Das schaffe ich nie – meine Nervosität beim Vortrag killt mich!

„Das kann ich nicht, das schaffe ich nie diese Rede – meine Nervosität beim Vortrag killt mich“, war seine erste Aussage. Ich nenne ihn hier Roland. Roland war der Chef eines Unternehmens mit 70 Mitarbeitern. Jede Woche musste Roland vor „seinem Publikum“ eine Ansprache halten. Rückblickend wie die vorangegangene Woche verlaufen ist, wo es noch Verbesserungen gibt und was er in der folgenden Woche von seinen Mitarbeitern erwartet, welche Projekte anstehen oder auch Kundenpräsentationen. Hier bitteschön.

beim Vortrag

Und dieses wöchentliche Präsentieren, vor Menschen zu stehen und zu sprechen, löste in ihm regelrechte Panikzustände und Nervosität aus. Ich habe Roland gecoacht und als Erstes eine Bestandsaufnahme mit ihm gemacht.

Wo liegen seine Probleme, was setzt ihm besonders zu, welche Angstzustände plagen ihn, dass die Nervosität so zuschlägt. Meist hatte er Sonntags große Schlafprobleme, er träumte davon, vor seinen MitarbeiterInnen zu stehen und zu versagen.

Er hatte Angst, dass sein Gegenüber, und das waren 70 an der Zahl, ihm diese Angstzustände ansahen. Er hatte Albträume, Schweißausbrüche und sein Atem ging schnell. Ich habe Roland gesagt, no Stress, das schaffen wir, du bist nicht allein. Sehr viele Menschen, auch viele bekannte Namen leiden unter diesen Symptomen.

Wir haben solche Szenarien des Vortrags im Training durchgespielt – um die Nervosität beim Vortrag zu reduzieren

Immer und immer wieder, um mentale Fitness herzustellen. Das ergibt Sinn, denn dadurch ist man so ein Szenario schon gewohnt. Das mindert die Nervosität. Natürlich steigt der Puls, wenn es dann so weit ist und Roland am Montag früh vor seinen Angestellten steht und spricht. Aber es ist durch dieses Training nicht mehr ganz so schlimm, weil er vorbereitet ist und diese Situation durch sein immer wieder durchgespieltes Training gemindert wird.

Ich bin seit 16 Jahren Paragleiter. Auch hier gibt es Situationen, wo der Blutdruck ordentlich steigt. Das beginnt schon in der Startphase. Aber es ist gut so. Diese Nervosität schützt uns vor Leichtsinn. Es macht mich aufmerksamer. Dies gilt ebenso, wenn Roland vor seinen Mitarbeitern steht.

Denn Lampenfieber und Nervosität beim Vortrag ruft eine sehr schlaue Reaktionen im Körper hervor.

Es ist auch OK, wenn die Gesprächspartner oder Zuhörer merken, dass man aufgeregt ist, dass die Nervosität beim Vortrag zuschlägt. Es geht schließlich um etwas. Sei es bei einem Vorstellungsgespräch, Vortrag, Kundenpräsentation oder einer Prüfung etwa. Wer in solchen Situationen nicht nervös ist, der kann leicht den Eindruck beim Gegenüber vermitteln, es ist ihm oder ihr egal. Natürlich stellt sich mit der Zeit eine gewisse Routine ein.

Die gute Nachricht: An der Heftigkeit der Nervosität kann jeder daran arbeiten. Wir haben viele Stunden im Coaching damit verbracht, einzelne Situationen durchzuspielen, Situationen herzustellen, wo es knifflig wird, Kundenpräsentationen nachgestellt. Immer und immer wieder.

Wie entsteht Nervosität beim Vortrag?

Nervosität entsteht im vegetativen Nervensystem. Es ist vor allem für die körperlichen Symptome verantwortlich und steuert eine Vielzahl an Körperfunktionen. Nervosität erzeugt Stress. Dieser führt über die Ausschüttung von bestimmten Hormonen zu einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems und löst so den Zustand der inneren Anspannung aus.

Nervosität

Roland hat Techniken gelernt, die es ihm leichter gemacht haben, seine Angstzustände und seine Nervosität in den Griff zu bekommen. Schon nach wenigen Stunden gemeinsamen Trainings hatte er mir einmal gesagt. „Irgendwie macht es Spaß vorne zu stehen.“ Da wusste ich, wir sind jetzt auf dem richtigen Weg.

Einmal, daran erinnere ich mich noch genau, hatte er mit seinem Team eine sehr wichtige Kundenpräsentation. Dabei ging es um einen großen und wichtigen Auftrag für sein Unternehmen, letztlich natürlich auch um viel Geld.

Situationen trainieren, um Nervosität beim Vortrag zu reduzieren

Genau das haben wir gemacht. Trainiert und uns vorgestellt, wie Roland den Kunden begrüßt, die Mitarbeiter vorstellt usw. Auch an den Folien für die Präsentation haben wir gemeinsam noch etwas verbessert.

Fazit: Die Präsentation ist sensationell angekommen, sie hat gewirkt, der Auftrag war ihm sicher. Auch für den privaten Bereich haben wir eine Situation trainiert, um auch hier seine Nervosität zu reduzieren. Am Tag nach diesem großem und sehr wichtigen Familientreffen habe ich am Abend via Whats Up einen Daumen hoch erhalten.

Auch das hat funktioniert. Roland hatte mit der Zeit Freude daran entwickelt, vor seinen MitarbeiternInnen zu sprechen. Wir wurden im Training immer flexibler und Roland immer mutiger. Genauso muss ein Training sein und genauso muss sich ein Vortragender fühlen.

Spaß und Freude beim Sprechen vor Menschen haben. Damit Ihnen die Freude daran nicht verloren geht, habe ich einige praktische paar Tipps für Sie.

Tipps die Nervosität beim Vortrag zu reduzieren:

Schon einmal was von der Kutscherhaltung gehört? 15 Minuten bevor es losgeht starten Sie damit. Suchen Sie sich einen Platz, wo Sie ungestört sind. Kann auch die Toilette sein. Setzen Sie sich in Ruhe hin. Legen Sie im Sitzen entspannt die Ellbogen auf die Knie, Hände dazwischen baumeln, Kopf hängen lassen, Augen schließen. Tief atmen. Ganz leicht ein und vor allem ausatmen.

Das vergisst man bei Anspannung gern mal. Das funktioniert auch im Stehen. Hier ein paar Augenblicke lang schütteln, damit sich Verspannungen lösen können.

Seufzen Sie herzhaft. Heben Sie dazu beide Schultern und lassen diese mit einem herzhaften Seufzer nach unten fallen. Seufzen entspannt.

Ein ebenso effektvoller Trick ist die Wassertechnik. Wenn man vor Publikum sprechen soll, ist häuft der Mund trocken, der Hals kratzig. Daher ist es gut, immer ein Glas stilles! Wasser bereitzuhaben. Vermeiden Sie Getränke mit Zucker, Kohlensäure und Koffein beim Sprechen. Diese Getränke belegen unsere Stimmbänder, dies kann zu Stimmproblemen führen.

Mit dem Wassertrick kann sich ein Sprecher auch etwas Zeit schaffen, um peinliche Gesprächspausen zu überbrücken oder deine Gedanken zu sortieren. Dazu langsam einen Schluck Wasser trinken.

Noch ein wichtiger Tipp gegen Nervosität beim Vortrag:

Lassen Sie sich Zeit bei Ihrem Vortrag, beim Sprechen. Sie sind nicht auf der Flucht. Wir sprechen viel zu schnell und zu viel. Daher: Have time.

Coaching für Führungskräfte, Redner, Trainer, Sportler, AssistentInnen, Verkäufer und Privatpersonen. Buchen Sie mich unter: info@gary-stuetz.com

Written by garystuetz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*