Ist der Kunde dein Feind?

Manchmal, wenn ich ein Geschäft betrete, kommt es mir vor, als wäre ich kein Kunde sondern ein Feind. Einer der nicht gesehen werden möchte. Einer der komisch aussieht. Ein Alien? Nein, nur auf der Suche nach einem VerkäuferIn. Wenn ich in meiner Lehre als Einzelhandelskaufmann einen Kunden gesehen habe und diesem ausgewichen bin, habe ich direkt von meinem Vorgesetzten eine klare Ansage bekommen. Und was für Eine.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Situation erinnern, es war fünf Minuten vor Zwölf an einem Samstag. Als Lehrling, also junger Mann, waren Samstage ja heilig. Hurra Wochenende. Und genau um fünf vor Zwölf kam noch ein Kunde ins Geschäft. Dumme Sache, denn gedanklich war ich schon weg, die Abrechnung war schon gemacht von mir, weil ich dachte, dann komm ich schneller raus. Dieser, an dieser Stelle kommt im Fernsehen ein Piepton, Kunde kommt noch in den Laden und möchte etwas kaufen. Dummerweise für mich hat mich der Prokurist der Eisenhandlung gesehen, dass ich mehr oder weniger schon weg war.

Kam gar nicht gut. Da gabs eine ordentliche Standpauke, was ich mir so einbilde, wer ich denn sei, der Kunde ist König usw. Meine Gedanken an einen entspannten Samstagnachmittag haben sich schnell verabschiedet. Und ich habe in dem Moment gedacht „Kunde dein Feind“ für den Feierabend. Leider geschehen solche Situationen auch unter „Normalzeit“, dass der Kunde den VerkäuferIn suchen muss.

Kunde dein Feind – oder vielleicht doch nicht?

Kunde dein FeindHeute hatte ich mir Sportschuhe gekauft. Von einem sehr bekannten Hersteller. Ich hatte schon mit einer anderen Marke kokettiert. Bin also rein ins Geschäft, habe mich beraten lassen und dann der sehr netten Verkäuferin ehrlich gesagt, ich sehe mich noch in anderen Geschäften um. Sie meinte darauf nur: Kein Problem. Nachdem ich meine kleine Reise in diverse andere Schuh-u. Sportgeschäfte in diesem Einkaufspark beendet hatte, ging ich wieder zu ihr. Natürlich hat sie jetzt gewusst, dass ich den Schuh bei ihr kaufe. Oder zumindest hatte sie das gedacht.

Und – sie hat richtig geraten. Ich habe mir diesen Sportschuh der Marke Salomon gekauft. Den Schuh noch einmal anprobiert, dann sagte sie plötzlich. Stopp, dieser Schuh hat ein kleines Problem, ich bringe ein neues Paar. Das nenne ich Service, denn ich habe nichts festgestellt. Nachdem ich nachgesehen hatte, war es wirklich nur eine Kleinigkeit.

Hier kann ich nur bestätigen, dass der Slogan den auch Nicki Lauda mit seiner Fluglinie bestätigt hat, „Service is our success“, voll zugetroffen ist.

Der erste Eindruck entscheidet ob der Kunde dein Feind oder Freund wird

Damit komme ich zum ersten Eindruck. 250 Millisekunden entscheiden über on oder off, also ob der Kunde dein Feind oder Freund wird. Der erste Eindruck zählt. Und diese junge Verkäuferin hat voll gepunktet. Mit ihrer Art, mit ihrer Freundlichkeit und mit ihrem Service am Kunden.

Kunde dein FeindEs geht im Verkauf vor allem um Beziehung. Die Beziehung Kunde zum VerkäuferIn. Der Beziehungsaspekt gibt Aufschluss darüber, wie die Beziehung vom Empfänger, also vom Kunden aufgefasst wird. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung und bei mir hat diese Verkäuferin alles richtig gemacht.

Ich gehe sicherlich wieder einmal dort hin einkaufen. Und das ist ja letztendlich auch der Sinn und Zweck im Verkauf. Kunden gewinnen oder anders ausgedrückt. „Wie man in einen Wald hineinruft“, so schallt es heraus, heißt es in einem Sprichwort, denn der Kunde ist dein Freund, nicht dein Feind.

In diesem Sinne, frohes Kaufen und Verkaufen – Ihr Gary Stütz

P.S. Schon einmal über professionelle Vertonungen Ihrer Telefonschleife, Firmenvideo oder dergleichen nachgedacht? Gerne bin ich Ihre Stimme für Podcast Produktionen und Vertonungen jeglicher Art.

Written by garystuetz

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