele dieser Wörter bzw. ändere ich diese sogenannten Füllwörter. Versuchen Sie es einmal. Ein Satz bekommt sofort eine andere Kraft und Wirkung. „Das Treffen mit dem Kunden war eigentlich ganz OK.“ „Ich habe es sehr genossen, aber, …“

„Das Treffen mit dem Kunden war sehr gut.“ „Ich habe es sehr genossen, vor allem das Thema, …“

Oder: 90% unserer Trainingsteilnehmer würden das Training an einen Kollegen weiter empfehlen. Schade, dass sie es nicht tun. Würde heißt soviel wie, vielleicht, eventuell oder eher nicht.

Besser: 90% unserer Trainingsteilnehmer empfehlen das Training an einen Kollegen weiter.

Erkennen Sie den Unterschied?

 

In Teil 3 von online vs offline behandeln wir das Thema „Wirkung“

Noch eine schöne Zeit, Ihr Gary Stütz

 

P.S. Hier finden Sie unsere online und offline Seminar zu Wirkung der Sprache 

 

Written by garystuetz

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